Das heilige Wort zum Sonntag

Da liegt man an einem gewöhnlichen Sonntag mit Sonntagsgammeloutfit und Dutt im Bett des eigenen Freundes und versucht sich „nur ganz kurz“ (ist doch klar) davon abzulenken, dass man eigentlich an der bald fälligen Hausarbeit arbeiten sollte. Nur mal schnell Instagram checken – mal sehen, was in den letzten Stunden neues interessantes hochgeladen wurde. Man herzt verschiedene Bilder und bleibt auf einmal bei einem Bild hängen. Es sind besonders in letzter Zeit viele dieser Bilder aufgetaucht. Bilder und darunter ein ganzer Blogpost über „Ghostfollower“. Ein seufzen rutscht mir über die Lippen und die Gedanken „Wie kann man sich nur so viele Gedanken darum machen? Wen interessiert das denn schon?“ machen sich in meinem Kopf breit, während die Kommentare fleißig gelesen werden.

Viele, ja wirklich sehr viele, dieser Bilder, Texte und Kommentare habe ich in letzter Zeit gesehen und jedes Mal frage ich mich, was man bei seinen Followern mit einem solchen Post erreichen will? Will man sie dazu überreden jedes Bild zu liken und zu kommentieren? „Wie unnötig“, denke ich mir und lege letztendlich das Handy wieder mit einem Kopfschütteln weg. Das Bild habe ich nicht geliked und kommentiert habe ich dazu auch nichts. Wieso? Weil ich mir von niemandem, dem ich folge vorschreiben lassen will, wie ich auf seine Posts reagieren soll.

Follower kommen und gehen. Die Interessen der Onlinegemeinschaft verändern sich in rasendem Tempo. An einem Tag sind Tiervideos noch total aktuell, am nächsten dann doch eher Fitnessposts. Nicht jeder kann immer Unmengen an Likes und Kommentaren bekommen, besonders nicht für jedes hochgeladene Bild. Bilder sind mal besser und mal schlechter, mal erwischt man zufällig die richtigen Ansprechpartner, mal eben nicht. Das Internet hilft uns dabei eine schier unbegreiflich riesige Masse an Menschen zu erreichen, sind wir also up-to-date, dann bekommt man viel Resonanz zurück, ist man es nicht… tja dann kriegt man sie nicht. Ist doch ganz klar. Aber nicht nur die gerade angesagten Trends machen einen Unterschied, auch der Zufall gerade die richtigen Follower zu finden.
Kann ich als Instagramler wirklich von meinen Millionen (ja schön wär’s) Followern erwarten jedes Bild zu liken, einen Kommentar abzugeben oder mich anders bemerkbar zu machen und dem Account bzw. seinem Ersteller genügend Aufmerksamkeit zu schenken? Kann ich nicht auch einfach Bilder liken, die ich gut finde und die, die mir nicht so gefallen nicht liken?

Follower kommen und gehen. Wenn mir ein Account nicht mehr gefällt, dann fliegt er raus. So ist das eben in der harten, gemeinen, rücksichtslosen Welt in der die Zahl an Likes und Followern den Marktwert bestimmt. Bringe ich es nicht, dann werde ich immer ein Niemand sein mit wenig Resonanz, bin ich entweder sehr gutaussehend oder poste die gerade aktuellen Sachen, dann bekomme ich viel Resonanz. Aufmerksamkeit und freundliche, zusprechende, geheuchelte Worte. Ich möchte allerdings nicht sagen, dass es auch Accounts gibt, die mit „wenigen“ Followern viel Rückmeldung bekommen. Freunde und Bekannte lassen schließlich immer wieder gerne mal einen Smiley oder ein, zwei nette Worte da. Aber müssen sie das immer tun? Müssen alle Follower bei jedem meiner Bilder Zuspruch oder Kritik ausdrücken? Manchmal ist mir dieses Gehabe wirklich unbegreiflich.

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Liebe Mit-Instagramler,
ein kurzes Wort, eure Arbeiten natürlich in Ehren gehalten! Entspannt euch doch mal ein bisschen. Likes, Follower, Resonanz von fremden Menschen ist schön und gut aber nur die halbe Miete. #like4like und #follow4follow hin oder her (verwende ich auch ganz gerne mal – Schande über mein Haupt) aber bitte lasst doch eure armen, treuen Begleiter reagieren, wie sie es wollen. Lasst sie liken, sich auskotzen und freuen und zwingt es ihnen nicht auf.
Kann man überhaupt kontrollieren, wer wie oft welche Art von Rückmeldung gegeben hat? Gebt ihr euch wirklich so viel Mühe? Verwendet ihr so viel Zeit eures Lebens damit zu versuchen das nachzuvollziehen? Muss ich wirklich gezwungen sein, immer meinen Senf abzugeben, jedes Bild zu liken und am besten noch zu kommentieren?

Puh. So jetzt habe ich hiermit für jeden dieser Posts, die ich in den letzten Wochen gesehen habe meine persönliche Rückmeldung gegeben. Wieder zurück zum Ernst des Lebens.

Peace ♡

 

 

 

 

Eine kurze Entschuldigung an dieser Stelle für dieses Bild mit unglaublich schlechter Qualität – auf die schnelle Auskotzerei habe ich kein besseres gefunden oder machen können. Nächstes Mal wird’s bestimmt wieder besser!

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Wenn Träume Wirklichkeit werden

IMG_9539-2Erinnert ihr euch noch an eure Kindheitsträume? Wolltet ihr vielleicht Superstar, Sänger oder Astronaut werden? Habt ihr auch davon geträumt etwas zu erreichen, dass scheinbar unerreichbar ist?

IMG_9522-3Ich habe immer davon geträumt Model zu werden. Auf großen Laufstegen zu sein, tolle Fotoshootings zu haben und natürlich weltberühmt zu sein. Nun ja ein wahrhaftig sehr unwahrscheinlich zu erreichender Traum. Dieser Traum ist aber nicht nur so unerreichbar, weil die Wahrscheinlichkeit ihn zu erfüllen viel zu gering ist – Nein! Er scheitert schon an einem winzigen Detail: meiner Größe.
Mit gerade mal 1,60m sind die Laufstege dieser Welt nicht nur unerreichbar, sie sind sozusagen in meiner Welt nicht existent.
Trotz allem liebe ich es vor der Kamera zu stehen, damals wie heute auch. Ich dachte mir immer, dass ich diesen Kindheitstraum aufgegeben habe. Dass ich irgendwann anfing zu realisieren, wie unmöglich das Alles ist und trotzdem bemerke ich jetzt, dass ich es doch nie vollkommen tat.

So ein Fotoshooting kostet viel Geld, deswegen habe ich immer lange darauf gespart, es mir zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken lassen oder mich selbst damit beschenkt.

IMG_9574-2Doch irgendwann kam der Moment, als für ein TfP-Shooting angeschrieben wurde.
Der Kindheitstraum, den ich tief in meinem Inneren verborgen hatte, flammte plötzlich wieder auf und so wurde mein Traum Wirklichkeit. Nun ja… nicht ganz! Ich würde mich auch heute nicht als „Model“ bezeichnen aber in einer gewissen Art und Weise hat sich mein Traum erfüllt.
Es schneite schließlich einige weitere Anfragen in meinen Facebook-Postfach, die ich mit großer Freude und Dankbarkeit las und beantwortete.

Auf den Fotos in diesem Post seht ihr die Ergebnisse meines letzten Shootings in einem Lost Place in Spa mit KMK-Fotografie. Ich habe mich schon einige Zeit für Lost Places begeistert und ich liebe lange Abendkleider. Die Vorstellungen des Fotografen und meine Eigenen kamen also sehr schnell überein. Allerdings war ich zu Beginn etwas skeptisch – mit einem fremden Fotografen in einem verlassenen Hotel? Klingt ziemlich gruselig.

IMG_9581-2Diese Skepsis wurde mir aber bereits zu Beginn genommen! Es war ein tolles Shooting in dem ich meinem Kindheitstraum wieder ein kleines Stück näher gekommen bin.
Ist es naiv daran zu glauben, dass Träume Wirklichkeit werden können? Oh Nein, gewiss nicht! Wenn man nur hart genug an sich arbeitet, wenn man fest genug daran glaubt, dann kann man seine Träume Wirklichkeit werden lassen!
Ich muss allerdings gestehen, dass mein Traum sich durch die harte Erkenntnis der Realität, sprich meiner Größe und den Anforderungen generell, etwas abgewandelt hat
aber würdet ihr mir nicht zustimmen, wenn ich behaupte

Mein Traum ist Wirklichkeit geworden!

 

 

Das Ziel ist doch letztendlich nichts weiter, als ein Zwischenstopp auf dem langen Weg des Lernens und Lebens!

Wie ich bereits sagte tue ich mich mit dem Begriff „Model“ sehr schwer. Ich habe noch viel zu lernen und zu erreichen, bis ich diesen Begriff auf mich anwenden möchte. Aber wie heißt es doch so schön: Man lernt niemals aus!

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Wir sind nur so unzufrieden, wie wir uns selber machen.

Durchaus keine „Weisheit“, die auf alle Lebenslagen aber definitiv eine, die auf meine gestörte weibliche Wahrnehmung im Hinblick auf meine Figur zutrifft. Seit einigen Wochen gehe ich neben meinem normalen Training in der Tanzschule wieder regelmäßig mit einer Freundin ins Fitnessstudio. Eigentlich wollte ich meinen Vertrag kündigen, weil ich rundum sehr zufrieden mit meiner Figur und der zusammenhängenden Lebensweise war. Nun kam es aber so, dass wir bereits im Oktober 2013 uns zusammen angemeldet hatten aber nie wirklich zusammen trainieren waren. Damals war ich ein regelrechter Fitnessfanatiker. Ich trainierte jeden Tag, entweder im Fitnessstudio oder zu Hause. Das Minimum war damals zwei Stunden schwitzen am Stück. Natürlich sah man Erfolge aber glücklich war ich irgendwie trotzdem nicht. Ich hatte immer mehr an meiner Figur auszusetzen.
Der Po war nicht rund genug. Die Beine zu dick. Der Bauch und Rücken zu speckig. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, erscheint mir das ganze mehr als verrückt. Ich trage in Oberteilen Kleidergröße 34 und in Hosen 36. Von Natur aus habe ich sehr kräftige und muskulöse Beine, was durch das regelmäßige Tanztraining auch noch verstärkt wird. Meine Schwachstellen sind definitiv meine Arme. Die typischen Schwabbelarme der Frauen. Am Bauch zeichnete sich schon lange der Ansatz meiner Bauchmuskeln ab, naja man sieht, dass unter dem Speck welche sind.
Während dieser Phase habe ich so viele Dinge meines Lebens aufgegeben, die mir Freude bereiten und das nur, um in dieses perfekte Bild unserer doch ziemlich kranken Gesellschaft zu passen. Fit sein – Nein, wohl eher 0% Körperfett haben. Schon lange sage ich zu meinem Freund:

Ich habe lieber ein bisschen Speck auf den Hüften aber dafür eine weibliche Figur!

Es klang für mich selber oft nach einer Ausrede aber seitdem ich selber wieder ins Fitnessstudio gehe ist mir erst bewusst geworden wie viel Wahrheit dahinter steckte. Ich war in der Zeit, in der ich einfach aß, was ich wollte und Sport machte, wann ich es wollte so zufrieden mit meiner Figur, wie schon lange nicht mehr. Ich verbannte die schreckliche Waage vollkommen aus meinem Leben. Von ein-zweimal pro Tag wiegen wurde keinmal. Ganz ehrlich? Ich weiß nicht wie viel ich wiege und es interessiert mich auch nicht. Da stelle ich mich lieber vor den Spiegel und entscheide nach dem Anblick darin, ob ich mir gefalle oder nicht und nicht nach irgendwelchen Zahlen einer Waage. Wer regelmäßig Sport betreibt, versteht, dass diese Zahlen sowieso kaum eine Aussagekraft haben, denn

Muskeln wiegen mehr als Fett.

Man quält sich jeden Tag ins Fitnessstudio und wird einfach nicht leichter. Man ärgert sich und gibt letztendlich auf.
Seit einigen Wochen gehe ich wie gesagt wieder regelmäßig um besagte Freundin zu unterstützen. Vorhin stand ich vorm Spiegel und bemerkte erst gar nicht, wie ich direkt wieder anfing unzufrieden mit mir zu sein. Ich ärgerte mich darüber, dass meine Beine einfach nicht dünner werden, dass meine Waden und mein Bauch zu dick sind und die Knochen an den Schlüsselbeinen hat man auch schon mal besser gesehen. In dem Moment als mir klar wurde, was ich da eigentlich dachte, ärgerte ich mich nur noch über mich selbst. Ich ärgerte mich darüber, dass ich meinen Körper nicht mehr mochte. Ich ärgerte mich darüber, dass ich innerhalb dieser paar Wochen wieder unzufrieden war. Ich ärgerte mich darüber, dass ich wieder anfing zu überlegen was ich wann esse. Aber am meisten ärgerte ich mich darüber, dass ich mich so schnell von dieser fitnessbesessenen Gesellschaft beeinflussen lasse!

Zum Abschluss noch ein Foto, das dem Trend entspricht. Ein after-workout-selfie #nothighgapneeded

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Sorry for bad quality

P.S. Leben und leben lassen lautet die Devise. Mein Gott nichts gegen Fitnessfreaks. Es geht lediglich darum, dass eben nicht nur die Menschen akzeptiert werden, die in dieses Bild passen – Nein eben auch die, die keine Lust haben sich jeden Tag ins Fitnessstudio zu quälen und Sport zu machen, der ihnen eigentlich gar keinen Spaß macht. Es geht doch darum, jeden seine persönlich optimale Lebensweise zu finden und mit sich selbst im Einklang zu sein, ganz gleich ob mit abs oder ohne. Ein glückliches, gesundes Leben führen, ganz ohne diesen Fitnesszwang, das wäre doch schön.

Meine Klamotte und ich

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Ich hatte mir bei der Gründung dieses Blogs fest vorgenommen nichts über Kleidung zu schreiben, weil ich es selber nicht leiden kann, wenn mir jemand sagt, was schön aussieht und was man auf keinen Fall zusammen tragen kann. Ich entscheide selber, was ich wie anziehe und was mir in welcher Kombination gefällt.
Modeblogs gibt es in der Blogosphäre wie Sand am Meer. In diesem Post möchte ich euch aber nicht zeigen, welche Kleidung wie kombiniert gut aussieht und woher ich sie habe, sondern ich möchte euch Mut machen zu tragen was euch gefällt und wie es euch gefällt. So, dass ihr euch wohl fühlt. Findet euren eigenen Stil. In meinem ersten Post habe ich bereits eine Situation erläutert, in der ich eine damalige Freundin verlor, weil ich meinen Stil veränderte. Von Lappalien und dem möglichen Ende einer Freundschaft.  Dazu später mehr.
Eine Sache mal vorweg – ich bin nicht so eine Art Mädchen, die ihre Kleidung wechselt, nur weil sie von letzter Saison ist. Viele meiner Stücke habe ich bereits seit der 9. Klasse oder noch länger. Diese Stücke sind schon fast sieben Jahre alt (wow, mir fällt jetzt erst auf wie lange das schon her ist). Solange sie mir noch gefallen und noch nicht kaputt sind, wieso sollte ich sie also weg tun? Sind Kleidungsstücke nur verwaschen kann man sie ganz einfach wieder neu einfärben, weiße, mittlerweile gelblich gewordene Stücke, können gebleicht werden und im Handumdrehen hat man ein altes Stück wieder in ein neues verwandelt.

Nun aber zum Wesentlichen – mein Kleidungsstil. Bis vor kurzem war mir nicht mal bewusst, dass ich einen Stil habe. Ich trage einfach was mir gefällt und wie es mir gefällt. Meine Lieblingsjacke kann ich nicht mehr tragen, weil das Bordeauxrot der Jacke und das Kupfer meiner Haare sich beißt? So ein Blödsinn. Ein Volbeat und Rise Against Bandshirt passen nicht in den gleichen Kleiderschrank wir rosa Kleidchen und Blümchenshirts? Blödsinn. Als Frau kann man keinen Männerpulli tragen? Erst Recht Blödsinn.

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Jeder von uns hat mehr als nur eine Fassette und sollte die auch zeigen. Ich habe sehr lange gebraucht, um das zu verstehen und pendelte stehts zwischen dem girly und dem Wunsch alternativ und anders zu sein. Einige Jahre war meine Kleidung so und einige andere Jahre wieder anders. Die Klamotten, die nicht zum jeweils gewählten Stil passten wurden aussortiert oder ganz unten im Schrank verstaut. Doch mittlerweile habe ich begriffen, dass ich mich nicht für einen Stil entscheiden muss. Ich bin wer ich bin und zeige das durch die Kleidung die ich trage. Meine Kleidung zeigt, wie ich mich gerade fühle. Ganz gleich, ob es sexy, süß oder entspannt ist. Ich entscheide morgens, was ich anziehe nach meinem Gefühl. Habe ich keine Lust mir großartig Gedanken darum zu machen wird es eben ein schlabriger Kapuzenpulli und wenn ich den schönen weißen Strickpulli mit einer Jeansbluse drunter, geziert von einer Statement-Kette tragen will, dann wähle ich eben das.
Das einzige, was mich interessiert ist, ob ich mich in meiner Klamotte wohl und schön fühle. Wie ihr merkt verbinden mich und meine Kleidung wirklich eine bizarre Beziehung mit vielen Höhen und Tiefen.

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Laut meiner Mutter habe ich bereits mit anderthalb Jahren angefangen meine Kleidung selber auszusuchen. Mit 9 Jahren trug ich am liebsten meine pinkglitzernde Schlaghose und meinen pinken Rollkragenpullover. Ja ein richtiges Mädchen eben. Irgendwann machte ich eine Verwandlung durch und entschied mich gegen pink – es ging wieder zurück zu dem Mädchenstil und wieder vorwärts zu dem „Ich-hasse-pink“-Stil. Erst seit einem Jahr fühle ich mich wirklich bei mir angekommen. Erst seit einem Jahr erkenne ich mich wirklich in meiner Kleidung wieder. Erst seit einem Jahr habe ich das Gefühl mich nicht mehr verstellen und so kleiden zu müssen, wie andere es schön finden.
Ich möchte damit nicht sagen, dass ich auf die Meinung meiner Freunde keinen Wert lege um Gottes Willen aber die Gewichtung hat sich einfach anders verteilt. Die Zeit, in der die Kleidung bestimmte wer unsere beste Freundin ist, ist für mich einfach vorbei. Die Zeit, in der ich mich durch Leute beeinflussen ließ, die mich wegen meines veränderten Kleidungsstils nicht mehr mochten, ist für mich einfach vorbei. Ja ich höre viel eher auf mich selber, auf mein Bauchgefühl und meinen eigenen persönlichen Sinn für Schönheit.

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Was tun bei einem Haardebakel?

Wer kennt es nicht man kommt vom langersehnten Friseurbesuch und ist todunglücklich? Man guckt in den Spiegel und würde am liebsten losheulen. Der Friseur scheint alles falsch gemacht zu haben. Die Haare sind zu kurz, schlecht geschnitten, auf einmal hat man einen Pony und die Farbe ist auch misslungen.
Aber was macht man dann? Was tun?

  • Sagt schon bei dem Besuch selber Bescheid, dass es euch nicht gefällt. So kann es direkt verbessert werden. Klar ist das unangenehm aber es wird nicht besser durch bloßes abwarten.

Ich war bisher erst einmal zufrieden mit meinen Haaren nach einem Friseurbesuch und gehe deswegen in der Regel immer mit dem Gedanken nach Hause, dass es besser aussieht, wenn ich es erst einmal selber gestylt habe.

  • Wenn ihr mit dem Schnitt unzufrieden seid, dann kann das am Styling des Friseurs liegen. Er föhnt eure Haare anders als ihr es gewohnt seid. Stylt eure Haare zu Hause selber noch mal nach.

Sollte das nicht helfen und der Schnitt ist daneben, dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Zum Friseur gehen und nachschneiden lassen – falls es dann nicht zur kurz wird.
  2. Sollte nichts mehr zu retten sein, dann helfen Flechtfrisuren, Zöpfe und Haarbänder.

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Ich sah selber nach einem Friseurbesuch aus wie Willy Wonka – das ist kein Scherz. Es war nicht nur viel zu kurz, sondern auch schief geschnitten. Das pure Grauen. Offen konnte ich meine Haare nicht tragen aber einfach einen Zopf machen ging auch nicht, dafür waren sie zu kurz. Also bin ich monatelang nur mit einem Bauernzopf rumgelaufen. Das war ungewohnt und eigentlich trage ich nicht gerne Zopf aber das war die beste Alternative.

    • Ist ungewollt ein Pony da oder er gefällt euch doch nicht, dann könnt ihr ihn einfach wegstecken bis er nachgewachsen ist. Bei einem schrägen Pony sieht eine Flechte zum Beispiel sehr schön aus.

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Und was macht man nun, wenn die Farbe total versaut ist? Die Haare die Farbe nicht richtig angenommen und alles total fleckig ist? Die Farbe viel zu knallig ist oder euch einfach nicht steht?

    • Färbt bitte nicht selber drüber. Klar ist das billiger und es erspart die unangenehme Beschwerde aber man weiß vorher nie wie die beiden Farben sich vertragen. Eventuell müsst ihr danach noch mal zum Friseur, weil aus Blond und Braun Grün geworden ist.
    • Geht einfach noch mal zum gleichen Friseur und sagt, dass ihr unzufrieden seid. Das sollte bei keinem Friseur ein Problem sein. Die Nachbesserung muss sogar kostenlos erfolgen.

Sollte der Friseur bei eurer Beschwerde Widerspruch einlegen und euch keine Nachbesserung gewähren, dann könnt ihr sogar verlangen auf die Kosten des Friseursalons zur Konkurrenz zu gehen.
Wenn ihr natürlich nicht noch mal das gleiche Debakel riskieren wollte, dann dürft ihr auch einen Termin bei einem anderen Friseur des Salons, in dem ihr vorher wart, wahrnehmen.

Sollten eure Haare oder eure Kopfhaut durch den Besuch sogar so sehr geschädigt sein, dass ihr längere Schäden dadurch davontragt (zum Beispiel: Zerstörung der Kopfhaut nach Blondierung oder Abrrechen der Haare nach einer Dauerwelle) dann könnt ihr sogar Schmerzensgeld fordern.

Wie viel wird in solchen Fällen gezahlt?

    • Haare brechen nach Dauerwelle ab – 250€ (Amtsgericht Köln, AZ: 141 C 5/01).
    • Haare müssen nach einer Blondierung kurz geschnitten werden, weil sie kaputt sind – 500€ (Landgericht Berlin AZ: 23 O 539/01, Amtsgericht Hannover AZ: 10 C 705/94).
    • Es fallen büchelsweise Haare nach einer Blondierung aus – 1000€ (Amtsgericht Erkelenz, AZ: 8 C 351/08)
    • Wenn nach unsachgemäßem Färben alle Haare ausfallen und eine Perücke getragen werden muss, bis die Haare wieder nachgewachsen sind – 1500€ (Oberlandesgericht Köln, AZ: 19 U 62/99)
    • Blondierungsmittel verätzt die Kopfhaut und Haare müssen operativ eingepflanzt werden – 5000€ (Landgericht Coburg, AZ: 21 O 205/09)

Das sind aber absolute Ausnahmefälle – nicht nach jedem misslungenen Schnitt müsst ihr zu einem Gericht rennen. In der Regel reicht ein freundlicher Nachbesserungswunsch aus und alles wird wieder gut.

Zum Glück wachsen Haare schließlich nach!

Um ein solches Haardebakel allerdings verhindern zu  können solltet ihr unbedingt folgende Dinge beachten:

    • Der Friseur sollte euch stets gut beraten und sich Zeit für euch nehmen.
    • Er sollte euch über mögliche Risiken einer Behandlung z.B. einer Dauerwelle oder Blondierung informieren.
    • Er sollte schon im Voraus erkennen, wenn euch etwas nicht steht und euch davon abraten.
    • Alle Produkte, die auf euren Kopf kommen sollten für euch sichtbar sein. Seid ihr euch unsicher, dann fragt einfach nach.
    • Ihr könnt im Salon frei wählen, ob ihr zum Azubi oder Meister kommt. Fragt von vornherein danach oder wer am besten für welche Aufgabe (Schneiden, Färben) geeignet ist. Ich persönlich finde aber, dass das lange nichts über das Können aussagt.
    • Euer Friseur sollte sich vor der Behandlung erkundigen, ob ihr irgendwelche Allergien gegen Produkte aufweist.

So nun hoffe ich, dass mit diesen Tipps nichts mehr schief gehen kann und euer nächster Friseurbesuch wird wieder ein Tag der Entspannung.

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DIY: Beautyprodukte

SONY DSCNach dem ich im Sommer einer Freundin zum Geburtstag ein Paket mit selbstgemachten Beautyprodukten gemacht habe, wünschte sich meine Schwester zu ihrem Geburtstag auch eins. Hauptsächlich sollten darin Pflegeprodukte für die Haare und die Hände vorhanden sein. Als Zusatz dazu habe ich ihr dann noch einen Lippenbalsam gemacht.
Das tolle an diesen Produkten ist, dass sie wirklich einfach zuzubereiten sind und das ganze auch wirklich schnell geht.

 

SONY DSCLippenbalsam
Dazu mischt ihr einfach zwei Teelöffel Vaseline mit einem Teelöffel Honig. Das ganze gut verrühren und schon ist er fertig. Geht also schnell und ich habe mir sagen lassen, dass das wirklich eine super Lippenpflege ist.

 

 

 

 

 

SONY DSCBier-Kur
Man nehme ein Bier und gibt es nach der normalen Wäsche ins Haar. Auf keinen Fall ausspülen, der Geruch verfliegt sehr schnell. Die Kur zaubert Volumen und Glanz ins Haar.

 

 

 

 

 

SONY DSCBio-Kur
Diese Kur ist ebenfalls für die Haare. Ihr mischt einfach 6EL Olivenöl mit dem Saft einer Zitrone. Diese Glanz-Spülung einfach nach dem Waschen ins Haar geben und für 30 Miunten einwirken lassen. Am besten macht ihr um die Haare noch ein Handtuch und lasst es so einziehen. Anschließend mit klarem Wasser ausspülen.

SONY DSCHaarkur mit Honig
Ihr mischt dafür 1Tl Honig mit 2EL Olivenöl und einem Ei. Diese Kur gebt ihr in das feuchte Haar ein und lasst sie 30 Minuten einwirken. Allerdings solltet ihr nach der Einwirkzeit die Haare waschen (eventuell sogar zwei Mal, um alle Rückstände zu entfernen). Diese Kur wirkt sehr gut gegen Spliss und macht die Haare außerdem geschmeidig.

SONY DSCMandel-Handkur
Mischt dafür 50g gemahlene Mandeln mit etwas heißer Milch zu einem Brei, auf die Fingerspitzen auftragen und 10 Minuten einwirken lassen. Diese rückfettende Kombination hilft sehr gut, um feste und stärkere Nägel zu bekommen.

SONY DSCHandpeeling
Auch hier kommt wieder eine Zitrone ins Spiel. Mischt für dieses Peeling den Saft einer Zitrone mit ein bisschen Zucker (Achtung: nicht mit dem Zucker geizen! Das ganze sollte eine feste Paste ergeben!). Zitrone und Zucker wirken ideal, um ungewollte Verfärbungen und alte Hautschuppen zu entfernen.

 

 

Wollt ihr das ganze verschenken, dann stellt es doch einfach in einen süßen Karton und packt es mit Folie ein. Ideal wäre noch ein kleines Buch dazu, indem ihr die Rezepte aufschreiben könnt, damit der Beschenkte sie immer wieder nachlesen und nachmachen kann,

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Viel Spaß beim ausprobieren!

 

die ungeschminkte Wahrheit

Kleine Schönheitsmakel mit Makeup verdecken? Kein Problem. Viele kleine Wundermittel können die noch so schlimmsten Dinge abdecken und verstecken. Man kann durch Makeup sogar zu einer ganz anderen Person werden. Wenn man weiß, wie es richtig geht, dann kann man sogar seine Knochenstrukur anders aussehen lassen. Wangenknochen hervorheben, die Nase schmälern, etc. Es scheint alles möglich zu sein. Noch so unreine Haut kann durch genug Makeup aussehen als wäre sie super glatt und rein.

Aufgepasst bei der Makeup Wahl!
Wenn ihr ein heller Hauttyp seid, dann bitte nehmt auch ein helles Makeup.
Ich selber bin nicht so der Schminkkandidat. Klar mache ich das ab und zu gerne, wenn ich mit meinen Freunden raus gehe zum Beispiel, aber im Alltag trage ich nie viel. Pickel werden nur abgedeckt, wenn sie auf der Nasenspitze leuchten und man aussieht wie Rudolf mit der roten Nase. Makeup, Concealer oder ähnliches auf einen Pickel zu „klatschen“ ist nämlich absolut kontraproduktiv. Das einzige was man damit erreicht ist, dass der Pickel sich noch mehr entzündet und noch mehr verstopft. Also lieber einen oder zwei Tage mit dem Ding rumlaufen, ihn gut pflegen und zack weg ist er.
Gegen Pickel hilft übrigens sehr gut Betaisadona Salbe. Das darin enthaltende Iod nimmt die Entzündung. Am besten tupft ihr abends einfach ein bisschen davon auf den Pickel und lasst es über Nacht einwirken.

Mit der nackten Haut in die Öffentlichkeit
Geht ihr schon mal ungeschminkt in die Stadt? Oder zu euren Freunden? Bringt ihr ungeschminkt den Müll runter? Oder holt ein Paket bei der Post? Für manche undenkbar. Ich werde oft von meinem Freunden gefragt, wie ich denn ungeschminkt in die Stadt einkaufen gehen kann. Ja wie kann ich das? Ich trage wie gesagt sowieso nie viel Makeup, da ich sehr schnell Pickel bekomme. Ein bisschen concealer gegen die bösen Augenringe, einen Lidstrich ziehen, ein bisschen Wimperntusche und das war’s. Wieso soll ich dann nicht auch ohne das gehen können? Weil ich meinen Traumprinzen treffen könnte? Was soll’s! Der muss mich auch ungeschminkt schön finden.

Mehr Mut zur Natürlichkeit
Es neigen zur Zeit sehr viele dazu sich komplett vollzukleistern. Eine Tonne Makeup, Puder obendrauf,Bronzepuder mit Glitzer unter die Wangeknochen und Rouge darüber. Hier also mein Aufruf (auch im Namen meiner männlichen Freunde): allerliebste Weiblichkeit da draußen zeigt mehr Mut zur Natürlichkeit. Ihr seid auch ohne dieses ganze Zeug schön. Zumal das sowieso die Poren verstopft und man so eine viel schlechtere Haut bekommt. Also zeigt her eure Haut und gönnt ihr mal eine Pause. Lasst sie mal durchatmen und sich von der ganzen Pappe erholen.

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den inneren Schweinehund überwinden

Es kennt bestimmt jeder: nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen und sich am liebsten auf die Couch legen. Entspannen. Irgendwann folgt der Blick durch die Wohnung, die dringend noch mal aufgeräumt werden müsste. Irgendwann folgt der Weg ins Bad mit dem Gedanken: ach, wenn ich den Retainer ein Mal nicht mit dem Super Floss reinige ist auch egal. Und am nächsten Tag ärgert ihr euch darüber, dass ihr das alles gelassen habt. Dass ihr mal wieder die Hausarbeit liegen gelassen habt und auch schon Ewigkeiten nicht mehr beim Sport wart. Ihr schaut in den Spiegel und ärgert euch darüber, dass ihr euch nicht selber in den Arsch treten und euren inneren Schweinehund überwinden konntet. Dabei hattet ihr euch doch so viel vorgenommen für diesen Tag. Wieso habt ihr das nicht gemacht? Vielleicht seid ihr dann frustriert und sauer über euch selber und landet dann wieder auf der Couch und macht es wieder nicht.
Oh ja. Ich kenne das ganze nur zu gut. Ewigkeiten bin ich und sind alle Menschen in meinem Umfeld davon ausgegangen, dass ich jemanden brauche, der mir in den Arsch tritt und mich antreibt. Aber wieso? Wieso sollte ich mich so sehr von jemandem abhängig machen? Wieso sollte mein Leben so sehr von jemandem abhängig sein?
Ich bereue nie die Dinge, die ich getan habe, sondern nur die Dinge, die ich nicht getan habe.
Wie passend. Wie passend in vielen Lebenslagen, auch hier. Irgendwann hat es mir gereicht. Ich wollte allen und mir selber beweisen, dass ich es alleine schaffe. Dass ich niemanden brauche, der mich überredet und dass ich selbstständig bin. Also habe ich angefangen mir Wochenpläne zu schreiben. Für jeden Tag eine Kleinigkeit vornehmen, nicht alles auf ein Mal, sondern immer ein bisschen. Jeden Tag ein bisschen aufräumen – dann ist es auch nicht mehr so viel. Ein Mal in der Woche einen „Skip-Day“. Der Tag an dem nichts gemacht wird. Der Tag an dem man von der Arbeit nach Hause kommen und sich auf die Couch fallen lassen kann. Der Tag an dem der Haushalt keine Rolle spielt. Und Fakt ist, dass ich es nie bereue. Wenn ich einen Tag so durchgezogen habe, wie er geplant war und ich alles erledigt habe bin ich immer äußerst stolz auf mich.
Natürlich sind diese Tage variabel. Kommt was dazwischen, dann ist es eben so. Hat zum Beispiel meine beste Freundin ein Problem oder die Planung für ein Treffen mit meinem besten Freund fällt auf einen geplanten Tag, dann ist das eben so. Dann fällt der Tag aus. Ich zwinge mich nicht dazu diese Tage einzuhalten, sondern gebe mir lediglich eine Richtung vor ihn optimal nutzen zu können. Mittlerweile sitze ich manchmal doch zwischendurch auf meiner Couch, wenn ich mit allem schon früher fertig geworden bin als eingeplant und frage mich: Was mach ich denn jetzt?
Zu einer bestimmten Zeit abends auf jeden Fall mit allem fertig sein und mir dann eine Pause gönnen, das ist jeden Tag drin und das sollte jeden Tag drin sein, damit es nicht zu viel wird. Ansonsten artet das ganze in Stress aus und man lässt sich doch wieder vom inneren Schweinehund übermannen. Und irgendwann werden auch die Menschen in eurem Umfeld verstehen, dass ihr nicht mehr das kleine Mädchen seid, dem man alles vorgeben muss. Dem man sagen muss, wann es aufräumen soll. Sondern, dass ihr selbstständig genug seid euer Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das wird sie alle überraschen und stolz machen, genau so sehr wie euch selber auch. Dann wird das Bild, das sie von euch hatten zerbrechen. Wie ein Spiegel, indem eurer innerer Schweinehund so lange euer Ebenbild war .

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Bevor ihr euch diesen Beitrag durchlest schaut euch den Trailer an.

Ein Film über das Schicksal, wie es so spielt und die Angst davor vergessen zu werden. Doch es geht im Leben eben nicht darum, dass die Masse uns nicht vergisst. Dass wir etwas besonderes machen, eine Legende werden und etwas bedeutendes tun. Nein! Es geht darum, dass die Menschen, die uns lieben und die wir lieben uns nicht vergessen. Dass wir in ihren Herzen weiterleben und uns mit ihnen unsere eigene kleine Ewigkeit schaffen. Jeder von uns hat es wohl schon oft genug erlebt. Das Schicksal ist ein mieser Verräter! Wie oft ist mir schon genau das Gegenteil von dem passiert, was ich mir gewünscht und worum ich gebeten habe. Aber so spielt das Schicksal eben. Doch kann das Schicksal nicht auch etwas Gutes bewirken? Das Leben muss nicht immer perfekt sein, damit die Liebe außergewöhnlich ist.
Ich hatte eben ein furchtbar schlechtes Gewissen als ich an meiner Zigarette gezogen habe, weil es Menschen gibt, die auch ohne rauchen Lungenkrebs haben. Leute, die nichts dafür können und die eigentlich alles richtig gemacht haben. Als nächstes dachte ich an meine Zeit im Altenheim und an einen Patienten, der Metastasen in der Wirbelsäule hatte. An sein Leid und daran, dass er trotzdem weiter geraucht hat. Viele Gesunden würden nun bestimmt sagen: das ist dumm! Das macht es doch nur schlimmer!
Doch, wenn es sowieso nichts mehr zu retten gibt… wenn man das Leben nicht mehr retten kann, dann sollte man diesen unheilbar Kranken doch das lassen, was ihnen ihr Leben bereichert hat und wenn es nun eine Zigarette ist an der sie ziehen können.
Eine andere Patientin von uns hatte Wasser in der Lunge, genau wie Hazel. Ihr Leid war unerträglich. Ich erinnere mich noch gut  daran, wie ihre letzten Tage aussahen und daran, wie oft ich bei ihr saß und ihre Hand gehalten habe. Wie oft ich ihr gut zugeredet habe und sie nur durch meine Anwesenheit ein paar Minuten Schlaf finden und ihre Angst vor dem Unausweichlichen vergessen konnte. Leider kommt irgendwann der Tag an dem man auf die Arbeit kommt und diese Menschen, mit denen man einige wenige Stunden ihrer letzten Zeit verbracht hat nicht mehr da sind. Dann steht man auf ein Mal in ihrem Zimmer und bezieht das Bett in dem sie noch vor kurzem lagen neu. Man bereitet das Zimmer vor für einen neuen Patienten.
Ich werde diese beiden so schnell wohl nicht vergessen. Ich werde wohl nicht so schnell vergessen, wie sie bis zum letzten Moment versucht haben sich ihre Selbständigkeit zu behalten. Das ist es doch. Das ist doch genau das, was im Leben wichtig ist. Einen Platz in dem Herzen eines Menschen zu finden und in diesem Herzen weiterzuleben.
Das Leben ist ein Geschenk, so geschwollen es auch klingt und wir sollten wohl alle mehr Zeit damit verbringen zu leben und weniger damit uns Gedanken zu machen und zu streiten. Ein Freund von mir, der genau diese Einstellung verfolgt sagt immer: Und wenn ich in ein paar Jahren sterbe, dann ist es eben so. Egal, mein Leben war geil!
Er hat so verdammt Recht damit. Natürlich bleibt die Angst, was aus unseren Angehörigen wird. Werden sie damit klar kommen?
Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht: Was wäre, wenn du jetzt sterben würdest? Was würden dann die anderen machen? Wie würden sie reagieren? Was würde aus ihnen werden?

Dein Tod wird uns das Herz zerreißen aber du weißt doch am besten, dass man mit Schmerzen leben kann.

So in etwa formuliert Hazels Mutter es und das ist wahr. Das Leben geht auch ohne uns weiter und unsere Hinterbliebenen werden weiterleben aber solange sie uns nicht vergessen und mit einem Lächeln an uns denken war unser Dasein nicht umsonst. Ganz gleich, ob wir nun etwas bewegendes erreichen oder nicht!
An dieser Stelle ein Dankeschön an meine Familie und meine Freunde aber besonders an meinen besten Freund, der mir im letzten Jahr so viele schöne Momente geschenkt hat! Ich bin unglaublich dankbar euch zu haben. So banal es auch klingt… dieser Film hat mich dazu bewogen mich mit einer Freundin auszusprechen, mit der ich mich vor kurzem gestritten habe – von Lappalien und dem möglichen Ende einer Freundschaft. Denn ich möchte nicht länger über diese Lappalie streiten dafür ist die Zeit, die wir haben viel zu kostbar.

Probleme mit der Figur und der eigenen Wahrnehmung

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Bin ich zu dick? Bin ich zu dünn? Ich sollte abnehmen…
Jeder von uns oder wohl meistens jede Frau hat wohl diese Gedanken. Meistens geht es eben darum zu dick zu sein. Aber ist ein 20jähriges Mädchen mit einer Größe von 165cm und einem Gewicht von 60kg wirklich zu dick? Oder ist das nur unsere verzerrte Wahrnehmung?
Ich persönlich habe selber große Probleme mit meiner Selbstwahrnehmung. Oft sehe ich in den Spiegel und finde mich bei meinen 160cm und durchschnittlich 52kg zu „dick“, zu „speckig“, nicht „schlank genug“. Dann gibt es aber auch wieder diese seltenen anderen Tage an denen ich mir denke: Mir doch egal. Ich esse was und so viel ich will und zähle nicht dauernd irgendwelche Kalorien. Dein Bauch ist eigentlich flach und das bisschen Speck an Hüfte und Beinen macht dich doch erst sympathisch. Genieße dein Leben und scheiß auf die ganzen Models, die man so in den Medien sieht!
Ich sehe es eigentlich gar nicht ein mich durch ein Fitnessprogramm zu quälen oder durch Diäten, nur damit andere mich schön finden. Nur damit ich in dieses Bild passe, das im Moment modern ist.
Natürlich ist eine sportliche, schlanke Figur schön und ich bestreite auch nicht, dass diese Mädchen durch ihre Figur sehr hübsch sind aber will ich mir das wirklich antun? Will ich nicht viel lieber essen worauf ich Lust habe und Sport machen, wenn ich dazu Lust habe? Ab und zu mal ein bisschen süßes essen oder etwas fettiges ohne es zu bereuen und am nächsten Tag panisch ins Fitnessstudio zu rennen?
Für mich persönlich eine viel gesündere Einstellung. Nicht, weil es ein gesünderer Lebensstil ist, sondern weil mir das eine gewissen Zufriedenheit mit mir und meinem Leben gibt. Ich möchte mich nicht zum Sport und 2 Stunden im Studio quälen. Zwei Stunden, in denen ich so viele schöne Dinge tun könnte an denen ich Spaß habe.
Eine Sache ist natürlich klar: wenn ich mein Leben genieße, dann in Maßen!
Wir wollen ja nun auch nicht, dass die kleinen Monster nachts meine Kleidung enger nähen. Ein gutes, aktuelles Beispiel für einen neuen Schlankheitstrend ist die sogenannte thigh gap. So nennt man wohl jetzt die Lücke zwischen den Oberschenkeln (wenn man denn eine hat). Mädchen hungern sich runter, um eben eine solche Lücke zu bekommen. Ist das denn dann noch weiblich? Natürlich werden in den Medien mal wieder nur die Extrema gezeigt und die Tatsache, dass Rebecca Mir bei Taff im Studio steht und über diesen „unmöglichen Trend“ berichtet finde ich auch etwas widersprüchlich.
Es gibt eben wie in allen Dingen im Leben die Extrema und die noch gesunde Einstellung. Ich persönlich habe keine thigh gap aber mit meinen Beinen war ich schon seitdem ich mir Gedanken über meine Figur mache unzufrieden und das werde ich wohl auch immer sein – was die bösen Gene nicht alles anstellen. Aber kommt es nicht darauf an, dass man mit seinem Gesamtpaket zufrieden ist? Dass man sich selber im Spiegel anschauen und sich denken kann: Heute siehst du aber gut aus? Dass man in seinen Speck kneifen und dann doch mit den Schultern zucken und mit einem Lächeln in den Tag starten kann? Dass man auch schon mal ein Eis im Sommer essen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Dass man sich eben nicht zu jeder Minute Gedanken über Kalorien, Fett, Zucker und die Figur machen muss? Dass man sich nicht zum Sport quält, nur um die perfekten Maße zu haben?
Genau das sollten wir uns alle wohl öfter vor Augen führen. Dann würde es wohl auch weniger Mädchen geben, die magersüchtig sind oder die Depressionen wegen ihres Aussehens bekommen.
Genau das sollten sich alle Designer, Fotografen und und und sich öfter vor Augen führen, denn sie sind es, die diese extremen Schönheitsideale in unsere Köpfe bringen.
Genau das sollten wir alle an unserer Gesellschaft ändern. Denn laut unserer Konsumgesellschaft ist es schön, wenn man schlank ist und man verzichten kann. (In armen Ländern ist es übrigens genau umgekehrt.)
Aber können wir wirklich was daran machen? Vermutlich nur, wenn jeder einzelne anfängt sich schön zu finden. Solange wir unserer Gesundheit nicht mit übermäßigem Konsum von Essen oder Sport schaden und es bei den fraulichen Kurven bleibt ist doch alles gut. Finden viele Männer nicht sowieso Frauen „an denen was zum anpacken ist“ schöner? Sieht das nicht sowieso viel weiblicher aus? Und ist es nicht genau das, was viele Mädchen sein wollen? Weiblich sein?