60 Tage glutenfrei Leben

Nachdem ich mich jahrelang mit Beschwerden rumgeschlagen habe, kam mir neulich abends der Gedankenblitz: Glutenunversträglichkeit. Wie ich darauf komme? Seit einigen Tagen geht es mir nach dem Essen immer furchtbar und das einzige, das ich an allen Tagen gegessen habe war Gluten. Nach Rücksprache mit meinem Hausarzt entschieden wir uns also dazu den Selbsttest zu starten.

60 Tage glutenfrei Leben

Im ersten Moment war ich mehr als geschockt. Meine ganzen Lieblingsspeisen wurden aus meinem Plan gestrichen. Keine Schokolade, keine anderen Süßigkeiten und keine Nudeln mehr. Dabei liebe ich das alles doch so sehr. Es schien auf einmal so, als könnte ich nichts mehr essen. Nun habe ich aber etwas recherchiert und einige tolle Rezepte gefunden, die ich euch nach und nach gerne vorstellen will.

Was ist Gluten?
Gluten ist ein Klebeeiweiß, das in einigen Arten von Getreide vorkommt. Ihr erkennt das Gluten im Mehl sehr gut, wenn ihr einen Teig macht – zum Beispiel beim Kuchen oder Brot backen. Das Gluten ist der Stoff, der den Teig verklebt und ihm seine Konsistenz gibt.

Worin ist Gluten enthalten?
Am offensichtlichsten ist Gluten in allen Backwaren aber auch in Nudeln ist es enthalten. Gluten ist aber auch versteckt in Lebensmitteln vorhanden. In meinem Osterhasen ist beispielsweise Gerstenmalzextrakt, also ist er verboten. Auch in anderen Lebensmitteln wie Gummibärchen oder anderer Schokolade sind verschiedenste Varianten des Glutens enthalten. Alle Fertigprodukte, eingelegte Früchte und Gemüse sind ebenfalls verboten, da in ihnen auch Gluten enthalten sein kann. Es gibt eine scheinbar endloslange Liste aller verbotenen Lebensmittel. Gluten scheint in fast allem enthalten zu sein, dass man in seinem Alltag zu sich nimmt.

Und was bedeutet das jetzt für mein Essverhalten?
Naja das bedeutet, dass ich jedes verpackte Lebensmittel rumdrehen und die Inhaltsstoffe lesen muss. Das bedeutet, dass ich jedes mal frisch kochen muss, denn Essen bestellen geht nicht. Das bedeutet eine Haushaltsumstellung – Mehle müssen beispielsweise ausgetauscht werden. Essen wird definitiv eine viel größere Rolle in diesem Zeitraum einnehmen. Mal eben ein Brötchen vom Bäcker holen, wenn man nichts zu Essen in der Mittagspause hat, geht nicht mehr. Einen fertigen Salat mit Dressing dabei holen? Geht auch nicht. Ein Mikrowellenessen, als Notlösung gegen den Hunger auf der Arbeit? Geht nicht. Mal morgens ein Müsli? Geht auch nicht.

Was bringt diese Diät?
Nach diesen 60 Tagen werde ich definitiv wissen, ob meine Beschwerden von dieser Unverträglichkeit kommen oder nicht. Sollten sie verschwinden, dann ist klar, dass es davon kommt. Sollten sie weiter bestehen, dann muss es eine andere Ursache haben. Ich habe aber schon so viele Untersuchungen ohne Erfolg hinter mich gebracht, dass das die letzte Idee ist, die ich habe. Selbst meine Ärzte waren ratlos. Anscheinend ist das auch eine Intoleranz, die man nur sehr schwer nachweisen kann, was perfekt zu meinen bisherigen Untersuchungen passen würde.

 

Nun also zum ersten Rezept.

Hähnchencurry mit Reis
Für 4 Portionen braucht ihr:

  • 700g Hähnchenbrust
  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 2 große Paprikaschoten
  • 1EL Currypaste
  • 200g Kokosmilch
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 2 Tüten Reis
  • 1 Knoblauchzehe

Vorbereitung:

  1. Hähnchen würfeln oder in Streifen schneiden
  2. Paprika in grobe Stücke schneiden
  3. Knoblauch schälen und hacken
  4. Lauchzwiebeln in Ringe schneiden
  5. Gemüsebrühe aufsetzen
  6. Petersilie hacken

Zubereitung:
Leicht gesalzenes Wasser zum kochen bringen und die beiden Reistüten einlegen – bei mittlerer Hitze kochen lassen. Gleichzeitig Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hähnchen anbraten. Hähnchen herausnehmen und mit Pfeffer und Salz würzen. Als nächstes die Kokosmilch und die Currypaste in die Pfanne geben und auflösen. Die Paprika, Lauchzwiebeln, Knoblauch und das gewürzte Hähnchen wieder hinzugeben und noch eine kurze Zeit kochen lassen – etwa 5-10 Minuten. Zum Schluss die gehackte Petersilie unterrühren.
Den abgetropften Reis auf einem Teller mit dem Curry anrichten und mit einigen weiteren Blättern Petersilie dekorieren. Fertig.

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Ein super leckeres und vor allem schnelles Rezept. Mir war das ganze etwas zu würzig, deswegen habe ich noch etwas Frischkäse untergerührt. Viel Spaß beim ausprobieren.

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6 Kommentare zu „60 Tage glutenfrei Leben

  1. laut Spezialisten ist dies der absolut falsche Weg. Am besten macht man einen Bluttest, um zu sehen ob man Antikörper hat. Danach gibt es eine Dünndarmbiopsie. Hat man mal mit der glutunfreien Diät begonnen gibt es keine Möglichkeit mehr zu testen, da ja dankbarerweise der Darm schnell heilt und auch mit einer Biopsie nichts mehr zu sehen ist. Wer also dann doch noch Gewissheit haben will muss sich über einen Zeitraum von 3 Monaten wieder mit Gluten ernähren – was sehr mühsam ist weil die Symptome nach einer glutunfreien Diät meist viel stärker auftreten. Mein Ratschlag ist: schnell wieder normal essen und einen Bluttest machen lassen. Ist der negativ weiss man schon viel mehr und es geht wesentlich schneller wie 60 Tage Versuchsfasten!

    1. Genau dagegen hat mein Hausarzt abgeraten, da diese Bluttests sehr ungenau sind. Ich hatte nicht vor mich mein ganzes Leben glutenfrei zu ernähren, das wäre mir viel zu anstrengend.
      Was sind das denn für Spezialisten von denen du sprichst? Und
      woher hast du deine Infos?

      1. Meine Tochter ist seit Mai 2009 mit Zöliakie diagnostiziert und wir sind seither einmal im Jahr in der Gastroenterologie im Kinderspital Basel. Dr Bluttest ist sehr genau, allerdings gibt es positive Bluttest, bei denen aber der Dünndarm intakt ist. Daher gibt es keine endgültige Diagnose ohne Biopsie. Ist der Test aber negativ kann man davon ausgehen, dass es keine Zöliakie ist. Eine Glutensenstivität äussert sich in denselben Beschwerden, hat aber einen negativen Bluttest und negativen Biopsiebefund. Da heisst es tatsächlich einfach mal ausprobieren. wenn ich an deiner Stelle wär würde ich auf einen Bluttest bestehen, der ist auch preislich erschwinglich, Hier in der Schweiz kostet er 97 CHF.

      2. Ich bin durchaus ein Fan von alternativen Methoden. Das liegt vielleicht an der homöopathischen Erziehung meiner Mutter… Vor Besuchen bei Ärzten sträube ich mich. Natürlich habt ihr alle Recht – eine Diagnose schwarz auf weiß habe ich erst bei einer Biopsie aber ich bin absolut gegen solche Eingriffe, wenn sie nicht sein müssen. Heilen kann man es sowieso nicht und auf zwingende Besuche bei Ärzten kann ich auch gerne verzichten.
        Ich habe so oft schon von Fehldiagnosen in diesem Bereich gehört (morbus crohn zum Beispiel)… Da weiß ich nicht was schlimmer ist. Vielleicht bin ich aber auch nur ein Fall, indem die Symptome sich im Minimalbereich bewegen – das kann ich natürlich so nicht beurteilen. So oder so muss ich meine Ernährung umstellen.

      3. die Symptome sagen eigentlich gar nicht soviel aus. Bei meiner Tochter war es der Haarausfall, bei einer Bekannten der konstant tiefe Eisenwert. Mit einer Diagnose wird es auch einfacher wirklich Diät zu halten. Fängt man eine Diät an, lässt es sich nachher nicht mehr feststellen oder nur sehr erschwert. Und ich habe schon von welchen gehört die dieses Vorgehen sehr bedauerten. Gerade weil Zweifel nicht ausgeräumt sind. Und nur ein bisschen Diäten finde ich schon sehr mühsam vom Aufwand her, würde sich für mich nicht lohnen, Entweder richtig oder du lässt es lieber sein. Mit Alternativer Heilmethode hat das nichts zu tun, denn ausser einer strickten Diät gibt es keine Heilungsmöglichkeit. Mit der Diät kann man sich allerdings vor Spätfolgen schützen. Von Fehldiagnosen habe ich ganz wenig gelesen, und ich lese viel über Zöliakie.

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