Wenn Träume Wirklichkeit werden

IMG_9539-2Erinnert ihr euch noch an eure Kindheitsträume? Wolltet ihr vielleicht Superstar, Sänger oder Astronaut werden? Habt ihr auch davon geträumt etwas zu erreichen, dass scheinbar unerreichbar ist?

IMG_9522-3Ich habe immer davon geträumt Model zu werden. Auf großen Laufstegen zu sein, tolle Fotoshootings zu haben und natürlich weltberühmt zu sein. Nun ja ein wahrhaftig sehr unwahrscheinlich zu erreichender Traum. Dieser Traum ist aber nicht nur so unerreichbar, weil die Wahrscheinlichkeit ihn zu erfüllen viel zu gering ist – Nein! Er scheitert schon an einem winzigen Detail: meiner Größe.
Mit gerade mal 1,60m sind die Laufstege dieser Welt nicht nur unerreichbar, sie sind sozusagen in meiner Welt nicht existent.
Trotz allem liebe ich es vor der Kamera zu stehen, damals wie heute auch. Ich dachte mir immer, dass ich diesen Kindheitstraum aufgegeben habe. Dass ich irgendwann anfing zu realisieren, wie unmöglich das Alles ist und trotzdem bemerke ich jetzt, dass ich es doch nie vollkommen tat.

So ein Fotoshooting kostet viel Geld, deswegen habe ich immer lange darauf gespart, es mir zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken lassen oder mich selbst damit beschenkt.

IMG_9574-2Doch irgendwann kam der Moment, als für ein TfP-Shooting angeschrieben wurde.
Der Kindheitstraum, den ich tief in meinem Inneren verborgen hatte, flammte plötzlich wieder auf und so wurde mein Traum Wirklichkeit. Nun ja… nicht ganz! Ich würde mich auch heute nicht als „Model“ bezeichnen aber in einer gewissen Art und Weise hat sich mein Traum erfüllt.
Es schneite schließlich einige weitere Anfragen in meinen Facebook-Postfach, die ich mit großer Freude und Dankbarkeit las und beantwortete.

Auf den Fotos in diesem Post seht ihr die Ergebnisse meines letzten Shootings in einem Lost Place in Spa mit KMK-Fotografie. Ich habe mich schon einige Zeit für Lost Places begeistert und ich liebe lange Abendkleider. Die Vorstellungen des Fotografen und meine Eigenen kamen also sehr schnell überein. Allerdings war ich zu Beginn etwas skeptisch – mit einem fremden Fotografen in einem verlassenen Hotel? Klingt ziemlich gruselig.

IMG_9581-2Diese Skepsis wurde mir aber bereits zu Beginn genommen! Es war ein tolles Shooting in dem ich meinem Kindheitstraum wieder ein kleines Stück näher gekommen bin.
Ist es naiv daran zu glauben, dass Träume Wirklichkeit werden können? Oh Nein, gewiss nicht! Wenn man nur hart genug an sich arbeitet, wenn man fest genug daran glaubt, dann kann man seine Träume Wirklichkeit werden lassen!
Ich muss allerdings gestehen, dass mein Traum sich durch die harte Erkenntnis der Realität, sprich meiner Größe und den Anforderungen generell, etwas abgewandelt hat
aber würdet ihr mir nicht zustimmen, wenn ich behaupte

Mein Traum ist Wirklichkeit geworden!

 

 

Das Ziel ist doch letztendlich nichts weiter, als ein Zwischenstopp auf dem langen Weg des Lernens und Lebens!

Wie ich bereits sagte tue ich mich mit dem Begriff „Model“ sehr schwer. Ich habe noch viel zu lernen und zu erreichen, bis ich diesen Begriff auf mich anwenden möchte. Aber wie heißt es doch so schön: Man lernt niemals aus!

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Liebster Award.

LiebsterAward_3lilapplesWow, ich wurde von der Lieben natashaneverland für den Liebster Award nominiert. Folgt an dieser Stelle nicht eine Rede? Keine Sorge darauf bin ich nicht vorbereitet aber danke dafür. Ich hätte niemals damit gerechnet.

Der Liebster Award

Im Prinzip sind die Regeln zum Liebster Award ziemlich einfach:

  1. Verlinke die Person, die dich nominiert hat
  2. Beantworte alle 11 Fragen, die dir gestellt wurden
  3. Nominiere 11 weitere Blogs, die weniger als 200 Follower haben
  4. Denke dir selber 11 Fragen aus, die deine Nominierten beantworten müssen

Hier also meine Antworten auf die Fragen, die natashaneverland mir gestellt hat:

1. Wenn du für einen Tag in die Haut einer berühmten Person schlüpfen könntest, welche wäre es?
– Ich würde gerne nur ein einziges Mal in meinem Leben ein Model sein. Nennen wir sie Heidi Klum oder Gisele Bündchen. Wer es ist, ist mir eigentlich egal. Ich wäre gerne ein einziges Mal groß. Größer als diese winzigen 1,60m für die ich so oft geärgert werde. Nur für einen einzigen Tag mal die Luft schnuppern, die dort oben ist und nicht immer nur zwischen den Achseln der ganzen Leute rumlaufen. Ein Mal über alle anderen drüber hinwegsehen können – das wär’s doch.

2. Was siehst du, wenn du aus dem Fenster blickst?
– Ich habe aus meiner Wohnung einen wunderschönen Ausblick über einen ziemlich grünen Teil der Stadt. Jeden Sommer sehe ich die Bewohner der Nachbarhäuser auf ihren Dachterrassen und Balkonen und beneide sie, dass ich keins von beiden habe. Ich sehe den wunderbar gestalteten Garten meiner Nachbarn und das Krankenhaus, in dem mein Freund arbeitet. Im Winter kann ich sogar bis zu seiner Wohnung sehen.

3. Wovon hast du als letztes geträumt?
– Ich glaube es ging darum, dass mein Freund eine ganze Tafel Schokolade ohne mich gegessen hat und wir ich deswegen sehr entsetzt und zutiefst enttäuscht war. Meine Liebe zu Süßem ist wirklich tiefgehend…

4. Wenn dein Zimmer brennen würde, welche drei Gegenstände (keine Haustiere & Menschen) würdest du retten?
– Da mein Zimmer meine gesamte Wohnung ist, fällt mir die Entscheidung zu dieser Frage wirklich schwer. Mein gesamter Besitz befindet sich schließlich hier. Trotzdem entscheide ich mich für meinen Laptop, weil dort alle Fotos gespeichert sind, die in den letzten Jahren gemacht wurden, Pauly – mein allererstes Kuscheltier, weil einfach zu viele Erinnerungen und gemeinsame Stunden an ihm hängen und der letze Gegenstand wäre ein Bild, das meine Mutter für mich gemalt hat.

5. Was würdest du dir kaufen, wenn du für einen Tag unbegrenzt viel Geld zur Verfügung hättest?
– Ich würde mir definitiv einen Flug und ein tolles Hotel in Japan buchen. Damit würde sich einer meiner größten Wünsche erfüllen.

6. Welche Ziele möchtest du dieses Jahr noch erreichen?
– Meine Ausbildung würde ich gerne abschließen, mit einer Freundin zusammen in eine WG ziehen und am Ende des Jahres mit meinem Studium beginnen. Alles ist bereits in Arbeit. Für die Prüfung wird mehr oder weniger gelernt – ich meinte natürlich lerne ich sehr viel Mama –  eine geeignete Wohnung wird gesucht und die Bewerbungen sind soweit möglich abgeschickt. Alles in Allem sieht es bisher so aus als würde ich alle meine Ziele irgendwann erreichen.

7. Wenn du dir etwas wünschen könntest und es würde mit Sicherheit in Erfüllung gehen, was wäre es?
– Puh. Für diese Antwort kriege ich bestimmt eine Standpauke von meinem Freund gehalten aber ich würde mir wünschen, dass wir noch eine lange Zeit gemeinsam glücklich sein können. Tut mir leid, dass das so naiv klingt.

8. Welches Land möchtest du mal besuchen und weshalb?
– Wie bereits in Frage 5 erwähnt würde ich gerne nach Japan reisen. Mich interessiert die Kultur dort sehr. Ich würde mir gerne ein Bild davon machen, ob es stimmt, was man über dieses Land hört, die verschiedenen Orte sehen und von ihnen verzaubert werden und natürlich auch, weil es das Heimatland des Genres ist, das ich so liebe. Ich würde gerne all die Leute dort treffen, die Shops durchschauen und die „verrücktesten“ Dinge erleben. Irgendwie scheint es mir, im Gegensatz zu Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Ich will die verschiedenen Kulturen, die Heutige aber auch die Alte erkunden. Ich würde gerne einen Kimono tragen und unter einem Kirschbaum sitzen. Klingt ganz schön bescheuert.

9. Wenn du dich in diesem Moment an einen anderen Ort Zauber könntest, wo würdest du hin?
– Ich wäre gerne schon in meiner neuen Wohnung – natürlich wundervoll eingerichtet und renoviert. Ab Mai ist es endlich so weit. Ich ziehe mit meiner längsten Freundin in eine WG. Wuhu – tschüss langweilige Abende alleine, Hallo WG-Leben.

10. Was würdest du nie in deinem Leben tun?
– Das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich überlege nun schon sehr lange aber ich bin zu keiner richtigen Antwort gekommen. Alles was mir in den Sinn kam wurde direkt wieder beiseite geschoben. Eine Vogelspinne anfassen, weil ich große Angst vor Spinnen habe? Hm ja doch wieso nicht? Ich habe mir schon so oft gesagt

Das würdest du nie im  Leben machen

doch irgendwann hat man es eben doch gemacht. Ganz gleich ob es nun ein Besuch in einer Sauna oder das Rauchen einer Zigarette ist. Ich versuche in meinem Leben so viele Erfahrungen zu sammeln wir nur möglich und habe so schon viel zu viele peinliche Situationen erlebt und „das-würde-ich-nie-machen“-Situationen überlebt, dass mir ausser einem Gesichtstattoo oder einem Lippenteller echt nichts einfällt. Vielleicht stehe ich auch einfach auf dem Schlauch und der erste Kommentar reißt mich hinunter.

11. Welche Superkraft hättest du gerne?
– Diese Frage sehe ich in letzter Zeit erstaunlich oft auf diversen Internetseiten. Ich würde gerne die Elemente bändigen können (zählt das als Superkraft?). Dann wäre ich Avatar, die Herrin der Elemente. Die Legende von Lena.
Buch eins: Feuer – Ich war schon immer mehr interessiert an den Bösen, als an den Guten, ganz gleich, ob es in Buch, Serie oder Film war und Feuerkräfte sind schon ziemlich cool. Mir fällt gerade auf, dass viele Charaktere aus meinen liebsten Serien Feuerkräfte besitzen aber auch im realen Leben verzauberte es mich immer sehr. Die Wärme, die es ausstrahlt, das Flackern und die wunderschöne Farbe. Nicht umsonst habe ich mich jedes Jahr beim Kindermitmachzirkus für den Feuerkurs gemeldet.
Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, habe ich oft Ewigkeiten vor dem Kamin gesessen und den Flammen zugesehen und wenn ich jetzt in meiner Wohnung Kerzen anzünde, bleibt mein Blick allzu oft an den tanzenden Flammen hängen.
Buch zwei: Luft – Schon seitdem ich mich zurückerinnern kann, wollte ich fliegen können. Frei wie ein Vogel durch die Lüfte schweben und mich von den Winden tragen lassen. Das Fliegen fasziniert mich so sehr, dass ich sogar überlegte eine Ausbildung als Stewardes zu machen aber wie das Schicksal es so will – ich bin zu klein. Trotzdem fühle ich mich wie ein kleines Kind an Weihnachten, Geburtstag, Silvester, Ostern und Nikolaus zusammen, wenn ich in einem Flugzeug sitze. Es gab bisher keinen Flug, an dem ich nicht begeistert aus dem Fenster gesehen und zu meinem Sitznachbarn Dinge wie

Guck mal da!

Hast du die Berge gesehen?!

Da ist ja das Meer!

Oh wie schön die Wolken sind.

gesagt habe. An dieser Stelle entschuldige ich mich zutiefst dafür.
Buch drei: Wasser – In der Schule habe ich den Schwimmunterricht gehasst und ich war auch nie eine richtige Wasserratte aber was ich nie jemandem verraten habe ist die Reue, die ich jedes Mal empfand, wenn ich am Beckenrand saß. Ich starrte auf das Wasser im Schwimmbecken und wünschte mir ich könne darin schwimmen. Ich wünschte mir, ich hätte mir keine Ausrede einfallen lassen, wieso ich nicht teilnehmen kann. Ich wünschte mir ich könne die sachten „Wellen“ an meiner Haut spüren und mich schwerelos fühlen. Außerdem steht die Fähigkeit das Wasser zu beherrschen in vielen Geschichten für Heilfähigkeiten und das ist auch nicht schlecht.
Buch vier: Erde – Erde war mir immer ein bisschen zu männlich. An sich verbinde ich auch nichts mit diesem Material. Ich mache mich nicht gerne schmutzig oder wühle gerne draußen herum. Ich habe auch keine Fähigkeit dazu Zimmerpflanzen lange am Leben zu erhalten. Sogar meinen Kaktus habe ich innerhalb von zwei Jahren um die Ecke gebracht. Den grünen Daumen hat meine Mutter mir anscheinend nicht vererbt aber ich liebe die Natur, die uns umgibt. Es gibt nichts schöneres als das. Gleichzeitig birgt sich in ihr aber auch etwas unheimliches, unentdecktes und damit meine ich nicht die bösen Pollen, die mich jedes Jahr aufs Neue quälen – Nein ich rede von unberührter Natur. Ich denke an Wasserfälle, schöne (wenn auch gruselige) Wälder, Wiesen und weite Felder.

 

An dieser Stelle sollen eigentlich 11 weitere Blogs nominiert werden. Ich habe mich allerdings nur für drei entschieden, da diese mir wirklich gut gefallen. Die kleinen Blogs sind leider alle sehr unbekannt und deswegen ziemlich schwer zu finden.

Fliederglück

Bleu, Blanc, Rouge

schwarzbuntgestreift

 

Nun also zu meinen 11 Fragen. Ein böses Lachen folgt an dieser Stelle.

1. Wieso hast du dich für diesen Blogtitel entschieden?

2. Woher nimmst du deine Inspirationen für deine Posts? Hast du eine Muse?

3. Hast du neben dem Blog noch andere Hobbys?

4. Wer steckt hinter deinem Blog und was sollte man unbedingt über dich wissen?

5. Wieso hast du mit dem bloggen angefangen?

6. Was möchtest du auf jeden Fall noch erleben?

7. Liest du regelmäßig andere Blogs?

8. In welcher Epoche würdest du gerne leben, wenn du durch die Zeit reisen könntest?

9. Was war das außergewöhnlichste, das du bisher gemacht hast?

10. Welche ist deine liebste fiktive Figur?

11. Was bedeutet es für dich wirklich frei (vogelfrei) zu sein?

Langsam einen Fuß vor den anderen setzen.

Schritt für Schritt gefällt mir mein Blog immer besser. Schritt für Schritt traue ich mich immer mehr ihn vorzuzeigen, nicht nur in Bloggergruppen – NEIN, vor allem auch vor meinen Freunden und meiner Familie. Es war schon länger bei vielen bekannt, dass ich diesen Blog führe aber einen bewussten Schritt in die Richtung dazu zu stehen und stolz auf meine Arbeit sein zu können das begann erst so langsam als ich anfing meine Posts per Instagram Publik zu machen.
Das war an sich kein riesiger Schritt – eher ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Meine eigene Facebookpage zu veröffentlichen war eine ganz andere Nummer. Ich habe schon sehr lange darüber nachgedacht diesen Schritt zu wagen und für die meisten scheint es vielleicht auch gar kein bewegendes Erlebnis zu sein aber für mich ist es eine ganz andere Hausnummer ein Feedback von „Fremden“ zu bekommen oder von Leuten, die ich gut kenne. Es entstehen viel zu schnell Lästerein und fiese Tuscheleien. Es entstehen Gerüchte und Lauffeuer. Ich kenne meine Heimat sehr gut und weiß wie schnell so was geht. Wie schnell eine Einladung zum liken meiner Page zu einem Lauffeuer wird. Es bleibt nicht dabei, man schaut es sich vielleicht nicht mal an, nein man schreibt direkt der besten Freundin

Hast du schon gesehen?!

Ja ich kenne es doch selber und bin wahrscheinlich nicht viel besser. Vielleicht hatte ich deswegen so große Angst davor diesen Schritt zu gehen.

Das erstellen der Seite hat mir großen Spaß gemacht und auch die Gestaltung meines (nennen wir es mal) vorläufigen Logos. Ich habe viel Arbeit in alles investiert und bin total überrascht, meine Blogstatistik schien förmlich zu explodieren. So viele Leser hatte ich noch nie an einem einzigen Tag. Outlawedvogelfrei steckt eben immer noch in den Kinderschuhen und wie das eben bei Kindern so ist, gibt es noch viele Dinge die es lernen muss und mit seinen kurzen Beinchen kann es auch nur kleine Schritte vorwärts machen aber es macht sie und ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen werden.

Wieso mache ich mir überhaupt so viele Gedanken? Weil Leute, die ich sowieso nicht leiden kann hinter meinem Rücken schlecht über mich reden? Weil ich ihnen wieder einen Aufhänger liefern könnte? Könnte – JA genau das. Ich könnte einen liefern aber vielleicht auch nicht. Woher weiß ich das schon? Menschen brauchen immer etwas worüber sie sich unterhalten können. Sie brauchen immer jemanden über den sie sich unterhalten können. Möglicherweise, weil ihr eigenes Leben zu langweilig ist oder sie selber nichts erreicht haben. Wer weiß das schon. Wer weiß schon, was in den Köpfen der Menschen vor sich geht.

Also Welt hör‘ mich an! Ich bin Lena, 20 Jahre alt und das Gesicht hinter dem Blog outlawedvogelfrei.

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Mama warum sieht die Frau so komisch aus? – Sieh da bloß nicht hin!

Immer wieder begegne ich im Alltag und vor allem in meinem Beruf Kindern. Kinder, die die Welt nicht kennen und neue Dinge erst lernen müssen. Immer wieder begegne ich Eltern, die während sie mit ihren Kindern unterwegs sind anderen Dingen mehr Priorität geben und immer wieder begegne ich Kindern, die andere Menschen anstarren, Trauben bilden, auf jemanden zeigen und lachen. Die dazugehörigen Eltern oder Betreuer interessiert das scheinbar nicht. Sie unterhalten sich und beachten die Kinder nicht. Sie erklären ihnen nicht, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, die anders aussehen als sie. Die nicht „normal“ sind, etwas befremdlich wirken.
Vor einigen Wochen war ich im Rahmen meines Nebenjobs mit einem Mädchen, das ich betreue im Kino. Sie hat Trisomie 21.
Gleichzeitig waren einige Kinder, die scheinbar einen Kindergeburtstag feierten, ebenfalls dort. Es dauerte nicht lange bis sich eine Traube Kinder um uns bildete, sie anstarrten und einfach nicht gingen.

Was ist denn eigentlich Trisomie 21?
Trisomie 21 ist wohl besser bekannt unter dem Begriff Down Syndrom. Dieses Syndrom ist keine Krankheit, sondern ein genetischer Deffekt. Dazu müsst ihr wissen, dass unsere Erbinformationen auf sogenannten Chromosomen liegen. Von diesen Chromosomen besitzt jeder Mensch insgesamt 46 oder 23 Paar. Bei Menschen mit Trisomie 21 liegt das 21. Chromosom drei mal anstatt zweimal vor. Durch diesen Gendefekt kommt es zur Beeinträchtigung der körperlichen und gestige Entwicklung der Betroffenen.
Der Gendefekt weist ein typisches Erscheinungsbild auf. Die Betroffenen sind beispielsweise kleinwüchsig, sie haben ein rundes Gesicht und meist schrägstehende Augen, die Hände sind breit mit kurzen Fingern und die Zunge zu groß für den Mund, weswegen sie oft aus dem Mund herausragt.
Außerdem leiden die Betroffenen an einer individuell ausgeprägten Intelligenzminderung, wovon aber nur 8% als geistig behindert gelten.
Wenn ihr einen Menschen mit diesem Snydrom kennt, dann wisst ihr, dass sie zu den freundlichsten Menschen zählen. Ich kenne niemanden der immer so fröhlich und herzensgut ist. Ich kenne niemanden, der so viel lacht und an so vielen Dingen Freude hat. Auch das ist ein Symptom der Betroffenen.

Natürlich ist ihr Äußeres demnach für diese Kinder etwas unbekanntes aber es wäre die Aufgabe der Betreuer gewesen die Situation zu erklären. Für Kinder verständlich erklären, nicht zu sagen „Schau da nicht hin“ aber auch nicht mit dieser Missachtung zu reagieren. Ich glaube zwar nicht, dass das Mädchen, mit dem ich dort war die Situation verstanden hat aber es war trotzdem unangenehm und unmöglich. Es war ihr gegenüber verachtend und ungerecht.
Um sie nicht zu verwirren habe auch ich meinen Ärger geschluckt. Am liebsten aber hätte ich die Erwachsenen angesprochen.
Um solche Situationen nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Betroffenen in Zukunf vermeiden zu können eine Bitte an alle Eltern: bringt euren Kindern bei, dass nicht alle Menschen gleich sind und bitte, bitte, bitte sagt ihnen, dass gucken okay ist – sie sollen ja schließlich lernen – aber aus einer Entfernung und zum Teufel keine Gruppe Kinder sollte jemals ene Traube um einen Menschen bilden, der befremdlich für sie aussieht. Es hätte nur noch gefehlt, dass eins dieser Kinder auf sie gezeigt hätte und gerufen hätte: „Mama warum sieht die Frau so komisch aus?“

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Pah, Kinderkram!

Willkommen zurück im Alltag. Willkommen zurück im Berufsleben. Willkommen zurück im Stress. Der Urlaub ist jetzt seit zwei Wochen vorbei und ich bin wieder voll eingebunden in Arbeit, Schule und Uni-Bewerbungen. Ich fühle mich jetzt schon wieder Urlaubsreif…
Wenn ich auf meine To-Do Liste gucke wird mir glatt ein bisschen übel. Im April habe ich meine Abschlussprüfungen, d.h. lernen, lernen, lernen, lernen lernen, Berichtsheft schreiben und die Prüfungsanmeldung nicht vergessen, bis Ende März muss meine erste Uni-Bewerbung weg sein, ein Umzug muss geplant werden und dann kommen natürlich noch die alltäglichen Dinge, die erledigt werden müssen hinzu… einkaufen, putzen, Wäsche machen und irgendwann will ich auch noch ein Leben haben. Eine kurze Zeit meines Tages genießen und abschalten können, bevor es am nächsten Morgen wieder von vorne losgeht.

Die beste Möglichkeit „runterzukommen“ besteht definitiv bei meinem Freund. Abends zusammen sein, zu reden, zu lachen und den Alltag zu vergessen. Doch wenn er keine Zeit hat – wir sind nicht eins dieser Paare, das dauerhaft aufeinander hängt – dann muss ich meinen Abend alleine gestalten und eine eigene Möglichkeit der Entspannung finden.
Das erste was ich mache, wenn ich nach Hause komme ist meinen Laptop einzuschalten, nicht um zu sehen was es neues bei Facebook gibt, sondern um eine Serie weiterzuschauen. Selbst wenn ich nur eine Folge schaffe, so sind es doch 20 Minuten der Ablenkung. 20 Minuten, in denen man den Ärger der Arbeit und den Stress der Schule hinter sich lassen kann.

Nur was schaue ich dann am besten? Einige gucken gerne Breaking Bad, andere Game of thrones, ich bleibe dann doch eher bei Dingen wie Naruto, Code Geass, Bleach und Death Note.

Animes? Das ist doch Kinderkram.

Ja wir leben alle mit diesem Klischee. Doch es ist und bleibt nun mal nichts weiter als ein Klischee. Ein Klischee, dass sich so hartnäckig in unseren Köpfen hält. Ein ähnliches Klischee wie „alle Blondinen sind dumm“.
Natürlich verbinden wir dieses Genre auch mit Serien unserer Kinderzeit. Wir verbinden es mit deutschem oder englischem Zeichentrick. Der erste Anime eines jeden wird vermutlich Heidi gewesen sein. Ja man glaubt es kaum aber Heidi ist tatsächlich ein Anime.
Dieser Gedanke an Zeichentrick steckt so unglaublich fest in unseren Köpfen, dass wir uns gar nicht mehr auf eine neue Erfahrung einlassen. Ich muss gestehen zur Zeit wird dieses Genre sehr gehyped. Jeder scheint auf ein Mal ein riesen Fan davon zu sein und muss das auch unbedingt Preis geben. Es ist irgendwie eine Art Modephänomen. Ich bin nicht wirklich sicher, ob ich diese positive oder die altbekannte negative Ansicht besser finden soll. So oder so wird dieses faszinierende Genre zu einem Hipsterphänomen.

Natürlich wünsche ich mir, dass mehr Menschen den wirklich guten moralischen Hintergründen und Geschichten eine Chance geben. Denn ein Anime besteht nicht nur aus nackter Haut, Freizügigkeit oder Blümchen und Kindergeschichten. Es steckt oft so viel mehr dahinter, was von den meisten schon allein durch die Zeichnungen übersehen wird. Ein klassisches Beispiel dafür ist definitiv Naruto. Das jedoch jetzt alles vorzustellen würde zu weit führen, werde ich aber definitiv in einem späteren Post nachholen.
Also gebt neuen Dingen eine Chance und kommt von euren alten Denkweisen weg und bedenkt im Gegensatz zu einer Serie mit Schauspielern ist in einem Anime nichts unmöglich.

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Das Wort zum Nikolaus

Ich habe eben mein Nikolausgeschenk ausgepackt und selten etwas so tolles in meinen Händen gehalten. Wieso?
Nein es war nichts teures, kein Markenprodukt oder sonst irgendwas exklusives. Es war einfach eine DVD.
Annabelle und die fliegenden Rentiere

imageEine wundervolle Erinnerung aus meiner Kindheit. Damals (naja so lange ist es auch noch nicht her) habe ich keine einzige Ausstrahlung dieses Films im TV verpasst. Er kam mehrmals vor Weihnachten, doch dann irgendwann wurde er abgesetzt und seit dem habe ich jedes Jahr in Hoffnung auf eine erneute Ausstrahlung die Fernsehzeitungen durchforstet.
Könnt ihr also die Freude verstehen, die ich empfunden habe, als ich diesen Film in Händen gehalten habe?

Inhalt
In diesem Zeichentrickfilm geht es um den kleinen Billy und seine Kuh Annabelle. Billy kann aufgrund eines Traumas nicht mehr sprechen. Jedes Jahr zu Heiligabend schenkt der Weihnachtsmann hingegen den Tieren auf dem Bauernhof von Billys Opa die Fähigkeit zu sprechen.
Annabelle wünscht sich nichts sehnlicher als mit dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren fliegen zu können, doch als sie feststellt, dass Billy nicht sprechen kann schenkt sie ihm ihre Weihnachtsstimme.
Erst nachdem einige Jahre vergangen sind und Billy sich für Annabelle nichts sehnlicher wünscht als die Fähigkeit zu fliegen, erfüllt der Weihnachtsmann diesen Wunsch und verwandelt Annabelle in ein Rentier.

Animation
Der Film ist aus dem Jahre 1997 und die Zeichenqualität ist dementsprechend schlecht. Was meiner Meinung nach den Spaß am Film nicht mindert.

Aussage
Die „hidden message“ des Films ist wohl immer an seine Träume zu glauben, denn an Heiligabend gehen Wünsche in Erfüllung für alle die noch träumen können, egal ob groß oder klein.
Ganz gleich wie alt wir sind die Fähigkeit zu träumen verlieren wir nur, wenn wir das auch zulassen. Mit dem Erwachsenwerden vergessen wir diese Fähigkeit und unsere Träume werden bedeutungsloser. Wir Träumen von Dingen wie Geld und Ansehen und vergessen die wichtigeres. Wir vergessen unsere Fantasie und die Fähigkeit zu glauben.

Fazit
Auch, wenn die Zeichenqualität zu wünschen übrig lasst ist der Film doch ein Muss für alle Familien in der Weihnachtszeit. Ein Film mit viel Gefühl und Wünschen, der uns lehrt wie wichtig Freundschaft und die Fähigkeit zu glauben und zu träumen ist. Ein Film, der uns lehrt, dass Menschen mit Defiziten (Billys Sprachverlusst) keineswegs Außenseiter sein müssen sondern, dass diejenigen, die sich über sie lustig machen die eigentlich unglücklichen, einsamen Menschen sind.

In diesem Sinne nehmt euch mehr Zeit für eure Träume und Wünsche, denn wer weiß vielleicht gehen sie ja doch irgendwann in Erfüllung so verrückt sie auch sein mögen und selbst wenn es nicht so ist, so ist doch der Traum an sich Grund genug nicht den Glauben zu verlieren.

Fröhlichen Nikolaus euch allen.

Der Junge im gestreiften Pyjama

 

Es ist schwer eine Rezension über ein Buch ohne Klappentext zu schreiben, denn der Autor wollte wohl, dass der Leser ohne eine Vorahnung in dieses Buch eintauchen kann und nicht direkt von irgendwelchen Bewertungen und Vorahnungen beeinflusst wird, da es aber sogar eine Seite bei Wikipedia gibt, habe ich beschlossen diese Rezension doch zu schreiben.
Vor ein paar Tagen habe ich mir den Film zu dem Buch angesehen und bin immer noch total überwältigt von meinen Emotionen. Das ist definitiv der einzige Film, der noch besser ist als das Buch, auf dem er basiert.
Aber ein Mal auf Anfang. Ich habe dieses Buch ohne jegliche Vorahnung gekauft, weil ich einfach so interessiert daran war herauszufinden worum es geht. Ich habe mich also voll und ganz auf dieses Projekt eingelassen und habe wirklich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt im Buch nicht durchschaut in welcher Zeit es spielt. Klick machte es erst bei dem Wort Auswisch.

Inhalt
Erzählt wird der Roman von dem kleinen Bruno, der zunächst gar nicht begeistert davon ist, dass seine Familie von Berlin nach Auswisch zieht. Schließlich muss er aus seinem Haus und von seinen geliebten Freunden weg.
Im neuen Haus angekommen langweilt er sich sehr. Es gibt dort keine Kinder mit denen er spielen kann, sondern nur seine Schwester Gretel, die auf ein Mal total für einen Soldaten schwärmt und zu allem Ja und Amen sagt, was ihr Hauslehrer ihnen beibringt. Bruno versteht das alles nicht, wieso soll es Menschen geben, die an dem Untergang unserer Nation Schuld sind und was diese Menschen überhaupt getan haben? Irgendwie waren sie zu gut in allem aber der Lehrer sagt das stimme nicht.
Aus seinem Fenster kann er Leute sehen. Sie tragen alle gestreifte Pyjama. Wieso, fragt er sich und beginnt zu forschen. Er läuft am Zaun entlang und trifft dort einen Jungen. Schmuel trägt auch einen Pyjama und lebt auf der anderen Seite des Zauns. Die beiden Freunden sich an und treffen sich dort jeden Tag. Bis an einem Tag Schmuels Vater verschwindet und Bruno verspricht beim Suchen zu helfen.

So weit zum Inhalt. Ich war von vornherein von diesem Buch gefangen und konnte es kaum aus der Hand legen. Das lag nicht nur daran, dass ich herausfinden wollte worum es geht, sondern auch daran, dass es einfach wahnsinnig interessant und gut geschrieben war.
Zur Aufklärung: Bruno zieht mit seiner Familie nach Auschwitz, weil sein Vater der neue Leiter des KZ wird und Schmuel ist dort mit seiner Familie gefangen.
Eigentlich bin ich kein Fan von dieser Art Literatur, was vielleicht daran liegt, dass wir dieses Thema in der Schule wirklich ausgelutscht haben aber dieses Buch (ich kann mich nur wiederholen) war einfach sehr gut und hat mich vom Gegenteil überzeugt.

Ich hatte mir schon seit längerem überlegt etwas über dieses Buch zu schreiben und habe mir deswegen auch den Film dazu angesehen. Nun wusste ich schon, wie er ausgeht. Ich kannte das Ende und den Verlauf und trotzdem habe ich den halben Film durchgeweint. Selten wurden in einem Film Emotionen so hervorragend rübergebracht. Ich habe wirklich mitgefiebert und dachte Dinge wie: „Nein Bruno mach das nicht!“, „Man Bruno du kannst deinen Freund doch nicht so verraten!“. Ich war glücklich, gespannt, enttäuscht, traurig und verzweifelt, habe geweint und gelächelt. Dieser Film hat mir diese Zeit näher gebracht als alles, was wir jemals im Unterricht gemacht haben. Ich konnte viel besser verstehen, wie schlimm das ganze war.
Klar uns wurden immer Zahlen geliefert, die waren schlimm aber irreal und das alles war so weit weg, wieso sollte ich mich also lange damit beschäftigen? Nach diesem Film war es mir zum ersten Mal in meinem Leben unangenehm Deutsche zu sein. Ich habe mich regelrecht für meine Vorfahren geschämt.

Fazit
Nach zwei Tagen bin ich endlich soweit diese Rezension zu verfassen.
Sowohl Buch als auch Film bringen dem Leser diese Zeit sehr gut näher. Besonders toll fand ich, dass es aus der Sicht des achtjährigen Bruno erzählt wird, der das alles gar nicht versteht. Wir sollten die Dinge vermutlich öfter aus den Augen eines Kindes betrachten, damit wir verstehen wie sinnlos und verrückt sie sind. Wir sollten Anweisungen und Anpreisungen öfter hinterfragen, so wie Kinder es tun, um die Grausamkeit wahrzunehmen. Um zu erkennen, wie krank manche Sichtweisen sein können. Und um zu erkennen, wie schön das Leben doch ist, dass wir alle gleich sind und die gleichen Rechte haben.
Kinder achten nicht auf die Religion oder die Herkunft ihres Gegenübers, wenn sie jemanden mögen, dann mögen sie ihn, ganz gleich ob er nun Jude ist oder Muslim oder Christ. Eine Sache, die wir leider mit dem erwachsen werden verlernen, uns aber jeden Tag aufs neue bewusst machen sollten, denn niemand kann entscheiden in welches Land oder in welchen Glauben er hineingeboren wird.

Ein bisschen Landliebe liegt in der Luft

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Letztes Jahr bin ich aufgrund meiner Ausbildung in eine von meinem Dorf 30km entfernte Stadt gezogen. Es irritiert mich immer wieder aufs Neue, wie unterschiedlich die Luft hier riechen kann. Mal riecht sie total nach Abgasen, mal relativ rein aber grade roch sie zum ersten Mal nach Gülle. Meine Landei-Sensoren gingen sofort an und versuchten herauszufinden, woher dieser Geruch kam. Da ich aber im Industriegebiet der Stadt war, ist es mir unerklärlich. Verrückt, es fühlte sich irgendwie heimisch an diesen Geruch in der Nase zu haben. So eklig er auch sein mag, sind doch viele Erinnerungen mit ihm verbunden.

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Wie oft bin ich von der Schule, Bushaltestelle oder einer Freundin nach Hause gegangen und roch danach komplett nach Gülle. Wie oft bin ich durch unser Haus gelaufen und habe alle Fenster geschlossen, weil der Nachbarsbauer gerade über die Wiesen gefahren ist und damit der Geruch nicht reinzieht. Wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass ich meine Haare nach einem Spaziergang durch eine solche Duftwolke waschen und meine Kleidung, nur ein Mal getragen, in die Wäsche schmeißen musste. Jetzt zaubert dieser Geruch mir ein Lächeln auf die Lippen, weil es mich an all das erinnert. Es erinnert an unseren Hund, der sich so gerne im Mist gewälzt hat und aus dessen Fell der Geruch einfach nicht verfliegen wollte. Es erinnert mich an meine Familie, unseren Bauernhof, an mein Dorf und an alle Leute dort.
Vermutlich klingt das ganze total verrückt, denn schließlich ist das kein angenehmer Duft aber für mich als Landei ist es einfach ein Stückchen Heimat.

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Und was kommt dann?

Als ich heute an meinem Arbeitsplatz ankam, lag dort ein kleines, dünnes, schwarzes Buch, das ich noch in unseren Bestand einpflegen sollte.
Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod

Neugierig wie ich nun Mal bin, habe ich dann auch mal reingeschaut und war direkt von der ersten Seite an begeistert. Ich hatte noch nie ein Buch in der Hand, das so gut mit der Thematik Tod umgeht und ihn so gut Kindern darlegen kann.
Für sehr viele ist dieses Thema ja sowieso ein Tabu. In einigen Familien wird kaum darüber geredet oder es wird eben an einer bestimmten Sichtweise festgehalten. Viele christliche (gläubige) Familien erklären ihren Kindern die bekannte Sichtweise. Nach dem Tod folgt das Leben im Himmel und Gott ist ein großer Mann mit Bart, der in den Wolken sitzt. Viele Atheisten erklären es vielleicht so: Nach dem Tod gibt es kein Leben. Es wird einfach schwarz und das war es dann. Welche Sichtweise für jeden persönlich die richtige ist, muss jeder individuell entscheiden, denn man geht speziell mit diesem sensiblen Thema sehr subjektiv um.
Das tolle an diesem Buch ist nun, dass dort viele verschiedene Erklärungen aufgegriffen werden und nicht eine spezielle Richtung, als „das geschieht nach dem Tod“ dargelegt wird. Es zeigt sehr gut, dass jeder selber entscheiden muss, wie er mit dem Thema Tod umgehen muss. Jeder stellt sich anders vor, wie es ist. Manche denken wie gesagt es wird schwarz, andere denken es wird blau oder Gold. Vielleicht werden wir auch Wiedergeboren als Baum, Tier oder gar als Bratwurst?

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In vielen Rezensionen auf Amazon habe ich nun gelesen, dass Eltern dieses Buch für Kinder ungeeignet finden, da die Zeichnungen zu gruselig sind und es ein erschreckender Gedanke ist als Bratwurst zu enden. Es spendet keinen Trost. Ich finde es auch fragwürdig dieses Buch einem Kind zu schenken, das gerade einen Todesfall im Familien- oder Freundeskreis erlitten hat. Es wird wohl nie wieder Bratwürste essen aus Angst, es könne einen geliebten Menschen essen. Um seinem Kind aber allgemein einen Einblick in die Thematik Tod und Sterben zu geben, finde ich es aber absolut geeignet. Es kann schließlich nicht verkehrt sein, sich schon früh mit diesem Thema auseinanderzusetzen, denn schließlich kann es von heute auf Morgen einfach sein, dass der geliebte Opa nicht mehr da ist.
Zum Thema, die Bilder seien zu gruselig: Vor kurzem war erst Halloween. Ich bezweifle, dass alle Eltern, die eine Rezension dort geschrieben haben ihren Kindern verbieten am 31.10. Süßes oder Saures zu spielen und sich als Gespenst zu verkleiden. Habt ihr euch als Kind nie etwas „gruseliges“ angezogen euch im Flur in eine Ecke gestellt und seid dann rausgesprungen, als Mama um die Ecke kam, um sie zu erschrecken?

Über die Welt aus Kinderaugen

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Habt ihr schon mal dieses Strahlen in den Augen eines Kindes gesehen, wenn es etwas unbekanntes erkundet und etwas neues entdeckt? Und ist euch schon mal aufgefallen, wie sehr diese Begeisterung und dieses Strahlen mit der Zeit schwindet? Irgendwann kommen wir an den Punkt, an dem wir glauben alles gesehen zu haben, alles zu wissen – oder zumindest vieles bereits zu kennen. Irgendwann kommen wir an den Punkt, an dem wir uns über Kleinigkeiten nicht mehr so sehr freuen können. Dabei sind es doch grade die kleinen Dinge, die das Leben erst lebenswert machen.
Erfreut man sich an den kleinen Dingen im Leben, wie einer netten Geste, ein paar netten Worten oder einem kleinen Geschenk, das man zwar nicht gebrauchen kann aber zeigt, dass die Person an einen gedacht hat, dann wird das Leben an sich doch erst viel fröhlicher. Wir regen uns mit dem Alter einfach über viel zu viele Dinge auf. Wir gehen viel zu schnell an die Decke und sind von viel zu vielen Dingen viel zu schnell genervt. Das merkt man allein schon, wenn man durch die Stadt geht und die Autofahrer um sich herum beobachtet. Ist euch schon mal aufgefallen wie schnell da gehupt und geflucht wird wegen Kleinigkeiten? Ich wurde neulich angehupt als ich beim Linksabbiegen angehalten habe, um einen Fußgänger über die grüne Fußgängerampel zu lassen.

Eine Sache, die wir auch im Alter immer mehr verlernen ist die Kommunikation mit Menschen, die nicht unsere Sprache sprechen. Kinder schaffen das mit Gesten und können trotzdem miteinander spielen aber habt ihr mal Erwachsene erlebt, die in so einer Situation versuchen sich zu verständigen? Besonders schwierig wird das ganze, wenn man versucht mit einem Gehörlosen zu kommunizieren. Ich selber habe mal einen Kurs in Gebärdensprache belegt und bin der Meinung, dass viel zu wenige Leute die Gebärdensprache sprechen können – ist sprechen da der richtige Ausdruck? Leider ist das nun auch schon einige Jahre her und solche Kurse sind auch relativ teuer. Trotzdem sollten wir wohl versuchen die nonverbale Kommunikation mehr zu fördern und uns ein Beispiel an den Kindern nehmen, die ohne Vorurteile und Sprachbarrieren miteinander auskommen können.

Mir ist in den letzten Jahren ganz gravierend aufgefallen, wie sehr die Fantasie im Laufe der Jahre abnimmt. Ich konnte früher Bilder malen ohne groß drüber nachzudenken. Es war immer so als würde meine Fantasie einfach Sachen auf ein Papier bringen aber wenn ich mir heute noch mal vornehme zu zeichnen und dann vor einem leeren Blatt sitze, dann bleibt es meist auch leer. Mir geht dann nur eine Frage durch den Kopf: und was jetzt?
Als Kind habe ich mich immer gerne in Bücher hineinprojiziert, eine eigene Figur erstellt, die die Abenteuer im Buch miterlebt. Aber jetzt? Ich habe neulich noch mal einen solchen Versuch gestartet und es war als würde sich das ganze sehr weit weg abspielen und ich wäre „gar nicht wirklich am Geschehen beteiligt“. Wirklich schade, wie sehr diese Fähigkeit mit den Jahren schwindet. Auch, wenn ich jetzt hier sitze und schreibe habe ich manchmal eine echte Blockade. Dann habe ich einfach nicht genug Fantasie, um einen Text zu schreiben. Dabei wäre die Welt doch mit etwas mehr Fantasie und mit etwas mehr Begeisterung viel schöner.