60 Tage sind um und was nun?

Passend zum ersten Geburtstag von outlawedvogelfrei gibt es heute endlich nochmal einen Post. Viel zu lange habe ich das vor mir hergeschoben und viel zu oft kamen mir Prüfungen, Meisterschaft und andere Dinge dazwischen aber nun ist alles vorbei. Meine Prüfung habe ich bestanden – ich bin nun also eine fertig ausgebildete medizinische Fachangestellte und wurde mit Freude auf die Menschheit losgelassen. Seit Ende Mai ist außerdem meine 60-Tage-Diät durchgestanden und das Fazit dazu mit einem weiteren tollen Rezept gibt es heute!

60 Tage glutenfrei Leben

Zu Beginn viel es mir wirklich sehr schwer auf all die bekannten Produkte zu verzichten, doch nach und nach entdeckte ich gute Alternativen. Natürlich sind diese wesentlich teurer aber dafür kann ich nun auch wieder Nudeln essen. Ich habe also mit und mit meine Ernährung umgestellt und immer mehr Produkte gefunden, die glutenfrei sind. Mittlerweile habe ich mich voll und ganz daran gewöhnt und bin stolz auf mich, dass ich diese 60 Tage mehr oder weniger konsequent durchgezogen habe. Den ein oder anderen Aussetzer und Rückfall gab es natürlich in dieser Zeit und der kommende Tag war mir mal wieder eine Lektion.
In dieser Zeit habe ich aber nicht nur festgestellt, dass ich keine ganze Pizza essen sollte, sondern auch, dass ein Brötchen bei einem Frühstück asymptomatisch bleibt, d.h. ich dadurch keine Probleme bekomme. Jeder Ernährungsberater wird nun wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und einen Vortrag über Resorption und die Rückbildung meiner Darmzotten halten.

Was passiert denn eigentlich im Körper, sollte man seine Ernährung nicht umstellen?
Ein kleiner Ausflug in das Innenleben eines jeden. Wie ihr bestimmt wisst wird die Nahrung, die wir mit unserem Mund zerkleinern und durch die Speiseröhre in den Magen schicken irgendwann den Dünndarm erreichen. Der Dünndarm ist bei einem Erwachsenen in etwa 5-6m lang, er liegt in Schlingen in unserem Bauchraum. Auf der in Falten gelegten Schleimhaut des Dünndarms sitzen die sogenannten Dünndarmzotten. Diese Zotten und genauso die ganze Schleimhaut weisen eine haarähnliche Struktur auf, die Mikrovilli (Saumzellen). Es wird also sowohl durch die Länge des Dünndarms, die Falten, die Zotten und die Mikrovilli eine ernorme Oberflächenvergrößerung des 2,5cm breiten Darms erzielt.
Und warum das ganze? Im Dünndarm werden lebenswichtige Nährstoffe aus der Nahrung resorbiert. Sollte ein Zöliakie-Patient seine Ernährung nicht umstellen führt dies zu massiven Schädigen der Schleimhaut. Der Darm kann die wichtigen Nährstoffe nicht mehr aufnehmen. Die Darmzotten bilden sich zurück und können bei einer erfolgreichen Umstellung nur noch durch Narbengewebe ersetzt werden. Das bedeutet, dass der Körper die zurückgebildeten Zotten nicht mehr funktionsfähig ausbilden kann und sie nur noch mit „billigem“, schlechtem Gewebe – dem Narbengewebe – ersetzen kann. Die Rückbildung der Zotten und die daraus resultierende mangelnde Aufnahme an Nährstoffen kann unter anderem zu schweren Folgeerkrankungen, wie z.B. Anämien (Blutarmut), Wachstumsstörungen, Nyktalopie (Nachtblindheit), Diabetes mellitus, Dermatitis (Entzündungen der Haut), Hepatitis C (chronische Leberentzündung) und noch vielem mehr führen. Das bedeutet nicht, dass jeder der eine Zöliakie hat auch eine oder mehrere dieser Folgeerkrankungen hat und es bedeutet ebenso wenig, dass jeder der eine dieser Erkrankungen hat gleichzeitig eine Zöliakie hat!

Nachdem meine 60-Tage-Diät vorbei war, habe ich nochmal Rücksprache mit meinem Hausarzt gehalten und nun ja es kam so, wie ich bereits vermutet hatte. Keine Zöliakie, sondern eine leichte Unverträglichkeit lautete die Diagnose.

Es ist natürlich doof, wenn Sie bei Freunden eingeladen sind. Dann kann man ja nicht einfach sagen „das esse ich nicht und das nicht und das auch nicht“, dann ist man das halt einfach mal.

Und genau diesem Rat werde ich wohl auch folgen. Ich weiß worauf ich achten muss und ich werde mich hüten mir ein Paket glutenbeladener Nudeln oder ähnliches reinzuschaufeln. Stattdessen lieber etwas mehr Geld ausgeben und glutenfreie Produkte wie Nudeln, Brot und Mehl kaufen aber wenn Freunde einladen und es nun mal etwas mit Gluten gibt, dann wird gegessen was auf den Tisch kommt.
Ich für meinen Teil habe außerdem beschlossen, dass es bestimmte Produkte gibt, auf die ich nicht verzichten will.

Es hat sich alles wunderbar eingespielt, ich weiß, wo ich gute glutenfreie Produkte erhalten kann (eine gute Anlaufstelle ist zum Beispiel dm und die Marke Schär), ich weiß worauf ich verzichten muss und was ich essen kann und das wichtigste von allem mir geht es viel besser. Meine Ernährung ist seitdem um einiges gesünder – mehr Obst und Gemüse, weniger Kohlenhydrate (sind ja schließlich ziemlich teuer jetzt), meine Müdigkeit ist nicht mehr so ausgeprägt wie zuvor, meine Stimmung hat sich gebessert und ein positiver Effekt an all unsere Fitnessjunkies – mein Bauch ist flacher, weil nicht mehr so aufgebläht! Daumen hoch für die (meistens) glutenfreie Ernährung und diesen Selbsttest!

Für glutenfreie Pfannkuchen braucht ihr:

  • 125g glutenfreies Mehl (ich kann wirklich nur die Mischung von Schär empfehlen!)
  • 250ml Milch
  • 2 Eier
  • Salz und Pfeffer
  • eine Prise Zucker

Einfach alle Zutaten zu einem Pfannkuchenteig verquirrlen und in einer Pfanne mit etwas Öl braten. Als Topping habe ich mich einmal für die Variante Speck und Zwiebeln und einmal für die vegetarische Variante Champignons und Schnittlauch entschieden. Nach Belieben auf der noch flüssigen Seite des Pfannkuchens verteilen, wenden und kurz auf der belegten Seite backen. Et violà!
Ihr könnt mit dem Grundrezept natürlich alles auf den Pfannkuchen verteilen, wonach euch grade ist. Ein super einfacher und wirklich leckerer Pfannkuchen (schmeckt übrigens auch noch am nächsten Tag).
Viel Spaß beim ausprobieren! Wie würdet ihr euren Pfannkuchen belegen?

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Wie alles begann und noch weitere tolle Rezepte findet ihr hier, hier und hier

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