Das möchte ich aber eigentlich nicht direkt preisgeben…

Seit zwei Wochen bin ich nun schon Studentin, in diesen beiden Wochen habe ich so viele neue Leute kennengelernt, viele neue Gesichter und Namen erfahren bzw. gesehen und in jeder neuen Unterhaltung höre ich mindestens einmal den Satz

„Das möchte ich aber erst mal nicht/nicht direkt preisgeben“

In jedem Gespräch vermittelt einer der Beteiligten immer, dass es etwas in seinem Leben gibt, mit dem er nicht bei jedem hausiert. In jedem Gespräch wird aufgeklärt was genau es ist und danach dieser Satz eingeschoben. Aber wieso tun wir das? Wieso verheimlichen wir diese (meist) banalen Dinge, wie

„Ich schaue Anime/bin Cosplayer“

„Ich habe einen Blog“

„Ich mache…“

Das sind doch alles scheinbar unwichtige Dinge, die nun mal Teil unseres Alltags und sogar Teil unserer Persönlichkeit sind. Vielleicht sogar ein Teil, der nicht mehr wegzudenken ist und ohne den wir nicht mehr leben wollen. Trotzdem unterliegen wir tagtäglich diesem Phänomen, das sich „soziale Erwünschtheit“ nennt. Dinge von denen wir denken, dass sie in unserem Umfeld vielleicht auf verwirrte Blicke und Ablehnung stoßen verheimlichen wir bis zu einem bestimmten Grad des Vertrauens oder bis es letztendlich schon zu spät ist und der Gesprächspartner unser kleines Geheimnis entlarvt hat.
Jeder einzelne von uns umgibt sich am liebsten mit Menschen, durch die wir Bestätigung in unserer Person und unseren Interessen erhalten. Das bedeutet nicht, dass wir bewusst nach diesen Menschen suchen aber wenn wir uns vor Augen führen, was den eigenen Freundeskreis ausmacht, wird sehr stark deutlich, dass in irgendeiner Form Interessen und Charaktereigenschaften übereinstimmen.

A: „Ich habe heute doch nichts für die Uni gemacht, meine Serien haben mich mal wieder in ihren Bann gezogen.“

B: „Das kann ich gut verstehen… mich auch aber ich glaube meine Serien sind etwas anders als deine.“

A: „Achja? Was guckst du denn grade?“

B: „Anime…“

Ich weiß, dass ich grade dieses Thema Anime oft als Beispiel nutze, es ist auch eins der klassischen Beispiele meines eigenen Alltags, bei dem verwirrte Blicke oder Ablehnung am häufigsten entsteht. In diesem Beispiel war ich tatsächlich besagte Person A und ich wusste bereits bei B’s erster Antwort von welche Art Serie er spricht. Ich kenne diese Unterhaltungen nämlich nur zu gut, dieses langsame Herantasten an den Gegenüber, das Herausfinden der Interessen und den Mut, dieses gut gehütete Geheimnis direkt preiszugeben, aufzubringen. Oh ja wirklich nur zu gut.

Die „soziale Erwünschtheit“, also der Grad Bestätigung, den wir in unserem Freundeskreis bzw. vermeintlichem Freundeskreis suchen, steht dann aber auch noch neben dem „ersten Eindruck“, den wir vermitteln. Es gibt niemanden, der keinen ersten Eindruck vermittelt und es gibt ebenso niemanden, der keinen ersten Eindruck wahrnimmt. Jeder von uns empfindet aufgrund verschiedenster Faktoren den eigenen Gegenüber entweder als sympathisch oder nicht, als ungepflegt oder gepflegt, als attraktiv oder unattraktiv etc. Das liegt nicht nur an der Person, die einem gegenübersteht, sondern auch an dem eigenen momentanen Befinden, der Umgebung und der allgemeinen Stimmung. Dieser erste Eindruck ist einer der wichtigsten Momente für zwischenmenschliche Beziehungen, da er viel zu schwer zu revidieren ist.
Sieht mich also jemand mit meinem „Attack on Titan“-Rucksack durch die Stadt laufen oder hört eine Unterhaltung von mir über Animes und ist dem ganzen abgeneigt, wird er auch von mir einen schlechten Eindruck haben. Mich vielleicht als Freak oder Nerd bezeichnen und kaum Interesse daran haben unsere Beziehung zu vertiefen. Was passiert aber, wenn ich es nicht so offensichtlich preisgebe? Was passiert, wenn mein Gegenüber einen anderen ersten Eindruck von mir gewinnt und erst später herausfindet, dass ich dieses Genre mag? Vermutlich wird er das ganze als eine meiner Interessen abstempeln und sich entweder nicht weiter dafür Interessieren oder nachhaken. Natürlich kann es auch dazu kommen nach dem ersten Eindruck Ablehnung zu erfahren und genau das ist der Moment in dem der Satz fällt

„Das erzähle ich aber nicht direkt jedem“

Die Stimme wird leiser und der Körper signalisiert Unsicherheit. Selbst dieser Satz signalisiert das. Wir versuchen damit das Gesagte irgendwie wieder gutzumachen und hoffen (möglicherweise unbewusst), dass der Gesprächspartner es vielleicht ja auch gar nicht richtig wahrgenommen hat. Wir versuchen unseren Eindruck wieder zu retten und keine Ablehnung zu erfahren. Wir versuchen unser Möglichstes um nicht in die Außenseiterrolle zu geraten, abgestempelt und abgeschoben zu werden. Gerade in diesen ersten Wochen, in der die Findung neuer Freunde oder Bekannter stattfindet, spielt die soziale Erwünschtheit so eine große Rolle. Haben sich Beziehungen erst einmal gestärkt, werden wir kaum noch ein Problem damit haben es preiszugeben, doch zu Beginn hüten wir es, wie einen Schatz.

Mittlerweile gehe ich offener mit meinen Interessen und den Dingen, die mir Spaß machen um – ich versuche es zumindest. Früher durfte niemand wissen, dass ich Animes geguckt habe. Selbst vor meinen Eltern habe ich das verheimlicht. Sobald jemand in mein Zimmer kam habe ich den Sender gewechselt oder den Internetbrowser geschlossen. Seht euch mal an wo ich jetzt bin – mein „Attack on Titan“-Rucksack ist eins meiner liebsten Stücke und eine Wand meines WG-Zimmers ziert eine Mangafigur, die ich mir habe malen lassen. Trotz allem möchte ich das nicht direkt preisgeben, aus Angst auf Ablehnung zu stoßen, das ist mir besonders in den letzten Wochen nochmal bewusst geworden. Ob das nun gut ist oder nicht liegt vermutlich an der eigenen Persönlichkeit und wie sehr man es aushält auf Ablehnung zu stoßen. Ist es einem wichtig, von vielen Leuten gemocht zu werden oder ist man stark genug nur mit wenigen auszukommen, muss letztendlich jeder für sich entscheiden und ausleben.

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im Modelhimmel

Wer hätte gedacht, dass die kleine (1,60m) Lena einmal ein Shootingangebot bekommt. Ein Angebot das Model des Shootings zu sein. Ein Angebot mit kostenlosen Bildern und jeder Menge Spaß. Ja ich nicht aber so kam es nun doch vor einigen Wochen. Eine Visagistin postete in einer Gruppe bei Facebook, dass sie noch weibliche Modelle für ein Shooting sucht. Ich machte mir natürlich keinerlei Hoffnung und klickte nur auf Gefällt mir geklickt. Kurz darauf erhielt ich bei Facebook eine Nachricht:

Hallo. Du hattest mein Shooting-Gesuch in der Fotogruppe mit“Gefällt mir“ markiert, daher bin ich auf deine Seite gestoßen und habe mich ein bisschen umgesehen.
Ich finde dich als Model sehr ansprechend und könnte mir gut eine Zusammenarbeit mit dir vorstellen. Deswegen wollte ich fragen, ob du eventuell an dem in der Gruppe ausgeschriebenen Angebot interessiert wärst?
Ich suche für ein TfP-Shooting am Sonntag mit dem Fotografen www.kuchtsbelichtung.de noch ein Model. Geplant sind je nach Wetter entweder Outdoor-Aufnahmen im romantischen Stil (Makeup in zarten Farben, Flechtfrisur, Outfit in Pastellfarben, Rüschen, usw) oder Studio-Aufnahmen in einem ähnlichen Stil. Das Shooting würde entweder Outdoor in Düsseldorf oder im Studio in Mönchengladbach stattfinden.
Hättest du Interesse? Würde mich über eine Antwort freuen.

Ich war natürlich total begeistert. Wie oft wird einem schon so ein Angebot unterbreitet? Wohlwollend stimmte ich dem ganzen zu und nach einigen weiteren Absprachen machte ich mich also letzten Sonntag auf zum vereinbarten Treffpunkt.

Terminvereinbarung
Einen Termin mussten wir wie gesagt nicht mehr vereinbaren. Durch die bereits vorhergegangene Planung hielt sich die Vereinbarung sehr einfach und reibungslos. Ich musste lediglich das Angebot von Lisa annehmen und alles war erledigt. Das Shooting lief auf TfP Basis ab, d.h., dass jede der beteiligten Parteien (in diesem Fall Visa, Fotograf und Model) die Zeit gegen Fotos aufwiegen und nicht in Geld. Jeder bekommt also die Fotos umsonst und kann diese für seine Eigenwerbung nutzen. Ich durfte mir 8 Bilder aussuchen und erhielt die ganzen Originale auf meinem USB-Stick. Das ist das beste Angebot, das ich bisher bei einem Fotografen hatte.

Anfahrt
Durch meine letzten Erfahrungen bezüglich Fahrten zu Shootings, habe ich dieses mal möglichst viel Zeit für meine Anfahrt eingeplant – okay ich muss gestehen ich war wirklich großzügig. Ganze zwei Stunden rechnete ich für eine Fahrt, die laut Navi 36 Minuten dauern sollte. Naja mit einem während der Fahrt ausgehenden Auto, Baustellen, Stau, Suchen und Fahrten irgendwo im Nirgendwo wie bisher wäre ich so auf jeden Fall pünktlich gewesen. Ich fuhr also wie geplant um 10 Uhr los und war wie beschrieben um halb elf am Treffpunkt. Ja Mist. Was macht man denn in einer Stadt wie Mönchengladbach mitten in einem Wohngebiet? Nach langem hin und her entschied ich mich nach einem Bäcker zu suchen und mir einen Kaffee gegen meine Müdigkeit zu kaufen. Bestimmt könnte man sich auch dort gemütlich hinsetzen und die Zeit vertrödeln – ja weit gefehlt. Ich bin tatsächlich eine dreiviertel Stunde rumgelaufen und habe nach einer Bäckerei gesucht. Laut Google Maps waren auch viele in meiner Nähe aber jedes mal wenn ich intuitiv in eine Straße abgebogen bin, habe ich diese verfehlt. Leider konnte ich Maps nicht die ganze Zeit benutzen, weil ich meinen Akku sparen wollte. Naja dafür habe ich mir mal ein bisschen die Stadt angesehen.
Die restliche Zeit habe ich übrigens in meinem Auto mit rumliegen und versuchen ein Nickerchen zu halten, meinem Handy und in die Luft starren verbracht.
Die Location war wie gesagt sehr schnell und leicht gefunden und auch die Parkmöglichkeiten in der Umgebung waren nicht schlecht. In der Straße selber ist das Parken umsonst und es waren sogar noch ziemlich viele Parkplätze frei, sodass ich quasi vor der Tür halten konnte.

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Zuverlässigkeit
Auch in dieser Kategorie habe ich nichts auszusetzen. Alle erschienen wie vereinbart und auch die versprochenen Fotos erreichen mich in Lichtgeschwindigkeit.

Freundlichkeit
Eine lustige und verrückte Truppe war an diesem Tag dabei. Von Beginn des Shootings an wurde ich liebevoll umsorgt, mir wurde jeder einzelne Schritt erklärt, viele Beispielbilder und Arbeiten des Fotografen gezeigt (dadurch auch die Arbeit der Visa), es gab Snacks und Getränke und jede Menge Späßchen und Scherze. Es war wirklich eine angenehme Atmosphäre. Auch während dem Shooting selber wurde ich nicht einfach in der Luft hängen gelassen, gewollte Posen wurden genau erklärt und gezeigt und auch hier löste sich der ein oder andere Spruch von den Lippen. Auch wie bei meinen bisherigen Shootings mit Martha konnte ich mich in dieser Umgebung und mit diesen Leuten sehr wohlfühlen und während dem Shot.

Equipment
Von beiden Parteien, sowohl Lisa als auch den Fotografen war wirklich mehr als genug Equipment vorhanden. Ich hatte den Eindruck, dass es Lisa niemals an Pinseln und Make-Up fehlen kann, weil sie scheinbar für jeden Hauttyp die richtigen Sachen dabei hat und für jedes Thema passenden Lidschatten und Lippenstift. Bei den beiden Fotografen war es ähnlich von allen möglichen Objektiven über Accessoires und Deko bis hin zu Lampen war alles vorhanden. Zwischendurch konnten Objektive je nach gewünschter Einstellung gewechselt werden, ich erhielt eine Sonnenbrille und wurde sogar mit einer Nebel- und Windmaschine angepustet.

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Ergebnis
Wie bereits oben beschrieben waren sehr romantische und mädchenhafte Fotos gewünscht. Ähnlich wie bei meinem letzten Shooting mit Martha packte ich viele verschiedene Kleidchen und Jumpsuits ein – alles was ich in meinem Kleiderschrank zum Thema romantisch, Blümchen und Spitze finden konnte. Die Bilder sind echt toll geworden irgendwie anders als die bisherigen Fotos, die ich von mir habe.
Als ich meine beste Freundin um Rat gefragt habe, als ich mir Bilder aussuchen durfte sagte sie

Das sieht aus wie aus einem Modejournal

Na, wenn das mal kein Kompliment war.
Die Bearbeitung der Fotos verlief wie gesagt rasend schnell. Nur einige wenige Tage nach dem Shooting erreichte mich schon die erste Mail mit den ersten Fotos und Tag für Tag gibt es 1-2 neue Fotos in mehreren bearbeiteten Ausführungen. Aber nicht nur die Arbeit der Fotografen sollte man an dieser Stelle loben, sondern auch die Arbeit der Visa. Obwohl sie sich das Schminken selber beigebracht hat, beherrscht sie ihr Handwerk wirklich gut. Wie gesagt hatte sie genug Auswahl an verschiedensten Utensilien und auch ihre Pinselstriche saßen. Durch ihre Ausbildung zur Friseurin konnte sie auch meine Haare wundervoll herrichten und ich dachte mir

Wenn du jemals so nach einem Firseurtermin ausgesehen hättest, dann würdest du diese Termine wesentlich mehr genießen

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Fazit
Es war wirklich ein gelungenes Shooting und auch hier kann ich sowohl Fotograf, als auch Visa nur weiterempfehlen. Klickt euch mal durch ihre Seiten durch und taucht in wundervolle Fotos, verrückte Ideen und kreative Umsetzungen ein. Wenn ihr also auf nette Leute und unterhaltsame, entspannte und gut durchgeführte Shootings legt, seid ihr dort auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Alle strahlen nur so vor Kreativität und Einfallsreichtum aber auch die Umsetzung dieser Ideen wird gut gemacht.
Schaut euch die Fotos an und entscheidet selbst.

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Hair & Make-Up: Lisa Knape Makeup Artist
Photo & Retouch: Kuchtsbelichtung

 

 

 

 

Meine bisherigen Reviews findet ihr über Marei Photography/Make-Up Artist Mareike Thelen hier und über Victoria Lindt hier

Wir sind nur so unzufrieden, wie wir uns selber machen.

Durchaus keine „Weisheit“, die auf alle Lebenslagen aber definitiv eine, die auf meine gestörte weibliche Wahrnehmung im Hinblick auf meine Figur zutrifft. Seit einigen Wochen gehe ich neben meinem normalen Training in der Tanzschule wieder regelmäßig mit einer Freundin ins Fitnessstudio. Eigentlich wollte ich meinen Vertrag kündigen, weil ich rundum sehr zufrieden mit meiner Figur und der zusammenhängenden Lebensweise war. Nun kam es aber so, dass wir bereits im Oktober 2013 uns zusammen angemeldet hatten aber nie wirklich zusammen trainieren waren. Damals war ich ein regelrechter Fitnessfanatiker. Ich trainierte jeden Tag, entweder im Fitnessstudio oder zu Hause. Das Minimum war damals zwei Stunden schwitzen am Stück. Natürlich sah man Erfolge aber glücklich war ich irgendwie trotzdem nicht. Ich hatte immer mehr an meiner Figur auszusetzen.
Der Po war nicht rund genug. Die Beine zu dick. Der Bauch und Rücken zu speckig. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, erscheint mir das ganze mehr als verrückt. Ich trage in Oberteilen Kleidergröße 34 und in Hosen 36. Von Natur aus habe ich sehr kräftige und muskulöse Beine, was durch das regelmäßige Tanztraining auch noch verstärkt wird. Meine Schwachstellen sind definitiv meine Arme. Die typischen Schwabbelarme der Frauen. Am Bauch zeichnete sich schon lange der Ansatz meiner Bauchmuskeln ab, naja man sieht, dass unter dem Speck welche sind.
Während dieser Phase habe ich so viele Dinge meines Lebens aufgegeben, die mir Freude bereiten und das nur, um in dieses perfekte Bild unserer doch ziemlich kranken Gesellschaft zu passen. Fit sein – Nein, wohl eher 0% Körperfett haben. Schon lange sage ich zu meinem Freund:

Ich habe lieber ein bisschen Speck auf den Hüften aber dafür eine weibliche Figur!

Es klang für mich selber oft nach einer Ausrede aber seitdem ich selber wieder ins Fitnessstudio gehe ist mir erst bewusst geworden wie viel Wahrheit dahinter steckte. Ich war in der Zeit, in der ich einfach aß, was ich wollte und Sport machte, wann ich es wollte so zufrieden mit meiner Figur, wie schon lange nicht mehr. Ich verbannte die schreckliche Waage vollkommen aus meinem Leben. Von ein-zweimal pro Tag wiegen wurde keinmal. Ganz ehrlich? Ich weiß nicht wie viel ich wiege und es interessiert mich auch nicht. Da stelle ich mich lieber vor den Spiegel und entscheide nach dem Anblick darin, ob ich mir gefalle oder nicht und nicht nach irgendwelchen Zahlen einer Waage. Wer regelmäßig Sport betreibt, versteht, dass diese Zahlen sowieso kaum eine Aussagekraft haben, denn

Muskeln wiegen mehr als Fett.

Man quält sich jeden Tag ins Fitnessstudio und wird einfach nicht leichter. Man ärgert sich und gibt letztendlich auf.
Seit einigen Wochen gehe ich wie gesagt wieder regelmäßig um besagte Freundin zu unterstützen. Vorhin stand ich vorm Spiegel und bemerkte erst gar nicht, wie ich direkt wieder anfing unzufrieden mit mir zu sein. Ich ärgerte mich darüber, dass meine Beine einfach nicht dünner werden, dass meine Waden und mein Bauch zu dick sind und die Knochen an den Schlüsselbeinen hat man auch schon mal besser gesehen. In dem Moment als mir klar wurde, was ich da eigentlich dachte, ärgerte ich mich nur noch über mich selbst. Ich ärgerte mich darüber, dass ich meinen Körper nicht mehr mochte. Ich ärgerte mich darüber, dass ich innerhalb dieser paar Wochen wieder unzufrieden war. Ich ärgerte mich darüber, dass ich wieder anfing zu überlegen was ich wann esse. Aber am meisten ärgerte ich mich darüber, dass ich mich so schnell von dieser fitnessbesessenen Gesellschaft beeinflussen lasse!

Zum Abschluss noch ein Foto, das dem Trend entspricht. Ein after-workout-selfie #nothighgapneeded

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Sorry for bad quality

P.S. Leben und leben lassen lautet die Devise. Mein Gott nichts gegen Fitnessfreaks. Es geht lediglich darum, dass eben nicht nur die Menschen akzeptiert werden, die in dieses Bild passen – Nein eben auch die, die keine Lust haben sich jeden Tag ins Fitnessstudio zu quälen und Sport zu machen, der ihnen eigentlich gar keinen Spaß macht. Es geht doch darum, jeden seine persönlich optimale Lebensweise zu finden und mit sich selbst im Einklang zu sein, ganz gleich ob mit abs oder ohne. Ein glückliches, gesundes Leben führen, ganz ohne diesen Fitnesszwang, das wäre doch schön.

Das Wort zum Nikolaus

Ich habe eben mein Nikolausgeschenk ausgepackt und selten etwas so tolles in meinen Händen gehalten. Wieso?
Nein es war nichts teures, kein Markenprodukt oder sonst irgendwas exklusives. Es war einfach eine DVD.
Annabelle und die fliegenden Rentiere

imageEine wundervolle Erinnerung aus meiner Kindheit. Damals (naja so lange ist es auch noch nicht her) habe ich keine einzige Ausstrahlung dieses Films im TV verpasst. Er kam mehrmals vor Weihnachten, doch dann irgendwann wurde er abgesetzt und seit dem habe ich jedes Jahr in Hoffnung auf eine erneute Ausstrahlung die Fernsehzeitungen durchforstet.
Könnt ihr also die Freude verstehen, die ich empfunden habe, als ich diesen Film in Händen gehalten habe?

Inhalt
In diesem Zeichentrickfilm geht es um den kleinen Billy und seine Kuh Annabelle. Billy kann aufgrund eines Traumas nicht mehr sprechen. Jedes Jahr zu Heiligabend schenkt der Weihnachtsmann hingegen den Tieren auf dem Bauernhof von Billys Opa die Fähigkeit zu sprechen.
Annabelle wünscht sich nichts sehnlicher als mit dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren fliegen zu können, doch als sie feststellt, dass Billy nicht sprechen kann schenkt sie ihm ihre Weihnachtsstimme.
Erst nachdem einige Jahre vergangen sind und Billy sich für Annabelle nichts sehnlicher wünscht als die Fähigkeit zu fliegen, erfüllt der Weihnachtsmann diesen Wunsch und verwandelt Annabelle in ein Rentier.

Animation
Der Film ist aus dem Jahre 1997 und die Zeichenqualität ist dementsprechend schlecht. Was meiner Meinung nach den Spaß am Film nicht mindert.

Aussage
Die „hidden message“ des Films ist wohl immer an seine Träume zu glauben, denn an Heiligabend gehen Wünsche in Erfüllung für alle die noch träumen können, egal ob groß oder klein.
Ganz gleich wie alt wir sind die Fähigkeit zu träumen verlieren wir nur, wenn wir das auch zulassen. Mit dem Erwachsenwerden vergessen wir diese Fähigkeit und unsere Träume werden bedeutungsloser. Wir Träumen von Dingen wie Geld und Ansehen und vergessen die wichtigeres. Wir vergessen unsere Fantasie und die Fähigkeit zu glauben.

Fazit
Auch, wenn die Zeichenqualität zu wünschen übrig lasst ist der Film doch ein Muss für alle Familien in der Weihnachtszeit. Ein Film mit viel Gefühl und Wünschen, der uns lehrt wie wichtig Freundschaft und die Fähigkeit zu glauben und zu träumen ist. Ein Film, der uns lehrt, dass Menschen mit Defiziten (Billys Sprachverlusst) keineswegs Außenseiter sein müssen sondern, dass diejenigen, die sich über sie lustig machen die eigentlich unglücklichen, einsamen Menschen sind.

In diesem Sinne nehmt euch mehr Zeit für eure Träume und Wünsche, denn wer weiß vielleicht gehen sie ja doch irgendwann in Erfüllung so verrückt sie auch sein mögen und selbst wenn es nicht so ist, so ist doch der Traum an sich Grund genug nicht den Glauben zu verlieren.

Fröhlichen Nikolaus euch allen.

Adrenalinjunkie

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Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn ihr vor einer Achterbahn steht? Dieses Gefühl, wenn ihr in den Sitzen sitzt und die Bahn losfährt? Dieses Gefühl, dass man zwischendurch verspürt? Diese Aufregung, die Freude und gleichzeitig die Angst. In gewisser Weise sind wir wohl alle süchtig nach diesem Gefühl. Egal auf welche Weise wir es uns beschaffen. Sei es nun die harmlose Achterbahn, die uns so sehr reizt oder der Moment in dem man gegen die Regeln der Eltern verstößt und sich einerseits drüber freut „erwachsen“ genug zu sein und andererseits die Angst vor den Konsequenzen hat.
Doch neben dieser harmlosen Variante gibt es auch noch eine gefährlichere. Eine in der die Konsequenzen weitreichender und der Adrenalinkick stärker ist. Wenn der harmlose Kick nicht mehr ausreicht und man anfängt illegale Dinge zu tun um seine „Sucht“ zu befriedigen. Wenn man anfängt zu dealen und zu schmuggeln. Wenn man gegen das Gesetz verstößt und sich „erwachsen“ genug fühlt und nicht erwischt wird.
Gestern war ich mit meinem besten Freund im Kletterwald und da habe ich es auch wieder zu gut gemerkt, wie sehr Adrenalin uns antreibt. Eigentlich kletter ich nicht gerne aber man ist doch irgendwie total aufgeregt, wenn man oben in den Bäumen hängt. Es macht dann doch Spaß und wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat und die Hände zittern ist man stolz und glücklich. Man will dann irgendwie doch gleich noch mal hoch auf die wackeligen Hindernisse und die schnellen Seilbahnen, denn irgendwie sind wir es doch alle – süchtig nach diesem Adrenalinkick. Irgendwie suchen wir doch alle danach, nach dem Kick, der uns wiederbelebt.