Das heilige Wort zum Sonntag

Da liegt man an einem gewöhnlichen Sonntag mit Sonntagsgammeloutfit und Dutt im Bett des eigenen Freundes und versucht sich „nur ganz kurz“ (ist doch klar) davon abzulenken, dass man eigentlich an der bald fälligen Hausarbeit arbeiten sollte. Nur mal schnell Instagram checken – mal sehen, was in den letzten Stunden neues interessantes hochgeladen wurde. Man herzt verschiedene Bilder und bleibt auf einmal bei einem Bild hängen. Es sind besonders in letzter Zeit viele dieser Bilder aufgetaucht. Bilder und darunter ein ganzer Blogpost über „Ghostfollower“. Ein seufzen rutscht mir über die Lippen und die Gedanken „Wie kann man sich nur so viele Gedanken darum machen? Wen interessiert das denn schon?“ machen sich in meinem Kopf breit, während die Kommentare fleißig gelesen werden.

Viele, ja wirklich sehr viele, dieser Bilder, Texte und Kommentare habe ich in letzter Zeit gesehen und jedes Mal frage ich mich, was man bei seinen Followern mit einem solchen Post erreichen will? Will man sie dazu überreden jedes Bild zu liken und zu kommentieren? „Wie unnötig“, denke ich mir und lege letztendlich das Handy wieder mit einem Kopfschütteln weg. Das Bild habe ich nicht geliked und kommentiert habe ich dazu auch nichts. Wieso? Weil ich mir von niemandem, dem ich folge vorschreiben lassen will, wie ich auf seine Posts reagieren soll.

Follower kommen und gehen. Die Interessen der Onlinegemeinschaft verändern sich in rasendem Tempo. An einem Tag sind Tiervideos noch total aktuell, am nächsten dann doch eher Fitnessposts. Nicht jeder kann immer Unmengen an Likes und Kommentaren bekommen, besonders nicht für jedes hochgeladene Bild. Bilder sind mal besser und mal schlechter, mal erwischt man zufällig die richtigen Ansprechpartner, mal eben nicht. Das Internet hilft uns dabei eine schier unbegreiflich riesige Masse an Menschen zu erreichen, sind wir also up-to-date, dann bekommt man viel Resonanz zurück, ist man es nicht… tja dann kriegt man sie nicht. Ist doch ganz klar. Aber nicht nur die gerade angesagten Trends machen einen Unterschied, auch der Zufall gerade die richtigen Follower zu finden.
Kann ich als Instagramler wirklich von meinen Millionen (ja schön wär’s) Followern erwarten jedes Bild zu liken, einen Kommentar abzugeben oder mich anders bemerkbar zu machen und dem Account bzw. seinem Ersteller genügend Aufmerksamkeit zu schenken? Kann ich nicht auch einfach Bilder liken, die ich gut finde und die, die mir nicht so gefallen nicht liken?

Follower kommen und gehen. Wenn mir ein Account nicht mehr gefällt, dann fliegt er raus. So ist das eben in der harten, gemeinen, rücksichtslosen Welt in der die Zahl an Likes und Followern den Marktwert bestimmt. Bringe ich es nicht, dann werde ich immer ein Niemand sein mit wenig Resonanz, bin ich entweder sehr gutaussehend oder poste die gerade aktuellen Sachen, dann bekomme ich viel Resonanz. Aufmerksamkeit und freundliche, zusprechende, geheuchelte Worte. Ich möchte allerdings nicht sagen, dass es auch Accounts gibt, die mit „wenigen“ Followern viel Rückmeldung bekommen. Freunde und Bekannte lassen schließlich immer wieder gerne mal einen Smiley oder ein, zwei nette Worte da. Aber müssen sie das immer tun? Müssen alle Follower bei jedem meiner Bilder Zuspruch oder Kritik ausdrücken? Manchmal ist mir dieses Gehabe wirklich unbegreiflich.

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Liebe Mit-Instagramler,
ein kurzes Wort, eure Arbeiten natürlich in Ehren gehalten! Entspannt euch doch mal ein bisschen. Likes, Follower, Resonanz von fremden Menschen ist schön und gut aber nur die halbe Miete. #like4like und #follow4follow hin oder her (verwende ich auch ganz gerne mal – Schande über mein Haupt) aber bitte lasst doch eure armen, treuen Begleiter reagieren, wie sie es wollen. Lasst sie liken, sich auskotzen und freuen und zwingt es ihnen nicht auf.
Kann man überhaupt kontrollieren, wer wie oft welche Art von Rückmeldung gegeben hat? Gebt ihr euch wirklich so viel Mühe? Verwendet ihr so viel Zeit eures Lebens damit zu versuchen das nachzuvollziehen? Muss ich wirklich gezwungen sein, immer meinen Senf abzugeben, jedes Bild zu liken und am besten noch zu kommentieren?

Puh. So jetzt habe ich hiermit für jeden dieser Posts, die ich in den letzten Wochen gesehen habe meine persönliche Rückmeldung gegeben. Wieder zurück zum Ernst des Lebens.

Peace ♡

 

 

 

 

Eine kurze Entschuldigung an dieser Stelle für dieses Bild mit unglaublich schlechter Qualität – auf die schnelle Auskotzerei habe ich kein besseres gefunden oder machen können. Nächstes Mal wird’s bestimmt wieder besser!

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2015 best nine

Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Es war ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen – so wie jedes Jahr. Bei Instagram gibt es zum Jahresabschluss mal wieder einen kleinen Trend „bestnineoninstagram“

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bestnine.com

Wie ihr seht habe ich es ein bisschen übertrieben in diesem Jahr.

Aber was sind denn eigentlich meine persönlichen Favoriten diesen Jahres? Momente, die vielleicht nicht unbedingt mit der Anzahl der Likes zusammenhängen, sondern mit ihrem Erinnerungswert? Welche Bilder haben mir am besten gefallen?

Hier sind sie also meine Top 9 Fotos aus meinem Instagramfeed!

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Zu jedem dieser Bilder kann ich eine kleine Geschichte erzählen, die ich euch natürlich zum Jahresende nicht vorenthalten will.

  1. Zu Besuch bei meinen Eltern und unserem Hund Blue. Ich kann euch sagen, ich liebe diesen Hund wirklich sehr. Er begleitet mich nun schon 12 Jahre und es wird tatsächlich niemals langweilig. Er ist mein bester Freund und treuster Begleiter aber wie die Zeit nunmal so spielt werden leider auch Tiere älter. Mit seinen 13 Jahren ist er leider nicht mehr der junge Hüpfer, wie er einmal war (auch, wenn er das gerne wäre). Er liebt es immernoch draußen zu spielen auch, wenn er danach immer humpelnd durch die Wohnung trottet. Seine Gelenke machen ihm leider immer mehr zu schaffen und jedes Mal, wenn ich meinen Besuch zu Hause beende erinnert Mama mich an das unausweichliche

    Es kann gut sein, dass ich dich demnächst anrufen muss, weil der Hund gestorben ist.

    Und genau deswegen liebe ich dieses Bild so sehr. Vor dem Hühnergehege rumtollen, die schmerzenden Gelenke vergessen und der verspielte, jungebliebene Hund sein, der er eigentlich ist.

  2. Ein weiterer spannender und aufregender Moment, den ich wohl nicht so schnell vergessen werde. Zusammen mit meiner Formation Special Edition haben wir nach gut einem halben Jahr Training auf der Westdeutschen Meisterschaft im Videoclipdancing den sechsten Platz in der Altersklasse Adults belegt. Ein Jahr zuvor noch löste sich unsere Gruppe, wegen der unterschiedlichsten Gründe, auf – Umzug, Studium, Arbeit, Zeitmanagment… die üblichen Erwachsenenprobleme eben. Doch im Dezember 2014 fanden wir wieder zusammen und starteten unser erstes Training. Leider war diese und der darauffolgende Deutschland Cup nun wirklich unser letztes gemeinsames Turnier aber gerade deswegen und wegen dieser unglaublich tollen, gemeinsamen Zeit, wird mir gerade diese Meisterschaft besonders in Erinnerung bleiben!
  3. Blue fährt zum ersten Mal in seinem Leben in den Urlaub. Nicht nur irgendein Urlaub – Nein! Zu Besuch in meiner WG. Vom Dorf mit den weiten Feldern, weit entfernten Häusern und wenig Verkehr in die Stadt. Nach einiger Planerei hat es sogar mit meinen und den Dienstzeiten meiner Mitbewohnerin hingehauen, dass immer jemand zu Hause und der Arme in dieser fremden Umgebung nicht alleine ist. Zusammen waren wir zum ersten Mal in seinem Leben Minigolfen und in einem Restaurant. Er hat zum ersten Mal einen Bus und viel Verkehr gesehen. Wir waren zum ersten Mal in seinem Leben in einem Park und sogar an der Leine lief er brav wie nie zuvor (schließlich darf er bei Spaziergängen zu Hause entlang der Wiesen an unserem Haus die meiste Zeit ohne Leine laufen).
  4. Im August diesen Jahres hat mein Bruder kirchlich geheiratet. Ich bin wohl die stolzeste kleine Schwester, die man sich vorstellen kann. In dem Moment als dieses Bild entstanden war, war die Zeremonie schon vorbei und meine Freudentränen bereits weggewischt. Alle drängelten sich zum Brautpaar um ihre Glückwünsche auszusprechen. Natürlich wollte ich auch ganz vorne dabei sein!
  5. Ich will auf jeden Fall auf die Blue Fire! Die ist richtig gut!

    Im strömenden Regen durch den Europapark klingt nicht so verlockend. Das dachte mein Freund wohl auch, als unser zweiter Tag dort so begann. Ich hingegen wollte mich nicht unterkriegen lassen! Einfach in die Regenjacke und ab ins Vergnügen. Wenn der Regen dann aber doch nach einigen Stunden in die Kleidung zieht und es immer kälter wird, vergeht selbst dem motiviertesten Menschen die Lust. Unsere letzten Fahrten waren deswegen die, auf die sich mein Freund schon seit unserer Anreise gefreut hat – die Blue Fire! Trotz anfänglicher mieser Laune und langen Wartezeiten sind wir ganze 3 Mal hintereinander gefahren. Direkt bei der ersten Fahrt ist dieses Bild entstanden und ich muss euch ganz ehrlich sagen… ich sehe auf diesem Bild fröhlicher aus, als ich eigentlich war. In diesem Moment liefen mir Tränen des Schrecks die Wangen runter und das, was aussieht wie ein Lachen ist wohl eher eine verzogene Grimasse. Solltet ihr also mal in den Europapark kommen, lasst euch eins gesagt sein! Das ist der Wahnsinn! Für alle Adrenalinjunkies ein Muss! (obwohl ich sagen muss, dass die Holzachterbahn noch einen ticken besser war).
    Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Ein Saunabesuch im Parkhotel nach einem anstrengenden und langen Achterbahntag ist ziemlich entspannend. Gönnt euch also wenigstens einmal im Leben diesen Luxus! Ich verspreche euch, dass ihr es nicht bereuen werdet.

  6. Ein Geburtstagsgeschenk an mich selbst. 
    Eine kurze Zusammenfassung: Nach langem Hin und Her überlegen, Kostenplanung und Terminverschiebung wegen Wetterproblemen, ist noch vor meinem Geburtstag dieses tolle Foto an einem sonnigen Abend in Monschau entstanden.
    Ich liebe jedes Bild, dass Martha von mir schießt aber dieses Shooting war ein besonderes. Ich hatte zum ersten Mal eine Visagistin dabei und fühlte mich wirklich wie ein richtiges Model. Es ist schon ziemlich verrückt, wenn auf einmal jemand angelaufen kommt und eine Haarsträhne richtet oder Tränchen aus den Augenwinkeln tupft.
    Die ganze Story könnt ihr nochmal ausführlich im Post nachlesen!
  7. Eins meiner Favoriten! Im Oktober habe ich bei Monsters&Sweets ein neues Tattoo bekommen. Vier Stunden lag ich dort während meine Vorlage langsam Gestalt annahm. Ob es weh tat? Hm ja aber nicht das Stechen selber, sondern mein Po vom liegen. Als ich meine Tättowiererin nach zweieinhalb Stunden dann doch um eine Pause bitten musste, schlug sie schon vor nur noch die Outlines fertig zu machen und den Rest auf einen anderen Termin zu verschieben. Als ich dann aber zu verstehen gab, dass ich nur mal kurze Zeit aufstehen muss, lachte sie

    Du bist echt überhaupt nicht schmerzempfindlich, kann das sein?

    Oh doch, dachte ich, eigentlich schon. Aber wie sagt man so schön, wer schön sein will muss leiden. Jedes Mal, wenn ich es mir angucke freue ich mich erneut darüber, wie toll es geworden ist und dass ich diesen Schritt gewagt habe. Nummer 4 heißt es nun und wann kommt Nummer 5?

  8. Eins meiner Lieblingsbilder aus meinem Lost Place Shooting und der Moment, in dem ich realisierte, dass mein naiver Kindheitstraum Wirklichkeit geworden ist. Model werden das wär’s doch.
  9. Miss Prinzessin auf der Erbse.
    Als meine Schwester noch in der Nähe gewohnt hat gehörten ihr zwei Katzen. Leider konnte sie diese aber nicht mit in ihre neue Wohnung geben und so sind die beiden Clowns bei meinen Eltern gelandet. Auf diesem Bild seht ihr nun Prinzessin Kimba (diesen Titel habe ich ihr verliehen, weil sie sich wirklich wie eine Prinzessin aufführt). Raus geht sie auf keinen Fall, weil dort das niedere Volk wartet. Sie bleibt also in ihrem Palast und winkt nur ab und zu mal am Fenster. Lediglich der Balkon ist für sie angemessen. Weit oben, ab vom Pöbel. Nachts schläft sie stehts nur im weichen Bett eines Palastbewohners (Meins um genau zu sein) und wehe man bewegt sich im Schlaf oder versucht die Decke etwas höher zu ziehen. Mit gerümpfter Nase und abfälligem Blick wird dann das Bett verlassen und erst nach einigen beleidigten Minuten wieder aufgesucht.
    Diese Katze hat mir die Liebe zu ihrer Art näher gebracht – vorher habe ich immer von mir behauptet eher ein Hundetyp zu sein aber nun kann ich das nicht mehr so leicht sagen. Mein Begrüßungskomitee an der heimischen Haustüre umfasst nun unseren Hund und Prinzessin Kimba. Trotz oder gerade wegen ihrem Verhalten ist sie einfach zu süß und genau das spiegelt dieses Bild so schön wieder.

Was waren eure schönsten Momente in diesem Jahr? Hinterlasst doch einen Kommentar mit einer kurzen Geschichte.

 

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und viel Glück im neuen Jahr!

Das möchte ich aber eigentlich nicht direkt preisgeben…

Seit zwei Wochen bin ich nun schon Studentin, in diesen beiden Wochen habe ich so viele neue Leute kennengelernt, viele neue Gesichter und Namen erfahren bzw. gesehen und in jeder neuen Unterhaltung höre ich mindestens einmal den Satz

„Das möchte ich aber erst mal nicht/nicht direkt preisgeben“

In jedem Gespräch vermittelt einer der Beteiligten immer, dass es etwas in seinem Leben gibt, mit dem er nicht bei jedem hausiert. In jedem Gespräch wird aufgeklärt was genau es ist und danach dieser Satz eingeschoben. Aber wieso tun wir das? Wieso verheimlichen wir diese (meist) banalen Dinge, wie

„Ich schaue Anime/bin Cosplayer“

„Ich habe einen Blog“

„Ich mache…“

Das sind doch alles scheinbar unwichtige Dinge, die nun mal Teil unseres Alltags und sogar Teil unserer Persönlichkeit sind. Vielleicht sogar ein Teil, der nicht mehr wegzudenken ist und ohne den wir nicht mehr leben wollen. Trotzdem unterliegen wir tagtäglich diesem Phänomen, das sich „soziale Erwünschtheit“ nennt. Dinge von denen wir denken, dass sie in unserem Umfeld vielleicht auf verwirrte Blicke und Ablehnung stoßen verheimlichen wir bis zu einem bestimmten Grad des Vertrauens oder bis es letztendlich schon zu spät ist und der Gesprächspartner unser kleines Geheimnis entlarvt hat.
Jeder einzelne von uns umgibt sich am liebsten mit Menschen, durch die wir Bestätigung in unserer Person und unseren Interessen erhalten. Das bedeutet nicht, dass wir bewusst nach diesen Menschen suchen aber wenn wir uns vor Augen führen, was den eigenen Freundeskreis ausmacht, wird sehr stark deutlich, dass in irgendeiner Form Interessen und Charaktereigenschaften übereinstimmen.

A: „Ich habe heute doch nichts für die Uni gemacht, meine Serien haben mich mal wieder in ihren Bann gezogen.“

B: „Das kann ich gut verstehen… mich auch aber ich glaube meine Serien sind etwas anders als deine.“

A: „Achja? Was guckst du denn grade?“

B: „Anime…“

Ich weiß, dass ich grade dieses Thema Anime oft als Beispiel nutze, es ist auch eins der klassischen Beispiele meines eigenen Alltags, bei dem verwirrte Blicke oder Ablehnung am häufigsten entsteht. In diesem Beispiel war ich tatsächlich besagte Person A und ich wusste bereits bei B’s erster Antwort von welche Art Serie er spricht. Ich kenne diese Unterhaltungen nämlich nur zu gut, dieses langsame Herantasten an den Gegenüber, das Herausfinden der Interessen und den Mut, dieses gut gehütete Geheimnis direkt preiszugeben, aufzubringen. Oh ja wirklich nur zu gut.

Die „soziale Erwünschtheit“, also der Grad Bestätigung, den wir in unserem Freundeskreis bzw. vermeintlichem Freundeskreis suchen, steht dann aber auch noch neben dem „ersten Eindruck“, den wir vermitteln. Es gibt niemanden, der keinen ersten Eindruck vermittelt und es gibt ebenso niemanden, der keinen ersten Eindruck wahrnimmt. Jeder von uns empfindet aufgrund verschiedenster Faktoren den eigenen Gegenüber entweder als sympathisch oder nicht, als ungepflegt oder gepflegt, als attraktiv oder unattraktiv etc. Das liegt nicht nur an der Person, die einem gegenübersteht, sondern auch an dem eigenen momentanen Befinden, der Umgebung und der allgemeinen Stimmung. Dieser erste Eindruck ist einer der wichtigsten Momente für zwischenmenschliche Beziehungen, da er viel zu schwer zu revidieren ist.
Sieht mich also jemand mit meinem „Attack on Titan“-Rucksack durch die Stadt laufen oder hört eine Unterhaltung von mir über Animes und ist dem ganzen abgeneigt, wird er auch von mir einen schlechten Eindruck haben. Mich vielleicht als Freak oder Nerd bezeichnen und kaum Interesse daran haben unsere Beziehung zu vertiefen. Was passiert aber, wenn ich es nicht so offensichtlich preisgebe? Was passiert, wenn mein Gegenüber einen anderen ersten Eindruck von mir gewinnt und erst später herausfindet, dass ich dieses Genre mag? Vermutlich wird er das ganze als eine meiner Interessen abstempeln und sich entweder nicht weiter dafür Interessieren oder nachhaken. Natürlich kann es auch dazu kommen nach dem ersten Eindruck Ablehnung zu erfahren und genau das ist der Moment in dem der Satz fällt

„Das erzähle ich aber nicht direkt jedem“

Die Stimme wird leiser und der Körper signalisiert Unsicherheit. Selbst dieser Satz signalisiert das. Wir versuchen damit das Gesagte irgendwie wieder gutzumachen und hoffen (möglicherweise unbewusst), dass der Gesprächspartner es vielleicht ja auch gar nicht richtig wahrgenommen hat. Wir versuchen unseren Eindruck wieder zu retten und keine Ablehnung zu erfahren. Wir versuchen unser Möglichstes um nicht in die Außenseiterrolle zu geraten, abgestempelt und abgeschoben zu werden. Gerade in diesen ersten Wochen, in der die Findung neuer Freunde oder Bekannter stattfindet, spielt die soziale Erwünschtheit so eine große Rolle. Haben sich Beziehungen erst einmal gestärkt, werden wir kaum noch ein Problem damit haben es preiszugeben, doch zu Beginn hüten wir es, wie einen Schatz.

Mittlerweile gehe ich offener mit meinen Interessen und den Dingen, die mir Spaß machen um – ich versuche es zumindest. Früher durfte niemand wissen, dass ich Animes geguckt habe. Selbst vor meinen Eltern habe ich das verheimlicht. Sobald jemand in mein Zimmer kam habe ich den Sender gewechselt oder den Internetbrowser geschlossen. Seht euch mal an wo ich jetzt bin – mein „Attack on Titan“-Rucksack ist eins meiner liebsten Stücke und eine Wand meines WG-Zimmers ziert eine Mangafigur, die ich mir habe malen lassen. Trotz allem möchte ich das nicht direkt preisgeben, aus Angst auf Ablehnung zu stoßen, das ist mir besonders in den letzten Wochen nochmal bewusst geworden. Ob das nun gut ist oder nicht liegt vermutlich an der eigenen Persönlichkeit und wie sehr man es aushält auf Ablehnung zu stoßen. Ist es einem wichtig, von vielen Leuten gemocht zu werden oder ist man stark genug nur mit wenigen auszukommen, muss letztendlich jeder für sich entscheiden und ausleben.

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Wichteln im Sommer, geht das überhaupt?

Wichteln kennt jeder von uns doch vor allem aus der Weihnachtszeit, doch einige Blogger haben sich gemeinsam entschlossen das ganze doch mal in einer anderen Jahreszeit zu machen, um so jedem eine kleine Freude zu machen. Ursprünglich war das ganze für den Frühling geplant, doch der Poststreik machte uns da einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Deswegen musste das ganze nun in den Juli verschoben werden.

SONY DSCZuvor erstellte jeder von uns seinen eigenen Wunschzettel, damit der Wichtel auch genau weiß, womit er dem Beschenkten eine Freude machen kann. Nachdem dann auch einige weitere organisatorische Dinge geklärt wurden und der Poststreik endlich hinter uns lag, konnten die ersten Päckchen verschickt werden. Und nun bin ich an der Reihe euch mein tolles Wichtelpaket vorzustellen

Die Wünsche auf meinem Wunschzettel waren ziemlich allgemein formuliert, was es meinem Wichtel garantiert nicht einfach gemacht hat – trotzdem konnte sie ein so tolles Wichtelgeschenk zusammenstellen.

 

SONY DSCDie Windlichter werde ich definitiv auf meinem kleinen Innenhof platzieren. Meiner Mitbewohnerin und mir fehlen nämlich dort sowohl Möbel, als auch Lichter und die Windlichter sind doch dafür ein toller Anfang. Besonders gut gefallen mir die vielen Schmetterlinge darauf. Ich kann mir gut vorstellen, wie schön das Licht drumherum aussieht. Die vielen Schmetterlinge werden im Licht der Flamme tanzen. Es wird toll das auszuprobieren.

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Oh ich liebe selbstgemachte Marmelade. Ich kaufe nie welche, sondern nehme mir immer ein oder zwei Gläser von meiner Mama mit. Selber habe ich aber noch nie welche gemacht und diese Varianten habe ich auch noch nie probiert. Sobald ich wieder glutenfreies Brot habe werde ich sie probieren. Sie klingen auf jeden Fall sehr lecker und so interessant, dass ich mich nicht entscheiden kann, welche ich zuerst öffnen soll.

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Natürlich fehlte auch für die Schönheit nichts im Päckchen. Der Nagellack reiht sich wirklich super in meine Sammlung ein, eine solche Farbe habe ich tatsächlich noch nicht.
Vielen Dank an meinen Wichtel für dieses tolle Paket und die vielen Überraschungen. In dem Berg an Verpackung und Zeitungspapier war es wirklich wie eine kleine Wundertüte – den Nagellack und den Lidschatten hätte ich beinahe übersehen.

Ein Geburtstagsgeschenk an mich selbst.

Ein Wochenende bei meinen Eltern und ich kann endlich wieder arbeiten. Der Umzug in meine neue Wohnung ist quasi abgeschlossen allerdings fehlt uns noch Kabelfernseh, Telefon und Internet, deswegen ist es auch hier in letzter Zeit ziemlich ruhig. Nun aber zu meinem eigentlichen, bereits angekündigtem Anliegen: mein Fotoshooting mit der lieben Martha von Marei Photography.
Das ganze war nun schon wirklich viel zu lange in Planung und scheiterte meistens an meinen finanziellen Mitteln. Doch Ende April entschloss ich mich endlich dazu und dachte mir

Das wird dein Geburtstagsgeschenk an dich selbst

Geburtstag habe ich zwar erst Ende diesen Monats, aber was soll’s. Ich werde auch diesen Post wieder in verschiedene Kategorien gliedern. Einen Vergleich zu einer anderen Fotografin könnt ihr hier ziehen.

Terminvereinbarung
Einen Termin hatten wir überraschenderweise schnell gefunden. Sogar ein Termin am Wochenende war ohne Probleme möglich – shooten wollten wir draußen. Nach einigen Tagen überbrachte Martha mir dann allerdings die „Schreckensnachricht“

Am Sonntag soll schlechtes Wetter werden

Nun musste ganz kurzfristig ein neuer Termin gefunden werden an dem sowohl ich, Martha und meine Stylistin Mareike Zeit hatten.
Dementsprechend war ein Wochenendtermin leider nicht mehr möglich. Nun kam es dazu, dass ich an einem Donnerstagabend nach der Arbeit direkt in die Eifel losgefahren bin. Wie der Zufall es so wollte kamen aber natürlich viel zu viele Dinge dazwischen – mein Auto wollte nicht anspringen, mein Bus hatte Verspätung etc.
Allgemein war es für mich dieses mal sehr einfach mit dieser Fotografin in Kontakt zu treten, da ich sie privat kenne und ihr deswegen einfach per Whatsapp schreiben konnte aber auch die Male zuvor war es immer unproblematisch – einfach per Facebook über ihre Seite schreiben und es klappt.
Besonders hervorheben möchte ich in dieser Kategorie ihre Initiative bezüglich des Wetterberichts und der schnellen Suche nach einem neuen Termin.

Anfahrt
Ich machte mich also am Donnerstagabend nach der Arbeit auf den Weg in die Heimat. Wie bereits erwähnt hatte ich einige Probleme dabei. Zunächst kam mein Bus zu spät, dann wollte mein Auto nicht anspringen und natürlich hatte ich Trecker und langsam fahrende Fahrer vor mir. Es lag also nicht an ihr, sondern einfach an meinem eigenen, persönlichem Unglück.
Ansonsten war die Anfahrt sehr einfach. Wir haben uns bei Mareike in Monschau getroffen und selbst, wenn ich den Weg nicht gekannt hätte, wäre es mit einem Navi ganz einfach zu finden gewesen.
Nachdem ich fertig geschminkt war, sind wir drei zusammen zu einer kleinen Kapelle gefahren. Es war wirklich eine traumhaft schöne Kulisse mit Blick über die ganze Stadt und wundervollem Sonnenuntergang-Zauberlicht.

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Zuverlässigkeit
Ich würde ihre und die von Mareike durchaus als sehr hoch bezeichnen. Sie sind beide sehr gut erreichbar und auch die Bearbeitung der Fotos erfolgte wie gewohnt schnell.

_N4A2458Freundlichkeit
Martha ist mir in der Zwischenzeit sehr ans Herz gewachsen. Man merkt ihr an, dass ihre Arbeit nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Leidenschaft ist und sie bei jedem Shooting mit eben dieser am Werk ist. Das war nun mein dritter Shootingtermin und ich habe den Eindruck, dass sie je mehr sie in ihrem Beruf gewachsen und professioneller geworden ist auch, umso mehr Freude daran entwickelt.
Bei Shootings mit ihr wird nicht nur fotografiert, sondern auch gescherzt und gelacht. Das Model wird umsorgt und sogar die vom Licht hervorgerufenen Tränchen werden mit einem Taschentuch aus den Augen gewischt. Ich kam mir in den paar Stunden tatsächlich vor wie ein richtiges Model, mit einer Fotografin, die mir Anweisungen gibt und einer Stylistin, die zu jeder Zeit angelaufen kommt um Haare und Kleidung zu richten. Alles in allem herrschte am ganzen Set eine tolle Atmosphäre in der ich mich wohlfühlen und so ohne Bedenken shooten konnte.

Equipment
Gut ausgerüstet zogen wir mit Kamera, Objektiven, Lichtformern und Wechselkleidung zu unserer Wahllocation los. Alles funktionierte einwandfrei. Mareike wurde kurzerhand für das Halten der Lichformer entfremdet, um so für das perfekte Licht auf den Fotos zu sorgen. Ich habe oben schon erwähnt, dass wir von Sonnenuntergang-Zauberlicht gesegnet waren.

Ergebnis
Wie bereits gesagt war es wirklich ein traumhaftes Shooting, indem ich umsorgt, modelliert und unterhalten wurde. Im Shooting enthalten waren 4 bearbeitete Fotos in schwarz-weiß und in Farbe, drei Outfits zum Wechseln und zusätzlich eine kostenlose Stylingberatung. Die Visagistin habe ich zusätzlich dazu gebucht und kann es jedem nur weiterempfehlen.

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vor der Bearbeitung
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nach der Bearbeitung

 

Fazit
Ihr vermutet wahrscheinlich schon wie mein Fazit ausfällt. Eine Fotografin und eine Visagistin, die ich in allem Maße weiterempfehlen kann. Mareike kannte ich nicht nur durch das Shooting, sondern auch schon von einem Auftrag für meine Formation bei der deutschen Meisterschaft im Videoclipdancing und auch damals waren wir alle schon sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. Als kleines Extra durfte ich mir sogar ein Foto mehr aussuchen und glaubt mir das war mir wirklich eine große Hilfe, denn bei den ganzen tollen Fotos viel mir die Wahl mehr als schwer. Was haltet ihr so von dem Ergebnis? Vor allem im Vergleich zum letzten Shooting über das ich euch berichtet habe?
Schaut euch doch mal auf den Seiten der beiden um und lasst euch überraschen und verzaubern. Einige von Marthas Fotos könnt ihr auch in meinen Posts wiederfinden. Ich bin gespannt, ob ihr das ein oder andere entdeckt.

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Wir sind nur so unzufrieden, wie wir uns selber machen.

Durchaus keine „Weisheit“, die auf alle Lebenslagen aber definitiv eine, die auf meine gestörte weibliche Wahrnehmung im Hinblick auf meine Figur zutrifft. Seit einigen Wochen gehe ich neben meinem normalen Training in der Tanzschule wieder regelmäßig mit einer Freundin ins Fitnessstudio. Eigentlich wollte ich meinen Vertrag kündigen, weil ich rundum sehr zufrieden mit meiner Figur und der zusammenhängenden Lebensweise war. Nun kam es aber so, dass wir bereits im Oktober 2013 uns zusammen angemeldet hatten aber nie wirklich zusammen trainieren waren. Damals war ich ein regelrechter Fitnessfanatiker. Ich trainierte jeden Tag, entweder im Fitnessstudio oder zu Hause. Das Minimum war damals zwei Stunden schwitzen am Stück. Natürlich sah man Erfolge aber glücklich war ich irgendwie trotzdem nicht. Ich hatte immer mehr an meiner Figur auszusetzen.
Der Po war nicht rund genug. Die Beine zu dick. Der Bauch und Rücken zu speckig. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, erscheint mir das ganze mehr als verrückt. Ich trage in Oberteilen Kleidergröße 34 und in Hosen 36. Von Natur aus habe ich sehr kräftige und muskulöse Beine, was durch das regelmäßige Tanztraining auch noch verstärkt wird. Meine Schwachstellen sind definitiv meine Arme. Die typischen Schwabbelarme der Frauen. Am Bauch zeichnete sich schon lange der Ansatz meiner Bauchmuskeln ab, naja man sieht, dass unter dem Speck welche sind.
Während dieser Phase habe ich so viele Dinge meines Lebens aufgegeben, die mir Freude bereiten und das nur, um in dieses perfekte Bild unserer doch ziemlich kranken Gesellschaft zu passen. Fit sein – Nein, wohl eher 0% Körperfett haben. Schon lange sage ich zu meinem Freund:

Ich habe lieber ein bisschen Speck auf den Hüften aber dafür eine weibliche Figur!

Es klang für mich selber oft nach einer Ausrede aber seitdem ich selber wieder ins Fitnessstudio gehe ist mir erst bewusst geworden wie viel Wahrheit dahinter steckte. Ich war in der Zeit, in der ich einfach aß, was ich wollte und Sport machte, wann ich es wollte so zufrieden mit meiner Figur, wie schon lange nicht mehr. Ich verbannte die schreckliche Waage vollkommen aus meinem Leben. Von ein-zweimal pro Tag wiegen wurde keinmal. Ganz ehrlich? Ich weiß nicht wie viel ich wiege und es interessiert mich auch nicht. Da stelle ich mich lieber vor den Spiegel und entscheide nach dem Anblick darin, ob ich mir gefalle oder nicht und nicht nach irgendwelchen Zahlen einer Waage. Wer regelmäßig Sport betreibt, versteht, dass diese Zahlen sowieso kaum eine Aussagekraft haben, denn

Muskeln wiegen mehr als Fett.

Man quält sich jeden Tag ins Fitnessstudio und wird einfach nicht leichter. Man ärgert sich und gibt letztendlich auf.
Seit einigen Wochen gehe ich wie gesagt wieder regelmäßig um besagte Freundin zu unterstützen. Vorhin stand ich vorm Spiegel und bemerkte erst gar nicht, wie ich direkt wieder anfing unzufrieden mit mir zu sein. Ich ärgerte mich darüber, dass meine Beine einfach nicht dünner werden, dass meine Waden und mein Bauch zu dick sind und die Knochen an den Schlüsselbeinen hat man auch schon mal besser gesehen. In dem Moment als mir klar wurde, was ich da eigentlich dachte, ärgerte ich mich nur noch über mich selbst. Ich ärgerte mich darüber, dass ich meinen Körper nicht mehr mochte. Ich ärgerte mich darüber, dass ich innerhalb dieser paar Wochen wieder unzufrieden war. Ich ärgerte mich darüber, dass ich wieder anfing zu überlegen was ich wann esse. Aber am meisten ärgerte ich mich darüber, dass ich mich so schnell von dieser fitnessbesessenen Gesellschaft beeinflussen lasse!

Zum Abschluss noch ein Foto, das dem Trend entspricht. Ein after-workout-selfie #nothighgapneeded

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Sorry for bad quality

P.S. Leben und leben lassen lautet die Devise. Mein Gott nichts gegen Fitnessfreaks. Es geht lediglich darum, dass eben nicht nur die Menschen akzeptiert werden, die in dieses Bild passen – Nein eben auch die, die keine Lust haben sich jeden Tag ins Fitnessstudio zu quälen und Sport zu machen, der ihnen eigentlich gar keinen Spaß macht. Es geht doch darum, jeden seine persönlich optimale Lebensweise zu finden und mit sich selbst im Einklang zu sein, ganz gleich ob mit abs oder ohne. Ein glückliches, gesundes Leben führen, ganz ohne diesen Fitnesszwang, das wäre doch schön.

Meine Klamotte und ich

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Ich hatte mir bei der Gründung dieses Blogs fest vorgenommen nichts über Kleidung zu schreiben, weil ich es selber nicht leiden kann, wenn mir jemand sagt, was schön aussieht und was man auf keinen Fall zusammen tragen kann. Ich entscheide selber, was ich wie anziehe und was mir in welcher Kombination gefällt.
Modeblogs gibt es in der Blogosphäre wie Sand am Meer. In diesem Post möchte ich euch aber nicht zeigen, welche Kleidung wie kombiniert gut aussieht und woher ich sie habe, sondern ich möchte euch Mut machen zu tragen was euch gefällt und wie es euch gefällt. So, dass ihr euch wohl fühlt. Findet euren eigenen Stil. In meinem ersten Post habe ich bereits eine Situation erläutert, in der ich eine damalige Freundin verlor, weil ich meinen Stil veränderte. Von Lappalien und dem möglichen Ende einer Freundschaft.  Dazu später mehr.
Eine Sache mal vorweg – ich bin nicht so eine Art Mädchen, die ihre Kleidung wechselt, nur weil sie von letzter Saison ist. Viele meiner Stücke habe ich bereits seit der 9. Klasse oder noch länger. Diese Stücke sind schon fast sieben Jahre alt (wow, mir fällt jetzt erst auf wie lange das schon her ist). Solange sie mir noch gefallen und noch nicht kaputt sind, wieso sollte ich sie also weg tun? Sind Kleidungsstücke nur verwaschen kann man sie ganz einfach wieder neu einfärben, weiße, mittlerweile gelblich gewordene Stücke, können gebleicht werden und im Handumdrehen hat man ein altes Stück wieder in ein neues verwandelt.

Nun aber zum Wesentlichen – mein Kleidungsstil. Bis vor kurzem war mir nicht mal bewusst, dass ich einen Stil habe. Ich trage einfach was mir gefällt und wie es mir gefällt. Meine Lieblingsjacke kann ich nicht mehr tragen, weil das Bordeauxrot der Jacke und das Kupfer meiner Haare sich beißt? So ein Blödsinn. Ein Volbeat und Rise Against Bandshirt passen nicht in den gleichen Kleiderschrank wir rosa Kleidchen und Blümchenshirts? Blödsinn. Als Frau kann man keinen Männerpulli tragen? Erst Recht Blödsinn.

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Jeder von uns hat mehr als nur eine Fassette und sollte die auch zeigen. Ich habe sehr lange gebraucht, um das zu verstehen und pendelte stehts zwischen dem girly und dem Wunsch alternativ und anders zu sein. Einige Jahre war meine Kleidung so und einige andere Jahre wieder anders. Die Klamotten, die nicht zum jeweils gewählten Stil passten wurden aussortiert oder ganz unten im Schrank verstaut. Doch mittlerweile habe ich begriffen, dass ich mich nicht für einen Stil entscheiden muss. Ich bin wer ich bin und zeige das durch die Kleidung die ich trage. Meine Kleidung zeigt, wie ich mich gerade fühle. Ganz gleich, ob es sexy, süß oder entspannt ist. Ich entscheide morgens, was ich anziehe nach meinem Gefühl. Habe ich keine Lust mir großartig Gedanken darum zu machen wird es eben ein schlabriger Kapuzenpulli und wenn ich den schönen weißen Strickpulli mit einer Jeansbluse drunter, geziert von einer Statement-Kette tragen will, dann wähle ich eben das.
Das einzige, was mich interessiert ist, ob ich mich in meiner Klamotte wohl und schön fühle. Wie ihr merkt verbinden mich und meine Kleidung wirklich eine bizarre Beziehung mit vielen Höhen und Tiefen.

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Laut meiner Mutter habe ich bereits mit anderthalb Jahren angefangen meine Kleidung selber auszusuchen. Mit 9 Jahren trug ich am liebsten meine pinkglitzernde Schlaghose und meinen pinken Rollkragenpullover. Ja ein richtiges Mädchen eben. Irgendwann machte ich eine Verwandlung durch und entschied mich gegen pink – es ging wieder zurück zu dem Mädchenstil und wieder vorwärts zu dem „Ich-hasse-pink“-Stil. Erst seit einem Jahr fühle ich mich wirklich bei mir angekommen. Erst seit einem Jahr erkenne ich mich wirklich in meiner Kleidung wieder. Erst seit einem Jahr habe ich das Gefühl mich nicht mehr verstellen und so kleiden zu müssen, wie andere es schön finden.
Ich möchte damit nicht sagen, dass ich auf die Meinung meiner Freunde keinen Wert lege um Gottes Willen aber die Gewichtung hat sich einfach anders verteilt. Die Zeit, in der die Kleidung bestimmte wer unsere beste Freundin ist, ist für mich einfach vorbei. Die Zeit, in der ich mich durch Leute beeinflussen ließ, die mich wegen meines veränderten Kleidungsstils nicht mehr mochten, ist für mich einfach vorbei. Ja ich höre viel eher auf mich selber, auf mein Bauchgefühl und meinen eigenen persönlichen Sinn für Schönheit.

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Langsam einen Fuß vor den anderen setzen.

Schritt für Schritt gefällt mir mein Blog immer besser. Schritt für Schritt traue ich mich immer mehr ihn vorzuzeigen, nicht nur in Bloggergruppen – NEIN, vor allem auch vor meinen Freunden und meiner Familie. Es war schon länger bei vielen bekannt, dass ich diesen Blog führe aber einen bewussten Schritt in die Richtung dazu zu stehen und stolz auf meine Arbeit sein zu können das begann erst so langsam als ich anfing meine Posts per Instagram Publik zu machen.
Das war an sich kein riesiger Schritt – eher ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Meine eigene Facebookpage zu veröffentlichen war eine ganz andere Nummer. Ich habe schon sehr lange darüber nachgedacht diesen Schritt zu wagen und für die meisten scheint es vielleicht auch gar kein bewegendes Erlebnis zu sein aber für mich ist es eine ganz andere Hausnummer ein Feedback von „Fremden“ zu bekommen oder von Leuten, die ich gut kenne. Es entstehen viel zu schnell Lästerein und fiese Tuscheleien. Es entstehen Gerüchte und Lauffeuer. Ich kenne meine Heimat sehr gut und weiß wie schnell so was geht. Wie schnell eine Einladung zum liken meiner Page zu einem Lauffeuer wird. Es bleibt nicht dabei, man schaut es sich vielleicht nicht mal an, nein man schreibt direkt der besten Freundin

Hast du schon gesehen?!

Ja ich kenne es doch selber und bin wahrscheinlich nicht viel besser. Vielleicht hatte ich deswegen so große Angst davor diesen Schritt zu gehen.

Das erstellen der Seite hat mir großen Spaß gemacht und auch die Gestaltung meines (nennen wir es mal) vorläufigen Logos. Ich habe viel Arbeit in alles investiert und bin total überrascht, meine Blogstatistik schien förmlich zu explodieren. So viele Leser hatte ich noch nie an einem einzigen Tag. Outlawedvogelfrei steckt eben immer noch in den Kinderschuhen und wie das eben bei Kindern so ist, gibt es noch viele Dinge die es lernen muss und mit seinen kurzen Beinchen kann es auch nur kleine Schritte vorwärts machen aber es macht sie und ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen werden.

Wieso mache ich mir überhaupt so viele Gedanken? Weil Leute, die ich sowieso nicht leiden kann hinter meinem Rücken schlecht über mich reden? Weil ich ihnen wieder einen Aufhänger liefern könnte? Könnte – JA genau das. Ich könnte einen liefern aber vielleicht auch nicht. Woher weiß ich das schon? Menschen brauchen immer etwas worüber sie sich unterhalten können. Sie brauchen immer jemanden über den sie sich unterhalten können. Möglicherweise, weil ihr eigenes Leben zu langweilig ist oder sie selber nichts erreicht haben. Wer weiß das schon. Wer weiß schon, was in den Köpfen der Menschen vor sich geht.

Also Welt hör‘ mich an! Ich bin Lena, 20 Jahre alt und das Gesicht hinter dem Blog outlawedvogelfrei.

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Mama warum sieht die Frau so komisch aus? – Sieh da bloß nicht hin!

Immer wieder begegne ich im Alltag und vor allem in meinem Beruf Kindern. Kinder, die die Welt nicht kennen und neue Dinge erst lernen müssen. Immer wieder begegne ich Eltern, die während sie mit ihren Kindern unterwegs sind anderen Dingen mehr Priorität geben und immer wieder begegne ich Kindern, die andere Menschen anstarren, Trauben bilden, auf jemanden zeigen und lachen. Die dazugehörigen Eltern oder Betreuer interessiert das scheinbar nicht. Sie unterhalten sich und beachten die Kinder nicht. Sie erklären ihnen nicht, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, die anders aussehen als sie. Die nicht „normal“ sind, etwas befremdlich wirken.
Vor einigen Wochen war ich im Rahmen meines Nebenjobs mit einem Mädchen, das ich betreue im Kino. Sie hat Trisomie 21.
Gleichzeitig waren einige Kinder, die scheinbar einen Kindergeburtstag feierten, ebenfalls dort. Es dauerte nicht lange bis sich eine Traube Kinder um uns bildete, sie anstarrten und einfach nicht gingen.

Was ist denn eigentlich Trisomie 21?
Trisomie 21 ist wohl besser bekannt unter dem Begriff Down Syndrom. Dieses Syndrom ist keine Krankheit, sondern ein genetischer Deffekt. Dazu müsst ihr wissen, dass unsere Erbinformationen auf sogenannten Chromosomen liegen. Von diesen Chromosomen besitzt jeder Mensch insgesamt 46 oder 23 Paar. Bei Menschen mit Trisomie 21 liegt das 21. Chromosom drei mal anstatt zweimal vor. Durch diesen Gendefekt kommt es zur Beeinträchtigung der körperlichen und gestige Entwicklung der Betroffenen.
Der Gendefekt weist ein typisches Erscheinungsbild auf. Die Betroffenen sind beispielsweise kleinwüchsig, sie haben ein rundes Gesicht und meist schrägstehende Augen, die Hände sind breit mit kurzen Fingern und die Zunge zu groß für den Mund, weswegen sie oft aus dem Mund herausragt.
Außerdem leiden die Betroffenen an einer individuell ausgeprägten Intelligenzminderung, wovon aber nur 8% als geistig behindert gelten.
Wenn ihr einen Menschen mit diesem Snydrom kennt, dann wisst ihr, dass sie zu den freundlichsten Menschen zählen. Ich kenne niemanden der immer so fröhlich und herzensgut ist. Ich kenne niemanden, der so viel lacht und an so vielen Dingen Freude hat. Auch das ist ein Symptom der Betroffenen.

Natürlich ist ihr Äußeres demnach für diese Kinder etwas unbekanntes aber es wäre die Aufgabe der Betreuer gewesen die Situation zu erklären. Für Kinder verständlich erklären, nicht zu sagen „Schau da nicht hin“ aber auch nicht mit dieser Missachtung zu reagieren. Ich glaube zwar nicht, dass das Mädchen, mit dem ich dort war die Situation verstanden hat aber es war trotzdem unangenehm und unmöglich. Es war ihr gegenüber verachtend und ungerecht.
Um sie nicht zu verwirren habe auch ich meinen Ärger geschluckt. Am liebsten aber hätte ich die Erwachsenen angesprochen.
Um solche Situationen nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Betroffenen in Zukunf vermeiden zu können eine Bitte an alle Eltern: bringt euren Kindern bei, dass nicht alle Menschen gleich sind und bitte, bitte, bitte sagt ihnen, dass gucken okay ist – sie sollen ja schließlich lernen – aber aus einer Entfernung und zum Teufel keine Gruppe Kinder sollte jemals ene Traube um einen Menschen bilden, der befremdlich für sie aussieht. Es hätte nur noch gefehlt, dass eins dieser Kinder auf sie gezeigt hätte und gerufen hätte: „Mama warum sieht die Frau so komisch aus?“

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Review: Hamburg

Erst mal wünsche ich allen nachträglich noch ein frohes neues Jahr. Ich hoffe ihr seid gut reingekommen und habt schön gefeiert.

Wie ich euch ja bereits gesagt habe war ich über Silvester mit meinem Freund in Hamburg, um dem ganzen Stress zu entfliehen. Das ist uns wirklich gelungen.
Nach dem ganzen Weihnachts- und Silvesterplanungsstress konnten wir also endlich einen Tag vor Silvester starten.
Das Angebot für das the Rilano haben wir über ab-in-den-Urlaub.de gefunden. Enthalten waren neben einem wundervollen Zimmer in einem 4-Sterne Hotel auch noch der hauseigene Wellness- und Fitnessbereich. So etwas könnten wir uns eigentlich wegen unseres Azubigehalts nicht mal einfach so leisten aber glücklicherweise wurde es auf dieser Webseite sehr günstig angeboten. Mit diesem Zimmer wären wir mehr als zufrieden gewesen, doch als wir nach fünf Stunden Autofahrt endlich ankamen, erhielten wir sogar ein kostenloses Upgrade von einem Standardzimmer auf ein Executivezimmer. Es war wundervoll. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Neben einem atemberaubenden Bett hatten wir sogar eine eigene Kaffeemaschine, eine Badewanne, eine Mikrowelle, Spüle und kostenlose Getränke in der Minibar.
Von unserem Zimmer hatten wir einen direkten Blick auf die Elbe. Bereits am ersten Tag konnten wir viele große Schiffe passieren sehen. Ich persönlich habe so etwas noch nie in der Realität gesehen und staunte jedes mal aufs Neue über die Größe.
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Wir hatten außerdem direkt am Hotel eine Anlegestelle für eine Fähre, die bis zu den Landungsbrücken St. Pauli übersetzt, d.h,wir waren nicht direkt in der Stadt, sondern in einem etwas weiter außen liegenden Teil namens Finkenwerder. Bei gutem Wetter konnten wir aber über den Fluss bis zur Stadt gucken.
Leider hatten wir am Silvestermorgen Pech mit dem Wetter. Es war am Wasser sowieso sehr kalt und windig, doch dann war es so neblig, dass wir nicht mal mehr die Mitte des Flusses sehen konnten.
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Allerdings hat dieser Nebel über dem Wasser auch etwas mysteriöses und schönes.
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Ich war zum ersten Mal in Hamburg und ich muss sagen, dass diese Stadt es mir wirklich angetan hat. Egal wo wir waren es war immer wunderschön. Es gab so viele kleine bezaubernde Ecken, alte Geschäfte, kleine Läden und schöne Plätze.
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Natürlich haben wir uns es bei unserem selbstgeleiteten Stadtrundgang nicht nehmen lassen zur berüchtigten Reeperbahn zu gehen. Ich wollte gerne bei Nacht dort hin aber unsere letzte Fähre fuhr zu früh, deswegen sind wir geblieben bis es dunkel war und haben die Zeit damit verbracht einige Cocktails in verschiedenen Bars zu schlürfen.
Überrascht hat mich diese Straße alle male. Im Fernsehen sieht es immer ganz anders aus. Nicht wegen der Menschenmassen, sondern allgemein vom Aufbau der Straße. Ich dachte nicht, dass sie so viel befahren wird und erst Recht nicht, dass am Beginn ein Schild hängt auf dem steht, dass Waffen verboten sind.
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Silvester selber haben wir dann wieder auf Finkenwerder verbracht und uns das Feuerwerk angeschaut, dass über der ganzen Stadt sichtbar war. Es war als würde es gar nicht mehr aufhören am Himmel zu leuchten.
SONY DSC SONY DSCNeujahr selber haben wir nur im Hotel verbracht und alle Vorzüge genossen, die wir hatten. Endlich mal einen Tag nur im Bett rumlümmeln und nichts tun. Keine Verpflichtungen haben und nirgendwo hingehen müssen.
Natürlich haben wir uns an unserem letzten Abend auch mal ein richtig gutes Essen gegönnt und im Hotelrestaurant gespeist. Viel zu teuer aber ich habe ewig nicht mehr so gut und ausgefallen gegessen.
Wie alle Urlaube ging aber auch dieser viel zu schnell vorbei aber wir haben jetzt schon beschlossen, dass wir irgendwann wieder hinfahren, um noch mehr zu entdecken, zu erleben und zu genießen.