im Modelhimmel

Wer hätte gedacht, dass die kleine (1,60m) Lena einmal ein Shootingangebot bekommt. Ein Angebot das Model des Shootings zu sein. Ein Angebot mit kostenlosen Bildern und jeder Menge Spaß. Ja ich nicht aber so kam es nun doch vor einigen Wochen. Eine Visagistin postete in einer Gruppe bei Facebook, dass sie noch weibliche Modelle für ein Shooting sucht. Ich machte mir natürlich keinerlei Hoffnung und klickte nur auf Gefällt mir geklickt. Kurz darauf erhielt ich bei Facebook eine Nachricht:

Hallo. Du hattest mein Shooting-Gesuch in der Fotogruppe mit“Gefällt mir“ markiert, daher bin ich auf deine Seite gestoßen und habe mich ein bisschen umgesehen.
Ich finde dich als Model sehr ansprechend und könnte mir gut eine Zusammenarbeit mit dir vorstellen. Deswegen wollte ich fragen, ob du eventuell an dem in der Gruppe ausgeschriebenen Angebot interessiert wärst?
Ich suche für ein TfP-Shooting am Sonntag mit dem Fotografen www.kuchtsbelichtung.de noch ein Model. Geplant sind je nach Wetter entweder Outdoor-Aufnahmen im romantischen Stil (Makeup in zarten Farben, Flechtfrisur, Outfit in Pastellfarben, Rüschen, usw) oder Studio-Aufnahmen in einem ähnlichen Stil. Das Shooting würde entweder Outdoor in Düsseldorf oder im Studio in Mönchengladbach stattfinden.
Hättest du Interesse? Würde mich über eine Antwort freuen.

Ich war natürlich total begeistert. Wie oft wird einem schon so ein Angebot unterbreitet? Wohlwollend stimmte ich dem ganzen zu und nach einigen weiteren Absprachen machte ich mich also letzten Sonntag auf zum vereinbarten Treffpunkt.

Terminvereinbarung
Einen Termin mussten wir wie gesagt nicht mehr vereinbaren. Durch die bereits vorhergegangene Planung hielt sich die Vereinbarung sehr einfach und reibungslos. Ich musste lediglich das Angebot von Lisa annehmen und alles war erledigt. Das Shooting lief auf TfP Basis ab, d.h., dass jede der beteiligten Parteien (in diesem Fall Visa, Fotograf und Model) die Zeit gegen Fotos aufwiegen und nicht in Geld. Jeder bekommt also die Fotos umsonst und kann diese für seine Eigenwerbung nutzen. Ich durfte mir 8 Bilder aussuchen und erhielt die ganzen Originale auf meinem USB-Stick. Das ist das beste Angebot, das ich bisher bei einem Fotografen hatte.

Anfahrt
Durch meine letzten Erfahrungen bezüglich Fahrten zu Shootings, habe ich dieses mal möglichst viel Zeit für meine Anfahrt eingeplant – okay ich muss gestehen ich war wirklich großzügig. Ganze zwei Stunden rechnete ich für eine Fahrt, die laut Navi 36 Minuten dauern sollte. Naja mit einem während der Fahrt ausgehenden Auto, Baustellen, Stau, Suchen und Fahrten irgendwo im Nirgendwo wie bisher wäre ich so auf jeden Fall pünktlich gewesen. Ich fuhr also wie geplant um 10 Uhr los und war wie beschrieben um halb elf am Treffpunkt. Ja Mist. Was macht man denn in einer Stadt wie Mönchengladbach mitten in einem Wohngebiet? Nach langem hin und her entschied ich mich nach einem Bäcker zu suchen und mir einen Kaffee gegen meine Müdigkeit zu kaufen. Bestimmt könnte man sich auch dort gemütlich hinsetzen und die Zeit vertrödeln – ja weit gefehlt. Ich bin tatsächlich eine dreiviertel Stunde rumgelaufen und habe nach einer Bäckerei gesucht. Laut Google Maps waren auch viele in meiner Nähe aber jedes mal wenn ich intuitiv in eine Straße abgebogen bin, habe ich diese verfehlt. Leider konnte ich Maps nicht die ganze Zeit benutzen, weil ich meinen Akku sparen wollte. Naja dafür habe ich mir mal ein bisschen die Stadt angesehen.
Die restliche Zeit habe ich übrigens in meinem Auto mit rumliegen und versuchen ein Nickerchen zu halten, meinem Handy und in die Luft starren verbracht.
Die Location war wie gesagt sehr schnell und leicht gefunden und auch die Parkmöglichkeiten in der Umgebung waren nicht schlecht. In der Straße selber ist das Parken umsonst und es waren sogar noch ziemlich viele Parkplätze frei, sodass ich quasi vor der Tür halten konnte.

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Zuverlässigkeit
Auch in dieser Kategorie habe ich nichts auszusetzen. Alle erschienen wie vereinbart und auch die versprochenen Fotos erreichen mich in Lichtgeschwindigkeit.

Freundlichkeit
Eine lustige und verrückte Truppe war an diesem Tag dabei. Von Beginn des Shootings an wurde ich liebevoll umsorgt, mir wurde jeder einzelne Schritt erklärt, viele Beispielbilder und Arbeiten des Fotografen gezeigt (dadurch auch die Arbeit der Visa), es gab Snacks und Getränke und jede Menge Späßchen und Scherze. Es war wirklich eine angenehme Atmosphäre. Auch während dem Shooting selber wurde ich nicht einfach in der Luft hängen gelassen, gewollte Posen wurden genau erklärt und gezeigt und auch hier löste sich der ein oder andere Spruch von den Lippen. Auch wie bei meinen bisherigen Shootings mit Martha konnte ich mich in dieser Umgebung und mit diesen Leuten sehr wohlfühlen und während dem Shot.

Equipment
Von beiden Parteien, sowohl Lisa als auch den Fotografen war wirklich mehr als genug Equipment vorhanden. Ich hatte den Eindruck, dass es Lisa niemals an Pinseln und Make-Up fehlen kann, weil sie scheinbar für jeden Hauttyp die richtigen Sachen dabei hat und für jedes Thema passenden Lidschatten und Lippenstift. Bei den beiden Fotografen war es ähnlich von allen möglichen Objektiven über Accessoires und Deko bis hin zu Lampen war alles vorhanden. Zwischendurch konnten Objektive je nach gewünschter Einstellung gewechselt werden, ich erhielt eine Sonnenbrille und wurde sogar mit einer Nebel- und Windmaschine angepustet.

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Ergebnis
Wie bereits oben beschrieben waren sehr romantische und mädchenhafte Fotos gewünscht. Ähnlich wie bei meinem letzten Shooting mit Martha packte ich viele verschiedene Kleidchen und Jumpsuits ein – alles was ich in meinem Kleiderschrank zum Thema romantisch, Blümchen und Spitze finden konnte. Die Bilder sind echt toll geworden irgendwie anders als die bisherigen Fotos, die ich von mir habe.
Als ich meine beste Freundin um Rat gefragt habe, als ich mir Bilder aussuchen durfte sagte sie

Das sieht aus wie aus einem Modejournal

Na, wenn das mal kein Kompliment war.
Die Bearbeitung der Fotos verlief wie gesagt rasend schnell. Nur einige wenige Tage nach dem Shooting erreichte mich schon die erste Mail mit den ersten Fotos und Tag für Tag gibt es 1-2 neue Fotos in mehreren bearbeiteten Ausführungen. Aber nicht nur die Arbeit der Fotografen sollte man an dieser Stelle loben, sondern auch die Arbeit der Visa. Obwohl sie sich das Schminken selber beigebracht hat, beherrscht sie ihr Handwerk wirklich gut. Wie gesagt hatte sie genug Auswahl an verschiedensten Utensilien und auch ihre Pinselstriche saßen. Durch ihre Ausbildung zur Friseurin konnte sie auch meine Haare wundervoll herrichten und ich dachte mir

Wenn du jemals so nach einem Firseurtermin ausgesehen hättest, dann würdest du diese Termine wesentlich mehr genießen

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Fazit
Es war wirklich ein gelungenes Shooting und auch hier kann ich sowohl Fotograf, als auch Visa nur weiterempfehlen. Klickt euch mal durch ihre Seiten durch und taucht in wundervolle Fotos, verrückte Ideen und kreative Umsetzungen ein. Wenn ihr also auf nette Leute und unterhaltsame, entspannte und gut durchgeführte Shootings legt, seid ihr dort auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Alle strahlen nur so vor Kreativität und Einfallsreichtum aber auch die Umsetzung dieser Ideen wird gut gemacht.
Schaut euch die Fotos an und entscheidet selbst.

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Hair & Make-Up: Lisa Knape Makeup Artist
Photo & Retouch: Kuchtsbelichtung

 

 

 

 

Meine bisherigen Reviews findet ihr über Marei Photography/Make-Up Artist Mareike Thelen hier und über Victoria Lindt hier

Ein Geburtstagsgeschenk an mich selbst.

Ein Wochenende bei meinen Eltern und ich kann endlich wieder arbeiten. Der Umzug in meine neue Wohnung ist quasi abgeschlossen allerdings fehlt uns noch Kabelfernseh, Telefon und Internet, deswegen ist es auch hier in letzter Zeit ziemlich ruhig. Nun aber zu meinem eigentlichen, bereits angekündigtem Anliegen: mein Fotoshooting mit der lieben Martha von Marei Photography.
Das ganze war nun schon wirklich viel zu lange in Planung und scheiterte meistens an meinen finanziellen Mitteln. Doch Ende April entschloss ich mich endlich dazu und dachte mir

Das wird dein Geburtstagsgeschenk an dich selbst

Geburtstag habe ich zwar erst Ende diesen Monats, aber was soll’s. Ich werde auch diesen Post wieder in verschiedene Kategorien gliedern. Einen Vergleich zu einer anderen Fotografin könnt ihr hier ziehen.

Terminvereinbarung
Einen Termin hatten wir überraschenderweise schnell gefunden. Sogar ein Termin am Wochenende war ohne Probleme möglich – shooten wollten wir draußen. Nach einigen Tagen überbrachte Martha mir dann allerdings die „Schreckensnachricht“

Am Sonntag soll schlechtes Wetter werden

Nun musste ganz kurzfristig ein neuer Termin gefunden werden an dem sowohl ich, Martha und meine Stylistin Mareike Zeit hatten.
Dementsprechend war ein Wochenendtermin leider nicht mehr möglich. Nun kam es dazu, dass ich an einem Donnerstagabend nach der Arbeit direkt in die Eifel losgefahren bin. Wie der Zufall es so wollte kamen aber natürlich viel zu viele Dinge dazwischen – mein Auto wollte nicht anspringen, mein Bus hatte Verspätung etc.
Allgemein war es für mich dieses mal sehr einfach mit dieser Fotografin in Kontakt zu treten, da ich sie privat kenne und ihr deswegen einfach per Whatsapp schreiben konnte aber auch die Male zuvor war es immer unproblematisch – einfach per Facebook über ihre Seite schreiben und es klappt.
Besonders hervorheben möchte ich in dieser Kategorie ihre Initiative bezüglich des Wetterberichts und der schnellen Suche nach einem neuen Termin.

Anfahrt
Ich machte mich also am Donnerstagabend nach der Arbeit auf den Weg in die Heimat. Wie bereits erwähnt hatte ich einige Probleme dabei. Zunächst kam mein Bus zu spät, dann wollte mein Auto nicht anspringen und natürlich hatte ich Trecker und langsam fahrende Fahrer vor mir. Es lag also nicht an ihr, sondern einfach an meinem eigenen, persönlichem Unglück.
Ansonsten war die Anfahrt sehr einfach. Wir haben uns bei Mareike in Monschau getroffen und selbst, wenn ich den Weg nicht gekannt hätte, wäre es mit einem Navi ganz einfach zu finden gewesen.
Nachdem ich fertig geschminkt war, sind wir drei zusammen zu einer kleinen Kapelle gefahren. Es war wirklich eine traumhaft schöne Kulisse mit Blick über die ganze Stadt und wundervollem Sonnenuntergang-Zauberlicht.

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Zuverlässigkeit
Ich würde ihre und die von Mareike durchaus als sehr hoch bezeichnen. Sie sind beide sehr gut erreichbar und auch die Bearbeitung der Fotos erfolgte wie gewohnt schnell.

_N4A2458Freundlichkeit
Martha ist mir in der Zwischenzeit sehr ans Herz gewachsen. Man merkt ihr an, dass ihre Arbeit nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Leidenschaft ist und sie bei jedem Shooting mit eben dieser am Werk ist. Das war nun mein dritter Shootingtermin und ich habe den Eindruck, dass sie je mehr sie in ihrem Beruf gewachsen und professioneller geworden ist auch, umso mehr Freude daran entwickelt.
Bei Shootings mit ihr wird nicht nur fotografiert, sondern auch gescherzt und gelacht. Das Model wird umsorgt und sogar die vom Licht hervorgerufenen Tränchen werden mit einem Taschentuch aus den Augen gewischt. Ich kam mir in den paar Stunden tatsächlich vor wie ein richtiges Model, mit einer Fotografin, die mir Anweisungen gibt und einer Stylistin, die zu jeder Zeit angelaufen kommt um Haare und Kleidung zu richten. Alles in allem herrschte am ganzen Set eine tolle Atmosphäre in der ich mich wohlfühlen und so ohne Bedenken shooten konnte.

Equipment
Gut ausgerüstet zogen wir mit Kamera, Objektiven, Lichtformern und Wechselkleidung zu unserer Wahllocation los. Alles funktionierte einwandfrei. Mareike wurde kurzerhand für das Halten der Lichformer entfremdet, um so für das perfekte Licht auf den Fotos zu sorgen. Ich habe oben schon erwähnt, dass wir von Sonnenuntergang-Zauberlicht gesegnet waren.

Ergebnis
Wie bereits gesagt war es wirklich ein traumhaftes Shooting, indem ich umsorgt, modelliert und unterhalten wurde. Im Shooting enthalten waren 4 bearbeitete Fotos in schwarz-weiß und in Farbe, drei Outfits zum Wechseln und zusätzlich eine kostenlose Stylingberatung. Die Visagistin habe ich zusätzlich dazu gebucht und kann es jedem nur weiterempfehlen.

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vor der Bearbeitung
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nach der Bearbeitung

 

Fazit
Ihr vermutet wahrscheinlich schon wie mein Fazit ausfällt. Eine Fotografin und eine Visagistin, die ich in allem Maße weiterempfehlen kann. Mareike kannte ich nicht nur durch das Shooting, sondern auch schon von einem Auftrag für meine Formation bei der deutschen Meisterschaft im Videoclipdancing und auch damals waren wir alle schon sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. Als kleines Extra durfte ich mir sogar ein Foto mehr aussuchen und glaubt mir das war mir wirklich eine große Hilfe, denn bei den ganzen tollen Fotos viel mir die Wahl mehr als schwer. Was haltet ihr so von dem Ergebnis? Vor allem im Vergleich zum letzten Shooting über das ich euch berichtet habe?
Schaut euch doch mal auf den Seiten der beiden um und lasst euch überraschen und verzaubern. Einige von Marthas Fotos könnt ihr auch in meinen Posts wiederfinden. Ich bin gespannt, ob ihr das ein oder andere entdeckt.

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Ein Shooting unter einem schlechten Stern

Ich habe zu meinem Geburtstag im Mai einen Gutschein für ein Fotoshooting bei Victoria Lindt Photodesign bekommen. Wie ein kleines Kind an Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen habe ich mich drüber gefreut und habe schon bald versucht einen Termin zu machen. Nun ist es Ende Dezember und die bearbeiteten Fotos sind immer noch nicht bei mir angekommen.
Nun aber zu der eigentlichen Geschichte. Ich möchte euch hier meine Erfahrung mit dieser Fotografin und die Endergebnisse gerne zeigen.

Beginnen wir mit der Terminvereinbarung
An sich war das eine wirklich schwierige Angelegenheit, da ich sehr selten zu Hause bin und ich auf ihrer Internetseite keinerlei Öffnungszeiten finden konnte. Also habe ich einfach kurzerhand eine Mail geschrieben und bekam auch relativ schnell eine Antwort. Wir mögen uns doch bitte für jede weitere Klärung telefonisch unterhalten, sie würde mich anrufen. Ich wartete und wartete und wartete und irgendwann geriet es in Vergessenheit. Doch dann im September sah ich den Gutschein auf ein Mal wieder und wählte ihre Nummer. Zur Mittagszeit leicht erreicht (eine Seltenheit, dass ich dann zu Hause bin) konnten wir einen tollen Termin sogar an einem Samstag vereinbaren.

Anfahrt
Mit einem richtigen Navi womöglich nicht zu verfehlen, doch mit Google Maps habe ich mich tatsächlich anderthalb Stunden von einer Bahnstraße in die nächste verfahren. Ich konnte so oft versuchen die App neuzustarten wie ich wollte. Es funktionierte nicht. Letztendlich habe ich nach diesen anderthalb Stunden doch noch die richtige Route gefunden und kam an meinem Ziel an. Eine halbe Stunde unserer Shootingzeit war aber bereits vergangen und so mussten wir einen neuen Termin vereinbaren. Selber Schuld – blöd gelaufen. Ich hatte zwischendurch mehrfach versucht sie zu erreichen aber niemand ging ans Telefon. Sie sagte also, dass sie sich melden würde, schrieb sich meinen Namen und meine Telefonnummer auf und wollte am folgenden Tag anrufen.

Zuverlässigkeit
Der Sonntag verging und ich wartete und wartete und wartete mal wieder auf einen Anruf, der nicht kam. Mal wieder sagte sie, dass sie sich melden würde und tat es nicht also blieb mir nichts anderes übrig als ihr hinterher zu telefonieren. Ich weiß nicht woran das liegt, vielleicht weil ich einen Gutschein hatte und sie dementsprechend ihr Geld schon bekommen hat? Aber das ist eine bloße Vermutung, eine Unterstellung, die sich in einer dunklen Ecke meines Bewusstseins breit gemacht hat. Letztendlich erreichte ich sie doch und wir konnten einen neuen Termin vereinbaren – leider an einem Wochentag aber so ist es nun Mal. Wer den ersten Termin vergeigt, muss mit einem weniger guten zufriedensein. Ich habe mir also Urlaub genommen und mich wieder auf den Weg gemacht.

Freundlichkeit
Schon am Telefon kam sie mir leider sehr desinteressiert vor. Was die Stimme aus der dunklen Ecke gleich lauter werden lies. Die Stimmung zwischen uns war sowieso schon mies, weil ich sie beim ersten Termin habe hängen lassen und ich genervt war, weil sie sich nie meldete, wenn sie es versprach. Allgemein wirkte sie während dem Shooting und auch danach weiterhin desinteressiert, wenn nicht sogar unfreundlich, kalt und introvertiert. Vielleicht bin ich aber auch einfach verwöhnt, weil ich vorher immer Fotos bei einer befreundeten Fotografin gemacht habe und wir uns blendend verstehen.

Equipment
Irgendwie schien ihr Equipment nicht richtig funktionieren zu wollen. Ich weiß nicht, ob es lediglich eine Panne an diesem Tag war oder ob es generell schon Mal hakt. Für mich als „Model“ war es aber einfach blöd, dass sie andauernd zu einer Lampe hin laufen und überprüfen musste, ob sie dieses mal funktioniert. Es hakte das komplette Shooting durch und die Beleuchtung war dementsprechend nicht so gut, wie auf ihren anderen Fotos.

Nun aber zu dem wichtigsten:
dem Ergebnis
So sehr dieses Shooting auch unter einem schlechten Stern stand, die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Ihr Make-Up war wirklich wunderschön. Ich habe mich noch nie so schön geschminkt gesehen und mich auch noch nie so schön gefühlt. Sie hat mir viele Anweisungen für Posen gegeben, was ich als Laie auch super finde. Allerdings wirkte sie oft genervt, wenn etwas nicht so geklappt hat, wie sie wollte oder hat dauernd neu probiert, obwohl es nicht geklappt hat.
Aber die Fotos… die sind wirklich klasse. Ihr Handwerk beherrscht sie, das lässt sich nicht leugnen.
Drei Bilder konnte ich mir aussuchen, um diese bearbeiten zu lassen und ihr könnt mir glauben, dass mir das wirklich nicht leicht gefallen. Zumal ich zwei Fotos auf Poster drucken wollte, um sie meinem Freund zu Weihnachten zu schenken.

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ohne Bearbeitung

Fazit
Drei Wochen sollte die Bearbeitung der Fotos dauern und da ich ihr vorher extra gesagt habe, dass ich sie für Weihnachten bräuchte habe ich sie immer noch nicht. Ich habe ihr wieder Mails geschrieben und hinterher telefoniert, eine Nachricht auf ihrer Mailbox hinterlassen und Tage später zufällig wieder jemanden zur Mittagszeit erreicht. Die Bilder habe ich dann doch noch per Mail bekommen und das direkt am selben Abend noch. Per Post sind sie immer noch nicht da aber na gut das liegt vermutlich an der Weihnachtszeit und der Weihnachtspost.
Trotzdem finde ich sie äußerst schwer erreichbar und leider auch unzuverlässig, da sie mehrmals sagte sie würde mich zurückrufen es aber nie tat oder es so lange dauerte, dass ich selber die Initiative ergriffen habe.
ABER die Fotos sind umwerfend. Mehr bleibt dazu nicht zu sagen. Vielleicht die geborene Fotografin. Die Dame hinter der Kamera mit möglichst wenig Kommunikation zum Model. Wer also gerne tolle Fotos von sich haben will und nicht viel Wert auf tolle Gespräche oder lustige Pannen, Lacher und Blödelei zwischendurch legt ist bei ihr genau richtig und erhält wunderschöne Fotos.
Bedenkt dabei aber auch ihre Erreichbarkeit. Habt ihr also nicht vor diese Fotos schießen zu lassen, damit ihr sie nächsten Monat verschenken könnt, sondern wollt einfach schöne Fotos von euch haben? Dann lohnt sich ein Termin wirklich!

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nach der Bearbeitung
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ohne Bearbeitung

 

 

 

In diesem Sinne allen eine fröhliche Weihnachtszeit.

Die Grenze zwischen Bewertung und Rufmord

Als ich gerade gedanklich einen Post über eine Bewertung durchging kam mir die Frage in den Kopf: Wo ist die Grenze zwischen Bewertung und Rufmord?
Ich habe mich dafür mal etwas schlau gemacht. Laut Strafgesetzbuch wird Rufmord nach den §186 StGB (üble Nachrede) und §187 StGB (Verleumdung) geahndet. Nun also ein Mal die Grundkenntnisse für diesen Post:

§186 StGB üble Nachrede
Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Übersetzt bedeutet das so viel wie: Verbreitest du öffentlich Dinge über jemanden, die ihn schlecht dastehen lassen und du diese nicht nachweisen kannst, so kannst du mit einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Verbreitest du diese Geschichten dann auch noch schriftlich, wie zum Beispiel in einem Blog, dann kann die Haftstrafe sogar bis zu zwei Jahre dauern oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

§187 StGB Verleumdung
Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

In einfaches Deutsch übersetzt bedeutet das: Verbreitest du Lügen über jemanden, obwohl du weißt, dass sie nicht wahr sind und diese die Person in der Gesellschaft schlecht dastehen lassen, dann wirst du mit einer Haftstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Geschieht das ganze auch noch in einer größeren Menschenmasse, wie zum Beispiel in der Schulklasse oder schriftlich, wie in einem Blog, dann kann es dabei sogar bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe geben,

Soweit so gut. Ihr solltet im Allgemeinen bei einer Bewertung sowieso immer darauf achten eure persönlichen Gefühle nicht mit in diese einfließen zu lassen. Das ist nicht nur unangebracht, sondern auch unprofessionell. Natürlich könnt ihr eure Bewertung nach euren subjektiven Erfahrungen schreiben aber ihr solltet manche Dinge vermeiden.

No-Go’s

  • Schreibt auf keinen Fall eine Bewertung aus Rache, weil ihr zu lange auf ein Produkt gewartet habt. Ihr könnt eventuelle Lieferverzögerungen oder lange Wartezeiten natürlich in der Bewertung vermerken aber sie sollte trotzdem möglichst objektiv bleiben.
  • Eine negative Bewertung, weil es Probleme mit der Lieferung eines Freundes gab. Das ist wirklich unterste Schublade, denn bei euch gab es doch kein Problem? Habt ihr den Anbieter getestet? Für eine Bewertung zählen immer eigene Erfahrungen!
  • Schimpfwörter sind allgemein unangebracht aber ich hoffe das ist selbstverständlich.
  • Direkt die schlechteste Note zu vergeben, wenn ihr zum Beispiel bei einem Arzt unzufrieden wart. Ihr solltet euch nicht von euren Gefühlen überschwemmen lassen, sondern lieber mit der Bewertung einige Tage warten und dann überlegen, ob es nicht auch gute Seiten an der Behandlung gab? Und seien es nur Dinge wie die Einrichtung oder Erreichbarkeit.

Wie schreibe ich jetzt aber eine Bewertung, damit meine subjektive Meinung doch objektiv verpackt und rechtlich korrekt ist?
Go’s

  • Die Wahrheit liegt nun Mal im Auge des Betrachters aber ihr solltet bei der Wahrheit bleiben. Erinnert ihr euch an manche Dinge nicht mehr genau, so haben diese in der Bewertung nichts verloren.
  • Anstatt einer überzogenen ungenügenden Bewertung abzugeben, gebt doch lieber gar keine ab und vermeidet so die mögliche rechtliche Konsequenz für eventuelle Falsch-Aussagen gegen die der Beschuldigte sich schließlich laut StGB wehren kann und darf.
  • In einer optimalen Bewertung sollte keine eigene Wertung einfließen. Ja das klingt verrückt es handelt sich schließlich um eure subjektive Meinung aber ihr solltet nun mal objektiv bleiben. Ich persönlich finde das sehr schwierig, weil man mit Sätzen wie „Ich finde…“ und „meine Meinung ist…“ schon seine subjektiven Eindrücke einfließen lässt. Werdet ihr meine Rezensionen noch mal durchlesen, dann werdet ihr bestimmt solche Sätze finden.
  • Stets positive und negative Aspekte schildern. Das sagte ich auch schon bei den No-Go’s. Lasst euch nicht nur von den negativen Dingen beeinflussen lassen, sondern gut überlegen, ob es nicht auch positive Aspekte gab.
  • Schreibt nur, was ihr auch beweisen könnt. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, ist diese Regel wohl die wichtigste. Ihr könnt euch am besten vor unangenehmen Konsequenzen schützen, in dem ihr diese befolgt. Habt ihr keine Beweise greifen die Paragraphen des StGB, könnt ihr eure Bewertung aber belegen kann der Beschuldigte sich wehren und ihr wärt laut Gesetz trotzdem im Recht. Aber Achtung: dabei objektiv bleiben und nichts überziehen!
  • Vor der Bewertung den Anbieter kontaktieren und über das Problem aufmerksam machen. Wenn er nicht weiß, was ihr für ein Problem habt, dann kann er euch auch nicht helfen. Also fragt doch lieber vorher nach, wieso es zu Lieferverzögerungen kommt oder wieso der Vertretungsarzt euch manche Medikamente nicht verschreiben möchte. So könnt ihr gemeinsam eine Lösung finden und eventuell doch noch zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommen. Wer spricht, dem kann geholfen werden.

Am Besten gliedert ihr eine Bewertung in verschiedene Kriterien. Geht es zum Beispiel um ein Versandhaus bieten sich Kriterien wie Lieferzeit, Zahlungsmöglichkeiten, Rückgabemöglichkeiten, Qualität, Quantität etc. an. Ihr könnt sogar ein Notensystem einführen aber bedenkt dabei, dass die Note 6 einer nicht erbrachten Leistung gleichgestellt wird und das bedeuten würde, dass ihr von dem Versandhaus gar keine Leistung erhalten habt. Weder eine Lieferung, noch Zahlungsmöglichkeiten oder überhaupt Artikel. In der Regel ist das äußerst unwahrscheinlich.
Und denkt immer daran lieber keine Bewertung schreiben als eine falsche überzogene.

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Das Wort zum Nikolaus

Ich habe eben mein Nikolausgeschenk ausgepackt und selten etwas so tolles in meinen Händen gehalten. Wieso?
Nein es war nichts teures, kein Markenprodukt oder sonst irgendwas exklusives. Es war einfach eine DVD.
Annabelle und die fliegenden Rentiere

imageEine wundervolle Erinnerung aus meiner Kindheit. Damals (naja so lange ist es auch noch nicht her) habe ich keine einzige Ausstrahlung dieses Films im TV verpasst. Er kam mehrmals vor Weihnachten, doch dann irgendwann wurde er abgesetzt und seit dem habe ich jedes Jahr in Hoffnung auf eine erneute Ausstrahlung die Fernsehzeitungen durchforstet.
Könnt ihr also die Freude verstehen, die ich empfunden habe, als ich diesen Film in Händen gehalten habe?

Inhalt
In diesem Zeichentrickfilm geht es um den kleinen Billy und seine Kuh Annabelle. Billy kann aufgrund eines Traumas nicht mehr sprechen. Jedes Jahr zu Heiligabend schenkt der Weihnachtsmann hingegen den Tieren auf dem Bauernhof von Billys Opa die Fähigkeit zu sprechen.
Annabelle wünscht sich nichts sehnlicher als mit dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren fliegen zu können, doch als sie feststellt, dass Billy nicht sprechen kann schenkt sie ihm ihre Weihnachtsstimme.
Erst nachdem einige Jahre vergangen sind und Billy sich für Annabelle nichts sehnlicher wünscht als die Fähigkeit zu fliegen, erfüllt der Weihnachtsmann diesen Wunsch und verwandelt Annabelle in ein Rentier.

Animation
Der Film ist aus dem Jahre 1997 und die Zeichenqualität ist dementsprechend schlecht. Was meiner Meinung nach den Spaß am Film nicht mindert.

Aussage
Die „hidden message“ des Films ist wohl immer an seine Träume zu glauben, denn an Heiligabend gehen Wünsche in Erfüllung für alle die noch träumen können, egal ob groß oder klein.
Ganz gleich wie alt wir sind die Fähigkeit zu träumen verlieren wir nur, wenn wir das auch zulassen. Mit dem Erwachsenwerden vergessen wir diese Fähigkeit und unsere Träume werden bedeutungsloser. Wir Träumen von Dingen wie Geld und Ansehen und vergessen die wichtigeres. Wir vergessen unsere Fantasie und die Fähigkeit zu glauben.

Fazit
Auch, wenn die Zeichenqualität zu wünschen übrig lasst ist der Film doch ein Muss für alle Familien in der Weihnachtszeit. Ein Film mit viel Gefühl und Wünschen, der uns lehrt wie wichtig Freundschaft und die Fähigkeit zu glauben und zu träumen ist. Ein Film, der uns lehrt, dass Menschen mit Defiziten (Billys Sprachverlusst) keineswegs Außenseiter sein müssen sondern, dass diejenigen, die sich über sie lustig machen die eigentlich unglücklichen, einsamen Menschen sind.

In diesem Sinne nehmt euch mehr Zeit für eure Träume und Wünsche, denn wer weiß vielleicht gehen sie ja doch irgendwann in Erfüllung so verrückt sie auch sein mögen und selbst wenn es nicht so ist, so ist doch der Traum an sich Grund genug nicht den Glauben zu verlieren.

Fröhlichen Nikolaus euch allen.

Der Junge im gestreiften Pyjama

 

Es ist schwer eine Rezension über ein Buch ohne Klappentext zu schreiben, denn der Autor wollte wohl, dass der Leser ohne eine Vorahnung in dieses Buch eintauchen kann und nicht direkt von irgendwelchen Bewertungen und Vorahnungen beeinflusst wird, da es aber sogar eine Seite bei Wikipedia gibt, habe ich beschlossen diese Rezension doch zu schreiben.
Vor ein paar Tagen habe ich mir den Film zu dem Buch angesehen und bin immer noch total überwältigt von meinen Emotionen. Das ist definitiv der einzige Film, der noch besser ist als das Buch, auf dem er basiert.
Aber ein Mal auf Anfang. Ich habe dieses Buch ohne jegliche Vorahnung gekauft, weil ich einfach so interessiert daran war herauszufinden worum es geht. Ich habe mich also voll und ganz auf dieses Projekt eingelassen und habe wirklich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt im Buch nicht durchschaut in welcher Zeit es spielt. Klick machte es erst bei dem Wort Auswisch.

Inhalt
Erzählt wird der Roman von dem kleinen Bruno, der zunächst gar nicht begeistert davon ist, dass seine Familie von Berlin nach Auswisch zieht. Schließlich muss er aus seinem Haus und von seinen geliebten Freunden weg.
Im neuen Haus angekommen langweilt er sich sehr. Es gibt dort keine Kinder mit denen er spielen kann, sondern nur seine Schwester Gretel, die auf ein Mal total für einen Soldaten schwärmt und zu allem Ja und Amen sagt, was ihr Hauslehrer ihnen beibringt. Bruno versteht das alles nicht, wieso soll es Menschen geben, die an dem Untergang unserer Nation Schuld sind und was diese Menschen überhaupt getan haben? Irgendwie waren sie zu gut in allem aber der Lehrer sagt das stimme nicht.
Aus seinem Fenster kann er Leute sehen. Sie tragen alle gestreifte Pyjama. Wieso, fragt er sich und beginnt zu forschen. Er läuft am Zaun entlang und trifft dort einen Jungen. Schmuel trägt auch einen Pyjama und lebt auf der anderen Seite des Zauns. Die beiden Freunden sich an und treffen sich dort jeden Tag. Bis an einem Tag Schmuels Vater verschwindet und Bruno verspricht beim Suchen zu helfen.

So weit zum Inhalt. Ich war von vornherein von diesem Buch gefangen und konnte es kaum aus der Hand legen. Das lag nicht nur daran, dass ich herausfinden wollte worum es geht, sondern auch daran, dass es einfach wahnsinnig interessant und gut geschrieben war.
Zur Aufklärung: Bruno zieht mit seiner Familie nach Auschwitz, weil sein Vater der neue Leiter des KZ wird und Schmuel ist dort mit seiner Familie gefangen.
Eigentlich bin ich kein Fan von dieser Art Literatur, was vielleicht daran liegt, dass wir dieses Thema in der Schule wirklich ausgelutscht haben aber dieses Buch (ich kann mich nur wiederholen) war einfach sehr gut und hat mich vom Gegenteil überzeugt.

Ich hatte mir schon seit längerem überlegt etwas über dieses Buch zu schreiben und habe mir deswegen auch den Film dazu angesehen. Nun wusste ich schon, wie er ausgeht. Ich kannte das Ende und den Verlauf und trotzdem habe ich den halben Film durchgeweint. Selten wurden in einem Film Emotionen so hervorragend rübergebracht. Ich habe wirklich mitgefiebert und dachte Dinge wie: „Nein Bruno mach das nicht!“, „Man Bruno du kannst deinen Freund doch nicht so verraten!“. Ich war glücklich, gespannt, enttäuscht, traurig und verzweifelt, habe geweint und gelächelt. Dieser Film hat mir diese Zeit näher gebracht als alles, was wir jemals im Unterricht gemacht haben. Ich konnte viel besser verstehen, wie schlimm das ganze war.
Klar uns wurden immer Zahlen geliefert, die waren schlimm aber irreal und das alles war so weit weg, wieso sollte ich mich also lange damit beschäftigen? Nach diesem Film war es mir zum ersten Mal in meinem Leben unangenehm Deutsche zu sein. Ich habe mich regelrecht für meine Vorfahren geschämt.

Fazit
Nach zwei Tagen bin ich endlich soweit diese Rezension zu verfassen.
Sowohl Buch als auch Film bringen dem Leser diese Zeit sehr gut näher. Besonders toll fand ich, dass es aus der Sicht des achtjährigen Bruno erzählt wird, der das alles gar nicht versteht. Wir sollten die Dinge vermutlich öfter aus den Augen eines Kindes betrachten, damit wir verstehen wie sinnlos und verrückt sie sind. Wir sollten Anweisungen und Anpreisungen öfter hinterfragen, so wie Kinder es tun, um die Grausamkeit wahrzunehmen. Um zu erkennen, wie krank manche Sichtweisen sein können. Und um zu erkennen, wie schön das Leben doch ist, dass wir alle gleich sind und die gleichen Rechte haben.
Kinder achten nicht auf die Religion oder die Herkunft ihres Gegenübers, wenn sie jemanden mögen, dann mögen sie ihn, ganz gleich ob er nun Jude ist oder Muslim oder Christ. Eine Sache, die wir leider mit dem erwachsen werden verlernen, uns aber jeden Tag aufs neue bewusst machen sollten, denn niemand kann entscheiden in welches Land oder in welchen Glauben er hineingeboren wird.

Und was kommt dann?

Als ich heute an meinem Arbeitsplatz ankam, lag dort ein kleines, dünnes, schwarzes Buch, das ich noch in unseren Bestand einpflegen sollte.
Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod

Neugierig wie ich nun Mal bin, habe ich dann auch mal reingeschaut und war direkt von der ersten Seite an begeistert. Ich hatte noch nie ein Buch in der Hand, das so gut mit der Thematik Tod umgeht und ihn so gut Kindern darlegen kann.
Für sehr viele ist dieses Thema ja sowieso ein Tabu. In einigen Familien wird kaum darüber geredet oder es wird eben an einer bestimmten Sichtweise festgehalten. Viele christliche (gläubige) Familien erklären ihren Kindern die bekannte Sichtweise. Nach dem Tod folgt das Leben im Himmel und Gott ist ein großer Mann mit Bart, der in den Wolken sitzt. Viele Atheisten erklären es vielleicht so: Nach dem Tod gibt es kein Leben. Es wird einfach schwarz und das war es dann. Welche Sichtweise für jeden persönlich die richtige ist, muss jeder individuell entscheiden, denn man geht speziell mit diesem sensiblen Thema sehr subjektiv um.
Das tolle an diesem Buch ist nun, dass dort viele verschiedene Erklärungen aufgegriffen werden und nicht eine spezielle Richtung, als „das geschieht nach dem Tod“ dargelegt wird. Es zeigt sehr gut, dass jeder selber entscheiden muss, wie er mit dem Thema Tod umgehen muss. Jeder stellt sich anders vor, wie es ist. Manche denken wie gesagt es wird schwarz, andere denken es wird blau oder Gold. Vielleicht werden wir auch Wiedergeboren als Baum, Tier oder gar als Bratwurst?

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In vielen Rezensionen auf Amazon habe ich nun gelesen, dass Eltern dieses Buch für Kinder ungeeignet finden, da die Zeichnungen zu gruselig sind und es ein erschreckender Gedanke ist als Bratwurst zu enden. Es spendet keinen Trost. Ich finde es auch fragwürdig dieses Buch einem Kind zu schenken, das gerade einen Todesfall im Familien- oder Freundeskreis erlitten hat. Es wird wohl nie wieder Bratwürste essen aus Angst, es könne einen geliebten Menschen essen. Um seinem Kind aber allgemein einen Einblick in die Thematik Tod und Sterben zu geben, finde ich es aber absolut geeignet. Es kann schließlich nicht verkehrt sein, sich schon früh mit diesem Thema auseinanderzusetzen, denn schließlich kann es von heute auf Morgen einfach sein, dass der geliebte Opa nicht mehr da ist.
Zum Thema, die Bilder seien zu gruselig: Vor kurzem war erst Halloween. Ich bezweifle, dass alle Eltern, die eine Rezension dort geschrieben haben ihren Kindern verbieten am 31.10. Süßes oder Saures zu spielen und sich als Gespenst zu verkleiden. Habt ihr euch als Kind nie etwas „gruseliges“ angezogen euch im Flur in eine Ecke gestellt und seid dann rausgesprungen, als Mama um die Ecke kam, um sie zu erschrecken?